Ein Field Trip führte Studierende des Lehrgangs Immobilienwirtschaft der FHWien der WKW in die italienische Metropole Mailand. Neben wertvollen Einblicken in den italienischen Immobilienmarkt gab es auch spannende Stadtentwicklungsgebiete zu sehen. Der DMV della lucia Medienverlag hat die Exkursion unterstützt.
Millionen Menschen strömen alljährlich nach Mailand, um den ikonischen Mailänder Dom, die berühmte Scala oder die Galleria Vittorio Emanuele II zu sehen. Dass sich in der norditalienischen Metropole auch ein spannender Immobilienmarkt befindet, das eröffnete sich vergangene Woche den Studierenden des Lehrgangs Immobilienwirtschaft der FHWien der WKW in einem Field Trip mit etlichen Programmpunkten, begleitet von namhaften Persönlichkeiten der italienischen Immobilienszene. Das Resümee gleich vorweg: Spricht man vom italienischen Immobilieninvestmentmarkt, findet der, bezogen auf Städte, hauptsächlich in Mailand statt. Selbst die italienische Hauptstadt Rom liegt nur abgeschlagen hinter Mailand.
Das hat auch seinen Grund: Mailand ist die Finanzmetropole und wirtschaftliches Herz Italiens. Rund 1,4 Millionen Menschen leben in der Stadt, die Metropolregion beheimatet 3,2 Millionen Menschen. 180.000 Menschen studieren in Mailand. Pro Jahr zählt man 10 Millionen Touristenankünfte. Laut einem Vortrag von Giulia Ghiani, Head of Research & Data Intelligence bei CBRE Advisory Italia vor Ort liegt Mailand auf Platz 4 der Cross-Border-Investment-Standorte in Europa. 2025 ist in Italien ein Investmentvolumen von 13,5 Milliarden Euro registriert worden, davon entfielen 3,4 Milliarden Euro auf Mailand, rund 1,3 Milliarden auf Rom. Rund ein Drittel des Volumens in Mailand entfiel auf Wohnen, 22 Prozent auf Industrie und Logistik, 18 Prozent auf Hotel.
Das Segment Office kam 2025 gerade einmal auf neun Prozent. Das war vor zehn Jahren noch anders, da nahmen Büroimmobilien ein gutes Drittel des Investmentkuchens ein. Laut Ghiani liege das daran, dass der Betrieb von Büroimmobilien verbunden ist, jedoch Unsicherheit herrsche bezüglich der zukünftigen Flächennachfrage. Es stimmt zwar, dass es einen Mangel an qualitativen Flächen gibt, allerdings sind auch die Baukosten sehr hoch und der Mietmarkt sei aktuell schwierig. Die erzielbaren Spitzenmieten in Mailand liegen jedenfalls kräftig über den Niveau in Wien. Während in Wien aktuell 28,5 Euro pro Quadratmeter und Monat ausgerufen werden, müsse man in Mailand mit rund 67 Euro rechnen.
Imposant die Mailänder Skyline, die im Zuge einer Führung mit der italienischen RICS-Vorsitzenden Gloria Brocchi und RICS-Vorstandsmitglied Roberto Calamandrei den Studierenden präsentiert wurde. Ein bemerkenswertes Landmark-Building hierbei der „Bosco Verticale“, auf Deutsch „senkrechter Wald“: Ein begrünter Hochhaus-Komplex mit zwei Türmen im Stadtteil Porta Nuova, direkt neben der Unicredit-Zentrale. Im Oktober 2014 fertiggestellt bietet er hochwertige Wohnflächen. Ein Highlight war ein Apartment mit 450 Quadratmetern Wohnfläche – für das man tief in die Tasche greifen muss. Für rund 10 Millionen Euro ist es zu haben.

Ein anderes spannendes Stadtentwicklungsgebiet befindet sich mit dem Mixed Use-Quartier City Life im Nordwesten der Stadt. Errichtet wurde es auf dem ehemaligen Areal der Mailänder Messe von City Life Development, einer 100-Prozent-Tochter der Generali Real Estate. 2004 erhielt diese den Zuschlag durch die Stadt Mailand, Baubeginn war 2006, wie Marco Beccati, technischer Direktor bei City Life in einem Vortrag erzählt. Rund 366.000 Quadratmeter Fläche umfasst das Areal, davon 174.000 Quadratmeter öffentlicher Park. Ebenso bemerkenswert: internationale Top-Architekten prägten hier die Skyline, von Zaha Hadid, Daniel Libeskind, Arato Isozaki und Bjarke Ingels. Aktuell befindet sich das Projekt „City Wave“ in Fertigstellung. Hier habe man sich bewusst nicht für einen Turm entschieden, sondern zwei Gebäude, die mit einer wellenförmigen Dachkonstruktion mit PV-Anlagen miteinander verbunden werden.


Gestärkt wurde auch die akademische Zusammenarbeit mit einem Besuch der Mailänder Partner-Universität Politecnico di Milano, deren Programm „REC Real Estate Center“ von Marzia Moreno mitbegründet und koordiniert wird. Hier trat man auch mit Studierenden des Hauses zusammen, um internationale Netzwerke mit internationalen Studierenden zu stärken. Ein Beitrag dafür, wie die internationale Immobilienwirtschaft in Zukunft aussehen könnte – oder besser sollte -, indem man grenzübergreifend an den Lebensräumen von morgen arbeitet.










