• Autoren
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
immobilien investment
AI Competence
NEWSLETTER
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design
immobilien investment
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
immobilien investment
WERBUNG
Home International Europa

Wem gehört das Geld?

von Thilo Hoffmann
27. Mai 2026
in Europa, International, News, Recht & Steuern

Gastkommentar von Dr. Thilo Hoffmann: Der Schweizer Kanton Zug diskutiert darüber, überschüssiges Steuergeld an Bürger zurückzugeben. In vielen europäischen Staaten wirkt bereits die Idee wie ein Angriff auf die Staatsordnung.

Der moderne Staat kennt normalerweise nur eine Richtung: Wachstum. Zusätzliche Einnahmen erzeugen neue Ausgaben, neue Zuständigkeiten, Behörden und Regulierungen. Bürokratien entwickeln dabei einen erstaunlich menschlichen Reflex: Geld, das einmal beim Staat landet, betrachtet der Staat irgendwann als sein eigenes.

Umso erstaunlicher wirkt derzeit eine Debatte in der Schweiz. Der Kanton Zug prüft, überschüssige Steuereinnahmen automatisch an die Bürger zurückzugeben. Nicht als Wahlzuckerl. Nicht als populistische Einmalaktion. Sondern als strukturelles Prinzip.

Im europäischen Kontext wirkt dieser Gedanke beinahe revolutionär. In vielen Staaten gilt zusätzliches Steueraufkommen längst nicht mehr als Geld der Bürger, sondern als moralisch verfügbares Kapital für neue politische Projekte. Überschüsse lösen im Staatsapparat selten Sparwillen aus. Die Vorstellung, der Staat könnte schlicht zu viel Geld eingenommen haben, wirkt heute beinahe absurd. 

In der Schweiz sorgt genau das inzwischen für Debatten. Die Kantone prognostizieren seit Jahren regelmässig Defizite und landen am Ende trotzdem bei milliardenschweren Überschüssen.

Genau deshalb ist Zug so interessant. Hinter der Idee steht eine Staatsphilosophie, die in Europa fast exotisch geworden ist: Der Staat verwaltet nicht sein eigenes Geld. Sondern das Geld der Bürger. 

Irgendwann begann sich das Verhältnis zwischen Bürger und Staat stillschweigend umzukehren: Nicht mehr der Staat dient dem Bürger – der Bürger dient dem Staat. 

Das berühmte „Dezemberfieber“ vieler Behörden zeigt diese Logik besonders schön. Rechnungshöfe kritisieren seit Jahren, dass Budgets gegen Jahresende hektisch ausgegeben werden, weil man im nächsten Jahr sonst weniger bekommen könnte. Geld, das nicht verbraucht wird, gilt im Staatsapparat vielerorts nicht als Erfolg, sondern als Risiko. 

Der Staat fürchtet Sparsamkeit inzwischen fast mehr als Verschwendung.

Natürlich existieren auch in der Schweiz Bürokratien, Interessengruppen und politische Ausgabenfantasien. Doch die politische Kultur funktioniert vielerorts noch anders als in den meisten EU-Staaten. Der Schweizer Bürger betrachtet staatliches Geld oft noch tatsächlich als sein eigenes Geld. Der Staat muss sich rechtfertigen. Direkte Demokratie, Föderalismus und Steuerwettbewerb erzeugen einen permanenten Druck zur Zurückhaltung. 

Die Politiker in Zug wissen: Der Steuerzahler kann Nein sagen. Das verändert alles.

Skandinavische Staaten zeigen übrigens, dass selbst hohe Steuern nicht automatisch zu staatlicher Entfremdung führen müssen. Bürger akzeptieren hohe Abgaben oft erstaunlich bereitwillig – solange der Staat effizient bleibt, Grenzen kennt und nicht ständig versucht, Gesellschaft moralisch umzuerziehen. 

Genau daran scheint es in vielen Teilen Europas zunehmend zu fehlen. Von ESG-Vorgaben über EU-Taxonomie bis zum Lieferkettengesetz wächst vielerorts der Anspruch des Staates, wirtschaftliches und gesellschaftliches Verhalten nicht nur zu regulieren, sondern moralisch zu steuern. Politiker und Bürokratien treten auf, als wüssten sie besser, wie Geld verteilt, Verhalten gesteuert und gesellschaftlicher Fortschritt organisiert werden sollte. Der Bürger erscheint dabei oft nur noch als Finanzierungsquelle einer moralisch aufgeladenen Staatsidee.

Hier liegt ein europäisches Grundprobleme – Staaten, die kaum noch Grenzen kennen, verlieren oft irgendwann das Gefühl für Maß. Wer über fremdes Geld verfügt, findet fast immer moralisch hervorragende Gründe, noch mehr davon auszugeben.

Die Schweiz erinnert gerade an eine erstaunlich einfache Idee – der Staat gehört den Bürgern. Nicht umgekehrt. In vielen Hauptstädten Europas klingt das beinahe wie eine Provokation.

Tags: FinanzierungSchweizSteuernThilo Hoffmann
TeilenTweetTeilen

Bleiben Sie am Laufenden und abonnieren sie Push Nachrichten für Ihren Browser.

Abmelden
>

Ähnliche Beiträge

Rustler meldet Immo-Transaktionen in Höhe von 60 Millionen Euro

Klamme Stadtkassen: Altstadterhaltungsfonds setzt aus

von Charles Steiner
16. Juli 2026

Stadt Wien stoppt freiwillige Förderung vorübergehend nach mehr als 50 Jahren. Der Grund: die schwierige finanzielle Situation der Stadt. Die...

Seitwärtsbewegung bei Baulandgrundstücken im Salzburger Umland

Seitwärtsbewegung bei Baulandgrundstücken im Salzburger Umland

von Onlineredaktion immobilien investment
14. Juli 2026

Analyse von Hölzl & Hubner Immobilien: Mehr Grundstücksverkäufe bei stabilen Durchschnittspreisen – Toplagen legen weiter zu. Der Markt für Baulandgrundstücke...

Grünflächen im Nordwestbahnhof sollen Grätzel abkühlen

Grünflächen im Nordwestbahnhof sollen Grätzel abkühlen

von Onlineredaktion immobilien investment
13. Juli 2026

AIT-Studie im Auftrag von ÖBB sieht durch Begrünung und Entsiegelung weniger Tropennächte und niedrigere Temperaturen im neuen Stadtquartier. Die Entwicklung...

Boehringer Ingelheim erweitert Wiener Headquarter für 100 Millionen Euro

Boehringer Ingelheim erweitert Wiener Headquarter für 100 Millionen Euro

von Onlineredaktion immobilien investment
13. Juli 2026

Neuer Bürocampus in Wien-Meidling soll 2027 fertiggestellt werden und Platz für bis zu 990 Mitarbeitende bieten. Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim...

Love is in the Air

Love is in the Air

von Thilo Hoffmann
12. Juli 2026

Gastkommentar von Dr. Thilo Hoffmann: Beim NATO-Gipfel in Ankara wurde Einigkeit inszeniert. Tatsächlich kauft Europa vor allem Zeit – für...

Hitzeschutz-Standards für Neubau- und Sanierung gefordert

Hitzeschutz-Standards für Neubau- und Sanierung gefordert

von Onlineredaktion immobilien investment
9. Juli 2026

HELLA sieht außenliegenden Sonnenschutz als zentrale Maßnahme gegen sommerliche Überhitzung und fordert verbindliche Vorgaben sowie Förderungen. Angesichts zunehmender Hitzewellen fordert...

Neueste Beiträge

  • Klamme Stadtkassen: Altstadterhaltungsfonds setzt aus
  • Investmentvolumen im ersten Halbjahr um knapp ein Drittel gesunken
  • JP Hospitality kauft Lindner Hotel am Belvedere
  • Seitwärtsbewegung bei Baulandgrundstücken im Salzburger Umland
  • Studie sieht höhere Wohnkosten durch Bestellerprinzip
WERBUNG
WERBUNG
WERBUNG

immobilien investment

Das Immobilien- & Anlagemagazin von DMV – della lucia medien & verlags GmbH.

Jetzt abonnieren!

NEWSLETTER

Folgen Sie uns!

Suche

Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Impressum
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Abonnement
  • AGB
  • Datenschutz

© 2021 - 2022 DMV – della lucia medien & verlags GmbH

Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Home
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design

© 2021 - 2022 DMV – della lucia medien & verlags GmbH

X
Zum Ändern Ihrer Datenschutzeinstellung, z.B. Erteilung oder Widerruf von Einwilligungen, klicken Sie hier: Einstellungen