Beim zweiten ÖGNI Symposium im Wiener Ronacher diskutierten rund 600 Vertreter der Bau- und Immobilienwirtschaft über Nachhaltigkeit, Digitalisierung, KI und lebenslanges Lernen. Ex-UN-Generalsekretär Ban Ki-moon appellierte an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Nachhaltigkeitsziele in konkrete Maßnahmen zu übersetzen.
Rund 600 Entscheidungsträger aus der Bau- und Immobilienwirtschaft kamen am 22. Oktober zum zweiten ÖGNI Symposium ins Wiener Ronacher. Unter dem Titel „Sustainability: Turning Intentions into Impact!“ standen konkrete Ansätze für nachhaltige Entwicklung, Digitalisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Mittelpunkt.
ÖGNI-Geschäftsführer Peter Engert verwies zum Auftakt auf die Notwendigkeit, Nachhaltigkeit nicht isoliert zu betrachten. „Nachhaltigkeit entscheidet sich nicht mit einem Thema. Sie zeigt sich dann, wenn Gebäude langfristig funktionieren: ökologisch, wirtschaftlich und sozial“, sagte Engert. Klimaschutz, Resilienz, Sanierung, Digitalisierung, Finanzierung und Betrieb müssten gemeinsam gedacht werden.
Höhepunkt des Abends war ein Kamingespräch mit dem früheren UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Er erinnerte dabei an die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit und verwies auf das Pariser Klimaabkommen sowie die Agenda 2030.
„Dass Sie mich heute eingeladen haben, zeigt mir, dass Sie diese Anliegen teilen. Ich hoffe, dass dieser Abend eine Gelegenheit bietet, ernsthaft darüber nachzudenken, wie wir alle zu Frieden, Sicherheit und nachhaltiger Entwicklung beitragen können“, sagte Ban Ki-moon. Er betonte, dass Verantwortung nicht allein bei Politik und Wirtschaft liege, sondern auch bei Einzelpersonen und Unternehmen.
Bereits im Vorfeld hatten Experten aus der DACH-Region in drei Arbeitsgruppen Lösungsansätze erarbeitet. Eine Gruppe beschäftigte sich mit KI und Robotik aus gesellschaftspolitischer Sicht. Sie fordert unter anderem eine Entlastung menschlicher Arbeit von Lohnabgaben, gezielte Förderung für das Zusammenspiel von Menschen und Technologie sowie klare Regeln für Aufgabenverteilung und Weiterbildung.
Eine zweite Arbeitsgruppe befasste sich mit durchgängigen Datenflüssen und einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen Projektbeteiligten. Dabei wurde insbesondere auf das sogenannte Mehrwertdilemma hingewiesen: Kosten für Digitalisierung entstehen früh, während wirtschaftliche Vorteile oft erst später sichtbar werden. Die dritte Gruppe stellte lebenslanges Lernen in den Mittelpunkt. Nach ihrer Einschätzung braucht es eine stärkere Lernkultur in Unternehmen und Formate, die Wissen unmittelbar in die Praxis übertragen.
Klimajournalistin Louisa Schneider brachte mit ihrem Beitrag eine gesellschaftliche Perspektive ein. „Uns fehlen die Utopien“, sagte Schneider. Es brauche konkrete und positive Bilder einer lebenswerten Zukunft, um Veränderungen anzustoßen und gemeinsames Handeln zu fördern.
Ergänzt wurde das Symposium durch einen Start-up Corner mit zwölf Unternehmen aus den Bereichen Gebäude und Industrie. Gezeigt wurden unter anderem Lösungen für Drohnen-Gebäudeerfassung, CO₂-speichernde Baustoffe und die Entsiegelung von Parkflächen.






