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Grünflächen im Nordwestbahnhof sollen Grätzel abkühlen

von Onlineredaktion immobilien investment
13. Juli 2026
in Gewerbe, Nachhaltigkeit, News, Office, Österreich, Wohnen, Wohnprojekte
Laut einer AIT-Studie soll die grüne Mitte im Stadtquartier Nordwestbahnhof das umliegende Grätzel abkühlen. Bild: ÖBB Redl

Laut einer AIT-Studie soll die grüne Mitte im Stadtquartier Nordwestbahnhof das umliegende Grätzel abkühlen. Bild: ÖBB Redl

AIT-Studie im Auftrag von ÖBB sieht durch Begrünung und Entsiegelung weniger Tropennächte und niedrigere Temperaturen im neuen Stadtquartier.

Die Entwicklung des Nordwestbahnhofs im 20. Wiener Gemeindebezirk soll das Mikroklima im umliegenden Grätzel verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Austrian Institute of Technology (AIT), die im Auftrag der ÖBB erstellt wurde. Demnach können Begrünung, Entsiegelung und neue Freiräume die nächtlichen Temperaturen senken, die Zahl der Tropennächte reduzieren und die Hitzebelastung im Quartier verringern.

Kernstück des Stadtentwicklungsgebiets ist die rund zehn Hektar große „Grüne Mitte“. Gemeinsam mit mehr als 2.200 neu gepflanzten Bäumen, entsiegelten Flächen und öffentlichen Freiräumen soll sie das Mikroklima im Areal verbessern. Wo sich derzeit überwiegend versiegelte Flächen befinden, entstehen künftig Grünräume, Aufenthaltsbereiche und beschattete Plätze.

Laut der Studie sinken die Nachttemperaturen im Projektgebiet künftig durchschnittlich um rund ein Grad Celsius, lokal sogar um bis zu 2,5 Grad Celsius. Davon sollen auch angrenzende Straßenzüge profitieren. Nach Angaben der Studienautoren kann bereits eine nächtliche Abkühlung um ein Grad Celsius die Dauer von Hitzewellen im Gebiet durchschnittlich um einen Tag verkürzen und – abhängig von den jeweiligen Umgebungsbedingungen – rund drei Tropennächte pro Jahr vermeiden. Gleichzeitig reduziere sich der Energiebedarf für die Kühlung von Gebäuden.

Auch beim thermischen Komfort erwartet die Studie deutliche Verbesserungen. Im Vergleich zu den heute großteils versiegelten und unbeschatteten Flächen soll die gefühlte Temperatur tagsüber großflächig um rund zehn Grad Celsius sinken, lokal sogar um mehr als 20 Grad Celsius. Als wesentliche Faktoren nennt die Untersuchung die Beschattung durch Bäume und Gebäude sowie die geplanten Grünflächen.

„Großzügige Grün- und Freiräume sind seit vielen Jahren ein zentrales Element unserer Stadtentwicklungsprojekte. Etwa mit der Freien Mitte im Nordbahnviertel, dem Helmut-Zilk-Park im Sonnwendviertel, dem Walther-Kuhn-Park am Neuen Landgut und künftig der Grünen Mitte am Nordwestbahnhof schaffen wir qualitätsvolle Freiräume für die Menschen in der Stadt“, sagte Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG. „Besonders erfreulich ist, dass die aktuelle AIT-Studie nun wissenschaftlich bestätigt, dass diese Maßnahmen nicht nur die Aufenthaltsqualität erhöhen, sondern auch einen messbaren Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas leisten können.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Planung liegt auf der Durchlüftung des Quartiers. Offene Verbindungen zwischen den Gebäuden sollen den Luftaustausch fördern und die sommerliche Hitzebelastung zusätzlich reduzieren. Besonders wichtig seien laut Studie Durchlüftungsachsen in Nordwest-Südost-Richtung.

Gleichzeitig komme die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass die Bebauung den nächtlichen Kaltluftstrom aus dem Wienerwald- und Donauraum nicht beeinträchtige. Durch die geplanten Begrünungsmaßnahmen sei vielmehr eine Verbesserung des Kaltlufthaushalts zu erwarten. Negative mikroklimatische Auswirkungen auf das Projektgebiet oder angrenzende Stadtteile werden laut Studie nicht erwartet.

Mit dem Nordwestbahnhof entsteht eines der größten innerstädtischen Stadtentwicklungsgebiete Wiens. Geplant sind Wohnungen für rund 16.000 Menschen sowie etwa 4.700 Arbeitsplätze. Rund 60 Prozent der Wohnungen sollen im geförderten Wohnbau errichtet werden. Darüber hinaus sind drei Schulstandorte, darunter ein Bildungscampus für bis zu 1.600 Kinder und Jugendliche, vorgesehen. Zwei historische Backsteinbauten des ehemaligen Bahnhofs bleiben erhalten und werden in das neue Quartier integriert.

Tags: AIT AustriaNordwestbahnhofÖBB ImmobilienWien
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