• Autoren
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
immobilien investment
AI Competence
NEWSLETTER
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design
immobilien investment
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
immobilien investment
WERBUNG
Home Trends & Design Digitalisierung

Mehr Airbus. Weniger AI Act.

von Thilo Hoffmann
11. September 2026
in Digitalisierung, Europa
KI-generiertes Bild

KI-generiertes Bild

Gastkommentar von Dr. Thilo Hoffmann: Was haben Lidl, Mistral, SAP und Franz Josef Strauß miteinander zu tun? Mehr, als man zunächst denken würde.

Europa hat ein erstaunliches Talent: Wir besitzen Weltklasseunternehmen – und kaufen die Zukunft trotzdem in Amerika. Bei künstlicher Intelligenz droht sich das zu wiederholen. Nvidia liefert die Chips, Microsoft, Amazon und Google die Cloud, OpenAI, Anthropic und Google die Modelle. Europa liefert den AI Act.

„I want the future of AI to be made in Europe”, sagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Ein schönes Ziel. Made in Europe wäre gut. Money made in Europe wäre besser.

Die Schwarz-Gruppe investiert gerade 5,6 Milliarden Euro in ein riesiges Rechenzentrum in Mecklenburg-Vorpommern. Dort sollen die eigene Cloud STACKIT und künstliche Intelligenz wachsen. Prompt kommt Kritik: Was soll daran europäisch souverän sein, wenn dort amerikanische Nvidia-Chips rechnen? Und verdient das große Geld nicht ohnehin, wer Chips, Cloud und KI-Software verkauft – statt Hallen zu bauen und Stromrechnungen zu bezahlen?

Die Kritik trifft – und führt doch in die falsche Richtung. Ein Rechenzentrum allein macht noch keine europäische KI. Aber irgendwo muss sie schließlich rechnen. Die richtige Frage lautet: Was bauen wir darauf?

Die Ausgangslage ist besser als ihr Ruf. ASML, Zeiss und Trumpf liefern Schlüsseltechnologien für modernste Chips. Nokia und Ericsson bauen Netze. STACKIT, OVHcloud und Scaleway Cloud-Infrastruktur. SAP sitzt in den Maschinenräumen der Weltwirtschaft. Siemens, Bosch und Airbus verfügen über industrielles Wissen und Daten. Und mit Mistral hat Frankreich einen ernstzunehmenden KI-Anbieter geschaffen.

Europa hat die Teile. Amerika hat das System.

Dort kauft Microsoft bei Nvidia und finanziert OpenAI. OpenAI läuft auf Microsoft. Unternehmen kaufen Azure. Entwickler programmieren für Nvidia. Jeder verdient am Erfolg des anderen. Europas Weltklasseunternehmen kaufen dagegen amerikanische Technologie – und beklagen anschließend gemeinsam Europas technologische Abhängigkeit. Europa überweist erst das Geld nach Amerika und anschließend die Beschwerde nach Brüssel.

Vielleicht fehlt Europa also gar kein OpenAI. Vielleicht fehlt uns ein Airbus. Nicht als neuen Brüsseler Staatskonzern. Und bitte nicht mit 27 nationalen Quoten, 14 Arbeitsgruppen und einem Abschlussbericht über digitale Resilienz. Sondern pragmatisch. Mistral entwickelt Modelle. STACKIT, OVHcloud und Scaleway liefern Cloud und Compute. SAP bringt Unternehmenssoftware ein. Siemens, Bosch und Airbus industrielle Anwendungen. Europas Großunternehmen bringen Kapital, Daten und vor allem eines: Kunden.

Mistral darf französisch bleiben, SAP deutsch, ASML niederländisch und Ericsson schwedisch. Frankreich müsste sich lediglich mit dem revolutionären Gedanken anfreunden, dass ein europäischer Champion nicht zwingend ein französischer sein muss. Aber Airbus war schließlich auch keine Einkaufsgemeinschaft. Europa baute gemeinsam ein Produkt, das es mit Boeing aufnehmen konnte. Warum nicht noch einmal?

Auch bei der Technologie hilft Pragmatismus. Wenn Nvidia die besten Chips baut, kaufen wir Nvidia. Wenn ein amerikanisches KI-Modell überlegen ist, benutzen wir es. Europa muss nicht jede Schraube selbst herstellen. Aber bei keiner kritischen Technologie sollten wir darauf angewiesen sein, dass uns jemand anderes die Schraube auch morgen noch verkauft.

Souveränität ist nicht Autarkie. Souveränität ist Wahlfreiheit.

Das Schwarz-Rechenzentrum ist deshalb nicht die europäische Lösung. Mistral auch nicht. SAP nicht und ASML ebenso wenig. Aber alle zusammen vielleicht. 

Franz Josef Strauß, einer der politischen Väter von Airbus, formulierte das 1972 weniger diplomatisch: „Wenn wir jetzt nichts machen, hat Europa nichts mehr zu melden.“

Mehr als fünfzig Jahre später geht es nicht mehr um Flugzeuge, sondern um künstliche Intelligenz.

Sonst hat sich erstaunlich wenig geändert.

Tags: AirbusEuropaFranz-Josef StraußKIThilo Hoffmann
TeilenTweetTeilen

Bleiben Sie am Laufenden und abonnieren sie Push Nachrichten für Ihren Browser.

Abmelden
>

Ähnliche Beiträge

Abu Dhabi bei Expo Real auf Investorensuche

Abu Dhabi bei Expo Real auf Investorensuche

von Charles Steiner
8. Oktober 2026

Das Emirat präsentiert auf der Expo Real in München ein Infrastrukturprogramm von mehr als 56 Milliarden US-Dollar. Gesucht werden internationale...

DREA-Award: Das sind die Gewinner

DREA-Award: Das sind die Gewinner

von Onlineredaktion immobilien investment
7. Oktober 2026

Die Digital Real Estate Association hat auf der Expo Real in München die DREA Awards 2026 vergeben. Ausgezeichnet wurden Lösungen...

Expo Real 2026: Es braut sich etwas zusammen

Expo Real 2026: Es braut sich etwas zusammen

von Charles Steiner
5. Oktober 2026

Der Finanzierungsdruck am Immobilienmarkt verlagert sich zunehmend von Projektentwicklern auf Bestandshalter. Refinanzierungen, Mittelabflüsse bei offenen Fonds und steigende Renditeanforderungen könnten...

Wer will sich das noch antun?

Wer will sich das noch antun?

von Thilo Hoffmann
5. Oktober 2026

Gastkommentar von Dr. Thilo Hoffmann: Vielleicht hat die Demokratie kein Politikerproblem. Sondern ein Bewerberproblem. Noch vor wenigen Tagen wurde über Andreas...

Supernova baut Italien-Portfolio weiter aus

Supernova baut Italien-Portfolio weiter aus

von Onlineredaktion immobilien investment
22. September 2026

Die Supernova Group übernimmt das Einkaufszentrum Le Vele in Desenzano del Garda. Seit dem Markteintritt in Italien im Juli 2025...

„Isch over?“

„Isch over?“

von Thilo Hoffmann
21. September 2026

Gastkommentar von Dr. Thilo Hoffmann: Staatsschulden für hundert Jahre bei der Notenbank parken? Heute verboten. Morgen vielleicht der bequemste unter...

Neueste Beiträge

  • Das Ende des Polenwitzes
  • Abu Dhabi bei Expo Real auf Investorensuche
  • Mike Elsner dockt bei Uniqa Real Estate an
  • Uniqa Real Estate mobilisiert für neuen Büro-Fonds
  • ÖBB funktioniert historische Inventarhalle zu Büros um
WERBUNG
WERBUNG
WERBUNG

immobilien investment

Das Immobilien- & Anlagemagazin von DMV – della lucia medien & verlags GmbH.

Jetzt abonnieren!

NEWSLETTER

Folgen Sie uns!

Suche

Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Impressum
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Abonnement
  • AGB
  • Datenschutz

© 2021 - 2022 DMV – della lucia medien & verlags GmbH

Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Home
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design

© 2021 - 2022 DMV – della lucia medien & verlags GmbH

X
Zum Ändern Ihrer Datenschutzeinstellung, z.B. Erteilung oder Widerruf von Einwilligungen, klicken Sie hier: Einstellungen