Immobilienwirtschaft, Politik und Finanzbranche diskutierten in der Hypo Tirol Bank über Herausforderungen und Finanzierungsmodelle für leistbaren Wohnraum.
Beim vierten Immobilien-Stammtisch „Chefstable“ der Hypo Tirol Bank hat der Wohnbau im Mittelpunkt gestanden. Vertreterinnen und Vertreter aus Immobilienwirtschaft, Politik und Finanzwirtschaft diskutierten über die aktuelle Situation am Tiroler Wohnungsmarkt sowie über Finanzierungsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen für die Umsetzung neuer Wohnbauprojekte.
Markus Hildmann, Marktvorstand der Hypo Tirol Bank, betonte die Rolle des Instituts bei der Wohnbaufinanzierung: „Wir wollen jene Bank sein, an die man in Tirol zuerst denkt, wenn es um Wohnbaufinanzierung geht – und zwar dort, wo Projekte tatsächlich umgesetzt werden. Seit 1901 ist es unser Auftrag, Wohnraum in Tirol möglich zu machen – und dieser Auftrag ist heute aktueller denn je.“ Ziel sei es, gemeinsam mit privaten Bauherren, Bauträgern und dem gemeinnützigen Wohnbau an Finanzierungslösungen mitzuwirken, um leistbaren Wohnraum zu ermöglichen.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Entwicklung des Tiroler Wohnungsmarktes thematisiert. Angesichts der anhaltend hohen Nachfrage und der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien Wohnbauprojekte in den vergangenen Jahren komplexer geworden. Einigkeit bestand darüber, dass Wohnraum eine wesentliche Voraussetzung für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des Landes darstellt und daher als gemeinsame Aufgabe von Politik, Finanzwirtschaft und Immobilienbranche betrachtet werden müsse.
Hildmann verwies dabei auf die Bedeutung des Wohnbaus für den Standort Tirol: „Wohnraum entscheidet darüber, ob Menschen hier leben können, ob Unternehmen Mitarbeiter finden und ob Regionen ihre Dynamik behalten. Unser Gründungsauftrag war es, Wohnraum im Land möglich zu machen. Daran hat sich auch 125 Jahre später nichts geändert. Heute braucht es mehr denn je gemeinsame Lösungen, damit Wohnbau umgesetzt wird und Wohnen leistbar bleibt.“
Die Hypo Tirol Bank verwies in diesem Zusammenhang auf ihre Finanzierungsaktivitäten. Demnach wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 im privaten Wohnbau Finanzierungen von mehr als 91 Millionen Euro vergeben, wodurch knapp 400 Wohnprojekte ermöglicht worden seien.
Im gemeinnützigen Wohnbau belaufe sich das Finanzierungsvolumen laut Bank derzeit auf rund 600 Millionen Euro, seit 2024 seien Finanzierungsangebote von mehr als 700 Millionen Euro übergeben worden. Über einen Social Bond würden zudem rund 11.950 geförderte Wohneinheiten finanziert, im Vorjahr seien mehr als 500 Einheiten hinzugekommen. Das Finanzierungsobligo bei gewerblichen Wohnbauträgern liege aktuell bei rund 1,3 Milliarden Euro.











