Eine Arbeitsgruppe des ÖGNI-Nachhaltigkeitssymposiums schlägt vor, arbeitgeberseitige Lohnabgaben abzuschaffen und die Entlastung über höhere Gewinnsteuern zu finanzieren. Hintergrund sind die wachsende Automatisierung und der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Robotik.
Die Arbeitsgruppe „KI und Robotik“ des ÖGNI-Nachhaltigkeitssymposiums fordert eine grundlegende Neuordnung der Abgaben auf Arbeit und Unternehmensgewinne. Arbeitgeberseitige Lohnnebenkosten sollen demnach abgeschafft und durch höhere Gewinnsteuern gegenfinanziert werden.
Begründet wird der Vorschlag mit den veränderten Wettbewerbsbedingungen zwischen menschlicher Arbeit und automatisierter Wertschöpfung. Während Beschäftigung durch lohnbezogene Abgaben verteuert werde, fielen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Robotik keine vergleichbaren Belastungen an. Nach Ansicht der Arbeitsgruppe könne dies die Substitution menschlicher Arbeit zusätzlich begünstigen.
Gleichzeitig verweist die Gruppe auf mögliche Folgen für die Finanzierung des Gemeinwesens. Wenn ein wachsender Teil der Wertschöpfung mit weniger Beschäftigten erbracht werde, würden lohnbezogene Einnahmen an Bedeutung verlieren. Die Arbeitsgruppe schlägt daher vor, menschliche Arbeit stärker zu entlasten und Unternehmensgewinne aus automatisierter Produktivität stärker zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben heranzuziehen.
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden am 22. Oktober 2026 beim ÖGNI-Symposium „Sustainability: Turning Intentions into Impact!“ im Wiener Ronacher vorgestellt. Neben „KI und Robotik aus gesellschaftspolitischer Sicht“ beschäftigen sich zwei weitere Arbeitsgruppen mit zielgerichteter Digitalisierung durch transparente Datenflüsse sowie mit lebenslangem Lernen als Faktor der Transformation.
Teil des Programms ist auch der frühere UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Im Mittelpunkt seines Auftritts sollen Klimaschutz, wirtschaftliche Verantwortung und internationale Zusammenarbeit stehen. Ebenfalls vorgesehen ist ein Impulsvortrag der Klimajournalistin Louisa Schneider. Der steuerpolitische Vorschlag der KI- und Robotik-Arbeitsgruppe dürfte auch innerhalb der Immobilien- und Bauwirtschaft für Diskussionen sorgen. Ob und in welcher Form daraus konkrete politische Forderungen abgeleitet werden, ist derzeit offen.






