CBRE: Internationale Investoren wieder mehr in Österreich aktiv – Retail und Hotels führen den Investmentmarkt an.
Der österreichische Immobilieninvestmentmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 ein Transaktionsvolumen von rund einer Milliarde Euro erreicht. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Immobiliendienstleisters CBRE hervor. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht dies einem Rückgang von 31 Prozent. CBRE führt das darauf zurück, dass offene Immobilienfonds ihre Verkäufe deutlich gebremst hatten, während auf der anderen Seite wieder vermehrt internationale Investoren am Wiener Parkett aktiv waren.
Vor allem das zweite Quartal war mit einem Volumen von rund 300 Millionen Euro deutlich unter den Erwartungen. Laut CBRE fiel das Investmentvolumen insbesondere deshalb niedriger aus, weil die umfangreichen Verkäufe aus offenen Immobilienfonds, die das Marktgeschehen im Vorjahr stark geprägt hatten, bislang ausblieben.
„Im vergangenen Jahr haben Verkäufe aus offenen Immobilienfonds das Marktvolumen dominiert. Diese Entwicklung ist dieses Jahr noch nicht zu erkennen, wenngleich marktfähiges Produkt dieser Fonds auf dem Markt ist. Wir sehen aber länger dauernde Transaktionszeiträume und erwarten signifikante Abschlüsse in der zweiten Jahreshälfte“, sagte Manuel Bugl, Head of Investment bei CBRE Österreich.
Besonders deutlich fiel der Rückgang im Wohnsegment aus. Das Investmentvolumen lag dort laut CBRE rund 80 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Als Grund nennt das Unternehmen unterschiedliche Preis- und Renditevorstellungen von Verkäufern und Investoren, obwohl die Nachfrage nach Wohnimmobilien weiterhin hoch sei.
Während im Vorjahr vor allem heimisches Kapital den Markt dominierte, entfielen im ersten Halbjahr 2026 bereits 53 Prozent des Investmentvolumens auf internationale Investoren. Im Vergleichszeitraum 2025 lag dieser Anteil noch bei 35 Prozent. Vor allem größere Transaktionen wurden von ausländischen Investoren abgeschlossen. „Wir beobachten seit Jahresbeginn eine spürbar steigende Aktivität internationaler Investoren. Österreich rückt wieder stärker in den Fokus institutioneller Anleger, dies ist ein gutes Zeichen für unseren Standort“, sagte Bugl.
Nach Assetklassen lagen Retailimmobilien im ersten Halbjahr mit einem Marktanteil von 27 Prozent an der Spitze, gefolgt von Hotels mit 26 Prozent. Wohnimmobilien erreichten trotz des deutlichen Rückgangs einen Anteil von 15 Prozent. Im zweiten Quartal entfielen 32 Prozent des Investmentvolumens auf den Einzelhandel, insbesondere aufgrund mehrerer Transaktionen in Wiener Highstreet-Lagen wie der Mariahilfer Straße und Kärntner Straße. Hotels kamen auf einen Anteil von 31 Prozent, Logistik- und Industrieimmobilien auf 14 Prozent.
Zu den größten Abschlüssen des zweiten Quartals zählten laut CBRE der Verkauf der Arkade Meidling sowie des Leonardo Smart Vienna Airport Hotels an einen israelischen Investor. Darüber hinaus befinden sich mehrere großvolumige Transaktionen im Markt, darunter das Goldene Quartier und das Hotel Park Hyatt in der Wiener Innenstadt.
Die geopolitischen Entwicklungen und das veränderte Zinsumfeld hätten im zweiten Quartal zu einer vorsichtigeren Haltung vieler Investoren geführt. Gleichzeitig bewertet CBRE die Fundamentaldaten des österreichischen Immobilienmarktes weiterhin als stabil. „Kurzfristig haben geopolitische Unsicherheiten einige Investitionsentscheidungen verzögert. Wir sehen aber eine gut gefüllte Pipeline größerer Transaktionen. Die Kombination aus steigender internationaler Nachfrage und einer zunehmenden Marktaktivität stimmt uns für die zweite Jahreshälfte optimistisch“, sagte Bugl.
Bei den Spitzenrenditen verzeichnete CBRE im zweiten Quartal leichte Anstiege. Highstreet-Einzelhandelsimmobilien erreichten 4,75 Prozent, Wohnimmobilien 4,10 Prozent und Logistikimmobilien 5,15 Prozent. Stabil blieben die Spitzenrenditen für Büroimmobilien bei 4,75 Prozent sowie für Hotels bei 5,40 Prozent.






