• Autoren
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
immobilien investment
AI Competence
NEWSLETTER
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design
immobilien investment
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
immobilien investment
WERBUNG
Home International Europa

Wer rettet das Geld?

von Thilo Hoffmann
24. August 2026
in Europa, International

Gastkommentar von Dr. Thilo Hoffmann: Die Staaten haben sich an billiges Geld gewöhnt. Jetzt steigen die Zinsen. Und aus der nächsten Schuldenkrise könnte eine Krise des Geldes werden.

Es waren herrliche Zeiten. Staaten machten Schulden, Zentralbanken kauften die Anleihen und Zinsen gab es praktisch nicht. Also nahm man reichlich davon. An Gratisgeld gewöhnten sich die Finanzminister erstaunlich schnell.

Leider sind die Schulden geblieben. Und der Nullzins ist weg. Deutschland zahlt für zehn Jahre inzwischen wieder mehr als drei Prozent. Frankreich kämpft mit steigenden Finanzierungskosten. Amerika muss für 30 Jahre mehr als fünf Prozent bieten.

Amerika hat inzwischen rund 40 Billionen Dollar Staatsschulden. Für Zinsen gibt Washington inzwischen mehr aus als für sein Militär. Frankreich mehr als 3,5 Billionen Euro. Italien trägt seinen Schuldenberg ohnehin seit Jahrzehnten mit mediterraner Gelassenheit. Bei einem Immobilienentwickler würde irgendwann die Bank anrufen. Staaten haben es besser. Wenn sie alte Schulden zurückzahlen müssen, nehmen sie einfach neue auf.

Das funktioniert prächtig, solange jemand die Anleihen kauft. Bill Clintons Berater James Carville sagte einmal, früher habe er als Präsident, Papst oder Baseballstar wiedergeboren werden wollen; nun wolle er als Anleihemarkt wiederkommen: „You can intimidate everybody.“ Selbst Regierungen.

Und wenn die Märkte nervös werden, gibt es noch die Zentralbank. Auch das haben wir ausprobiert. Das Eurosystem kaufte über Jahre Staatsanleihen in Billionenhöhe. Die Zinsen blieben niedrig und hochverschuldete Staaten finanzierbar. Das Perpetuum mobile schien erfunden: Schulden blieben Schulden. Nur kosteten sie fast nichts.

Dann kam die Inflation. Und plötzlich hatte das Perpetuum mobile einen Konstruktionsfehler. Die Zentralbank muss die Zinsen hochhalten, um steigende Preise zu bekämpfen. Doch genau diese Zinsen bringen hochverschuldete Staaten unter Druck. Plötzlich muss der Finanzminister wieder rechnen. Am Horizont blinkt bereits das sperrige Wort Schuldentragfähigkeit.

Frankreich zeigt das Dilemma. Hohe Schulden, hohe Defizite und ein politisches System, in dem bereits eine Rentenreform zuverlässig den nationalen Vorrat an gelben Warnwesten mobilisiert. Die Mathematik verlangt Sparen. Leider gibt es da ein hartnäckiges Problem: Wahlen.

Also steigt irgendwann der Druck auf die Zentralbank. Sie kann Anleihen kaufen. Renditen drücken. Geld schaffen. Zeit kaufen. Nur hat auch das seinen Preis: Aus dem Schuldenproblem kann ein Geldproblem werden. Was dem Finanzminister hilft, kann der Währung schaden. Denn Vertrauen kann man nicht drucken.

Amerika hat es da komfortabler. Seine Schulden lauten praktischerweise auf die mächtigste Währung der Welt. Und die wird nicht nur in Amerika gebraucht. Schon Nixons Finanzminister John Connally brachte das amerikanische Privileg 1971 auf den Punkt: „The dollar is our currency, but your problem.“ Amerika schuldet Dollar. Und die kann die Fed schaffen. Das schützt vor einem klassischen Zahlungsausfall. Vor Geldentwertung schützt es nicht.

Bislang funktioniert das amerikanische exorbitant privilege glänzend. Der Dollar ist Weltleitwährung, US-Staatsanleihen sind das Rückgrat des globalen Finanzsystems. Wird die Welt unsicher, flüchten Anleger ausgerechnet in die Schulden des Landes, das immer neue Schulden macht. Amerika ist der einzige Schuldner, dem seine Gläubiger aus Angst noch mehr Geld leihen.

Doch auch dieses Privileg lebt von Vertrauen. Und ausgerechnet jetzt wird die Welt geopolitisch ungemütlicher. Der Westen braucht mehr Geld für Verteidigung, Infrastruktur, Renten und Sozialstaat. Die Ausgaben wachsen. Die Wirtschaft eher nicht. Schulden in „Sondervermögen“ umbenennen ändert an der Mathematik leider nichts. Weniger auszugeben wäre eine Möglichkeit. Dies erfreut sich politisch begrenzter Beliebtheit. 

Staaten können sehr lange über ihre Verhältnisse leben. Aber irgendwann geht es nicht mehr nur um ihre Zahlungsfähigkeit, sondern um die Glaubwürdigkeit ihrer Währungen.

Die Staaten werden wir schon retten.

Die Frage ist: Wer rettet dann das Geld?

Tags: StaatsschuldenkriseThilo HoffmannVerschuldungWährungZInsen
TeilenTweetTeilen

Bleiben Sie am Laufenden und abonnieren sie Push Nachrichten für Ihren Browser.

Abmelden
>

Ähnliche Beiträge

Der Paria hat einen Lauf

Der Paria hat einen Lauf

von Thilo Hoffmann
21. August 2026

Gastkommentar von Dr. Thilo Hoffmann: Früher war Kim Jong Un der Irre mit der Bombe. Jetzt startet er durch. Früher konnte man...

Kingstone und Adventra starten Infrastruktur-Plattform

Kingstone und Adventra starten Infrastruktur-Plattform

von Charles Steiner
20. August 2026

Joint Venture soll institutionellen Investoren Zugang zu Infrastrukturprojekten in den Bereichen Energie, Mobilität, Digitalisierung sowie Verteidigung und Zivilschutz bieten. Im...

Sozialismus zum Marktpreis

Sozialismus zum Marktpreis

von Thilo Hoffmann
16. August 2026

Bild: Luftbild der Karl-Marx-Allee in Berlin in den 1960er-Jahren. Foto: FORTEPAN / Nagy Gyula, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Garbe und BlackRock kündigen Aufbau von europäischem Logistikportfolio an

Europäische Logistikimmobilien im Visier asiatischer Player

von Charles Steiner
13. August 2026

Garbe registriert wachsende Flächennachfrage asiatischer Unternehmen in Europa – E-Commerce, Batteriespeicher sowie Elektrofahrzeug- und Halbleiterindustrie treiben Entwicklung. Spitzenmieten weitgehend stabil,...

RPHI-Projekt Forest Offices in Sofia in Plan

RPHI-Projekt Forest Offices in Sofia in Plan

von Onlineredaktion immobilien investment
11. August 2026

Rohbau des ersten Baukörpers vor Abschluss – rund 13.600 Quadratmeter Bürofläche sollen Anfang 2027 fertiggestellt werden. Die Raiffeisen Property Holding...

Die teuerste Armee der Welt

Die teuerste Armee der Welt

von Thilo Hoffmann
10. August 2026

Gastkommentar von Dr. Thilo Hoffmann: Der Iran gewann keine Schlacht. Er fand den Hebel. Amerika kann fast alles bombardieren. Atomanlagen....

Neueste Beiträge

  • Wer rettet das Geld?
  • Buwog meldet Vollverwertung für „drygalski“
  • Österreichische Postsparkasse steht zum Verkauf
  • Kaum Nachfrage nach unsanierten Altbauwohnungen
  • Der Paria hat einen Lauf
WERBUNG
WERBUNG
WERBUNG

immobilien investment

Das Immobilien- & Anlagemagazin von DMV – della lucia medien & verlags GmbH.

Jetzt abonnieren!

NEWSLETTER

Folgen Sie uns!

Suche

Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Impressum
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Abonnement
  • AGB
  • Datenschutz

© 2021 - 2022 DMV – della lucia medien & verlags GmbH

Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Home
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design

© 2021 - 2022 DMV – della lucia medien & verlags GmbH

X
Zum Ändern Ihrer Datenschutzeinstellung, z.B. Erteilung oder Widerruf von Einwilligungen, klicken Sie hier: Einstellungen
Logo des Popups
Datenschutz
Details
Impressum | Datenschutzvereinbarungen
Wir, DMV – della lucia medien & verlags GmbH (Firmensitz: Österreich), verarbeiten zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Logo des Popups
Datenschutz
Details
Impressum | Datenschutzvereinbarungen
Wir, DMV – della lucia medien & verlags GmbH (Firmensitz: Österreich), verarbeiten zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Lade Details
Zurück
Ok
Ok