• Autoren
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
immobilien investment
AI Competence
NEWSLETTER
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design
immobilien investment
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
immobilien investment
WERBUNG
Home International Europa

Schlimmer geht immer.

von Thilo Hoffmann
19. Juli 2026
in Europa, International

Gastkommentar von Dr. Thilo Hoffmann: Ein schwaches Russland wäre kein Happy End. Es wäre der Beginn eines neuen Albtraums.

Russland geht der Treibstoff aus. Als würde der Sahara der Sand ausgehen. Oder Grönland das Eis.

Vier Jahre lang starben Hunderttausende russische Soldaten an der Front. Das schien viele erstaunlich wenig zu bewegen. Nun fehlt der Sprit. Schlangen vor Tankstellen. Tränenreiche Kommentare vor Fernsehkameras. Hektische Sitzungen in Moskau.

Für viele Russen war das Sterben abstrakt. Der leere Tank ist konkret.

Im Westen wird jede schlechte Meldung aus Russland mit sichtbarer Genugtuung aufgenommen. Raffinerien brennen. Die Krim gerät unter Druck. Ukrainische Drohnen erreichen Moskau und St. Petersburg. Selbst Putins prestigeträchtiges Wirtschaftsforum wird gestört. Das russische Kernland wirkt plötzlich verwundbar.

Wir sollten uns nicht zu früh freuen. Genau jetzt wird es für Europa gefährlich. Der Westen hat jahrzehntelang gelernt, vor einem starken Russland Angst zu haben. Vielleicht muss er bald lernen, ein schwaches Russland zu fürchten. Denn Russland ist weit weniger stabil, als die Landkarte vermuten lässt.

Ein starkes Russland ist berechenbar. Ein zerfallendes ist es nicht.

Wir sprechen ständig von „den Russen“. Dabei gibt es Russland als ethnisch einheitlichen Nationalstaat eigentlich gar nicht. Russland ist ein Imperium. Tataren. Baschkiren. Jakuten. Burjaten. Kalmücken. Tschetschenen. Dutzende Völker. Dutzende Republiken. Zusammengehalten von Moskau. Mit Geld, solange genug davon da ist. Mit Gewalt, wenn das Geld nicht mehr reicht.

Russland nennt sich Föderation. Viele seiner Republiken würden ein anderes Wort wählen.

Imperien sterben selten an ihren Feinden. Meist sterben sie an ihren Fliehkräften. Zum dritten Mal könnte der Zusammenhalt Russlands gefährdet sein. Die Geschichte Russlands kennt keine geordneten Abstiege – 1917 verschwand das Zarenreich, 1991 die Sowjetunion. Beide Male begann es mit einer politischen Krise. Und endete mit einer neuen Landkarte.

Was passiert, wenn Moskau seine Peripherie bald nicht mehr beherrschen kann? Wenn die Armee in der Ukraine gebunden ist, die Öleinnahmen weiter schrumpfen, der Staatsfonds leer ist und sich Loyalität nicht mehr kaufen lässt? Dann wittern vielleicht manche Republiken ihre Chance – den Weg aus jahrhundertelanger Unterordnung: Moskau ist nicht mehr allmächtig. Und genau in diesem Moment beginnen Imperien zu zerfallen.

Wer glaubt, das sei eine gute Nachricht, denkt zu kurz. Ein russischer Bürgerkrieg. Millionen Flüchtlinge. Unterbrochene Öl- und Gaslieferungen. Unklare Kontrolle über Nuklearwaffen. Ein Machtvakuum mitten in Eurasien.

Das ist kein europäischer Traum. Das ist ein geopolitischer Albtraum. Wer das für einen Sieg hält, verwechselt das Ende eines Krieges mit dem Anfang des nächsten.

Und dann ist da noch China. Peking verfolgt diesen Krieg mit bemerkenswerter Gelassenheit. Nennt Russland seinen „grenzenlosen Freund“. Großmächte haben allerdings keine Freunde. Nur Interessen. Interessen kennen keine Sentimentalitäten. China braucht kein starkes Russland. Ein schwaches Russland käme Peking gelegen.

Vielleicht endet der Krieg nicht mit einem russischen Sieg. Und auch nicht mit einer russischen Niederlage. Sondern mit einem Russland, das niemand mehr kontrollieren kann. 

Europa hat gelernt, mit einem aggressiven Russland zu leben. Mit einem zerfallenden Russland hat niemand Erfahrung. 

Vielleicht endet dieser Krieg nicht mit einem Friedensvertrag. Sondern mit einer Landkarte, die niemand mehr wiedererkennt.

Man sollte vorsichtig sein mit Wünschen.

Schlimmer geht immer.

Tags: bürgerkriegEuropaRusslandThilo Hoffmann
TeilenTweetTeilen

Bleiben Sie am Laufenden und abonnieren sie Push Nachrichten für Ihren Browser.

Abmelden
>

Ähnliche Beiträge

Soravia eröffnet Fachmarktzentrum in Ostslowakei

Savills registriert hohe Nachfrage von Mietern und Investoren für Fachmarktzentren

von Charles Steiner
2. November 2026

Europäische Fachmarktzentren verzeichnen laut Savills eine hohe Flächennachfrage bei teils knappem Angebot. Gleichzeitig steigt das Interesse internationaler Investoren: In den...

D-Darks-Analyse: Sentiment-Index steigt, bleibt aber unter Erwartungen

D-Darks-Analyse: Sentiment-Index steigt, bleibt aber unter Erwartungen

von Charles Steiner
28. Oktober 2026

Der D-Darks Sentiment Index für den österreichischen Gewerbeimmobilienmarkt steigt im September auf 63,5 Punkte. Gegenüber August ist das ein Plus...

EPH erhält Baugenehmigung für Hotelprojekt am Tegernsee

EPH erhält Baugenehmigung für Hotelprojekt am Tegernsee

von Onlineredaktion immobilien investment
27. Oktober 2026

Für ein geplantes Boutiquehotel auf einem rund 4.500 Quadratmeter großen Grundstück am Tegernsee liegt die Baugenehmigung vor. Die EPH Group...

1 Mogilska 43 Polen - Foto:© Warimpex

Warimpex meldet Refinanzierung für polnische Büroobjekte

von Charles Steiner
27. Oktober 2026

Die Immobiliengesellschaft hat vier Büroimmobilien in Łódź und Krakau mit einem Volumen von rund 100 Millionen Euro refinanziert. Die Finanzierung...

Der Frieden als Köder

Der Frieden als Köder

von Thilo Hoffmann
23. Oktober 2026

Gastkommentar von Dr. Thilo Hoffmann: Russland kommt militärisch kaum voran und steht wirtschaftlich unter Druck. Doch Putin schafft es zurück...

Hotelmarkt: Liquidität bleibt hoch, Investoren agieren selektiver

mrp Hotels: Operativer Cashflow entscheidet über Finanzierung

von Charles Steiner
22. Oktober 2026

Die vierte Ausgabe des Expert Papers „Booking the Future“ von mrp hotels analysiert Finanzierung, Investment, Betreiberstrategien und Digitalisierung im Hotelmarkt....

Neueste Beiträge

  • Immobilienwirtschaft sieht Arbeitsplätze in Gefahr und wettert gegen Systemrisikopuffer
  • Savills registriert hohe Nachfrage von Mietern und Investoren für Fachmarktzentren
  • Steiermark will beim Bauen auf’s Gas steigen
  • ÖVI: „KI nur Tool, aber kein Ersatz in der Bewertung“
  • Baubewilligungen auf neuem Tiefstand – aber Förderungen steigen
WERBUNG
WERBUNG
WERBUNG

immobilien investment

Das Immobilien- & Anlagemagazin von DMV – della lucia medien & verlags GmbH.

Jetzt abonnieren!

NEWSLETTER

Folgen Sie uns!

Suche

Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Impressum
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Abonnement
  • AGB
  • Datenschutz

© 2021 - 2022 DMV – della lucia medien & verlags GmbH

Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Home
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design

© 2021 - 2022 DMV – della lucia medien & verlags GmbH

X
Zum Ändern Ihrer Datenschutzeinstellung, z.B. Erteilung oder Widerruf von Einwilligungen, klicken Sie hier: Einstellungen