Neues Zentrum für IT-Sicherheit an der TU Graz: 25-Millionen-Euro-Neubau vereint Forschung, Lehre und Wirtschaft in energieeffizientem Campus
Der neue Cybersecurity Campus Graz ist am Dienstag im Beisein von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner offiziell eröffnet worden. Der von der Bundesimmobiliengesellschaft errichtete Neubau dient künftig als zentraler Standort für IT-Sicherheitsforschung an der Technische Universität Graz. Grundlage ist das „Institute of Information Security“, das im neuen Gebäude untergebracht ist.
Der Campus umfasst rund 5.000 Quadratmeter Nutzfläche und wurde mit einem Investitionsvolumen von etwa 25 Millionen Euro innerhalb von eineinhalb Jahren realisiert. Neben Forschungseinrichtungen sind auch universitäre Abteilungen sowie das COMET-Zentrum Battery4Life angesiedelt. Perspektivisch sollen weitere Unternehmen aus der IT-Sicherheits- und Innovationsbranche folgen. „Cybersicherheit ist längst kein Nischenthema mehr, sondern betrifft uns alle“, erklärte Ministerin Holzleitner. Mit dem neuen Campus werde die Forschung in einem „für Gesellschaft und Wirtschaft immer wichtigeren Bereich“ gestärkt und ein „international sichtbarer Standort für Spitzenforschung“ geschaffen.
Der Gebäudekomplex besteht aus drei miteinander verbundenen Bauteilen und setzt auf nachhaltige Bau- und Energiekonzepte. Zum Einsatz kommen unter anderem Photovoltaik, Geothermie sowie begrünte Dächer. Rund 65 Prozent der Kühlleistung und 75 Prozent der Wärmeversorgung werden über Erdwärme abgedeckt. Eine Holzfassade sowie natürliche Beschattung durch Bestands- und Neupflanzungen ergänzen das Konzept. Christine Dornaus, Geschäftsführerin der BIG, betonte die Verbindung von Forschung und Infrastruktur: „Mit dem Cybersecurity Campus schaffen wir die ideale Umgebung, um dieser Aufgabe zu begegnen.“ Besonders hervorgehoben wurden die Holzbauweise, die Integration einer bestehenden Silberlinde sowie die energieeffiziente Gebäudetechnik.
Die TU Graz sieht im neuen Campus einen weiteren Schritt zur Stärkung des Forschungsstandorts. Rektor Horst Bischof erklärte: „Hier entsteht ein einzigartiges Innovationsökosystem, in dem Wissenschaft und Wirtschaft zu einem führenden Zentrum für Cybersicherheit zusammenfinden.“ Dies stärke sowohl die internationale Wettbewerbsfähigkeit als auch die Ausbildung künftiger Fachkräfte.
Am Institute of Information Security arbeiten derzeit rund 80 Forschende an Themen wie Kryptografie, sichere Systeme und vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz. Internationale Aufmerksamkeit erlangte das Institut unter anderem durch die Mitwirkung an der Aufdeckung der Sicherheitslücken „Meltdown“ und „Spectre“ sowie durch den Verschlüsselungsstandard ASCON. Institutsleiter Stefan Mangard verwies auf weiteres Wachstum: „Das neue Gebäude ermöglicht es uns, Forschung und Lehre rund um das Thema IT-Sicherheit weiter auszubauen.“ Bereits im Herbst sei eine zusätzliche Forschungsgruppe im Bereich Cybersecurity und Künstliche Intelligenz geplant.
Auch seitens des Landes Steiermark wird das Projekt als strategisch relevant eingestuft. Manuela Khom bezeichnete Cybersecurity als „zentrale Voraussetzung für Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität“. Der neue Campus stärke Forschung, Ausbildung und Innovation und trage zur digitalen Souveränität Europas bei.






