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Breite Zustimmung für Zweckbindung der Wohnbauförderung

von Charles Steiner
23. Februar 2026
in Österreich, Verbände, Wohnen, Wohnprojekte
Die von Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) angekündigte Zweckbindung von Wohnbauförderungen findet in der Branche Anklang. Bild: pixabay.com

Die von Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) angekündigte Zweckbindung von Wohnbauförderungen findet in der Branche Anklang. Bild: pixabay.com

Branche sieht geplante Wiedereinführung als entscheidenden Schritt für leistbaren Wohnraum, Baukonjunktur und Klimaziele.

Die vom Wohn- und Bauminister sowie Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) im Branchendienst a3 Bau angekündigte Wiedereinführung der Zweckbindung der Wohnbauförderung stößt in der Wohnbau- und Bauwirtschaft auf breite Unterstützung. Babler hatte darin in einem Interview angekündigt, dies im Rahmen der Finanzausgleichsverhandlungen umsetzen zu wollen.

Der Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) begrüßte die Aussagen ausdrücklich und verwies darauf, dass die Maßnahme im Regierungsprogramm vorgesehen sei. Verbandsobmann Michael Gehbauer betonte: „Die Wohnbauförderung muss konsequent für die Schaffung von leistbarem Wohnraum eingesetzt werden – für Wohnungen, die Generationen verbinden und langfristige Sicherheit bieten.“

Auch der Verein für Wohnbauförderung (VWBF) sieht in der angekündigten Umsetzung einen wichtigen wohnungspolitischen Schritt. Obfrau Andrea Washietl erklärte, man sei „sehr erfreut über die angekündigte Umsetzung der Zweckbindung der Wohnbauförderung“ im Zuge der Finanzausgleichsverhandlungen. Die Maßnahme wäre „ein entscheidender wohnungspolitischer Meilenstein“ und würde den geförderten Wohnbau nachhaltig stärken. Zugleich unterstreiche sie die Bedeutung eines eigenständigen Wohnressorts.

Nach Ansicht des VWBF ist die Zweckbindung angesichts sinkender Neubautätigkeit und der notwendigen Dekarbonisierung des Gebäudebestands besonders wichtig. Die von Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern eingehobenen Mittel sollten dort eingesetzt werden, „wofür sie bestimmungsgemäß vorgesehen sind und bestmögliche Wirkung entfalten – im leistbaren Wohnbau“, so Washietl.

Die ARGE Eigenheim verweist ebenfalls auf die Dringlichkeit stabiler Finanzierungsstrukturen. Angesichts deutlich rückläufiger Bauleistungen sei die Umsetzung ein notwendiger Schritt. ARGE-Eigenheim-Obfrau Isabella Stickler warnte: „Ohne stabile, zweckgebundene Finanzierung verlieren wir weiter an Bauleistung – und damit an leistbarem Wohnraum.“

Die gemeinnützigen Bauvereinigungen meldeten für 2024 ein Investitionsvolumen von 3,2 Milliarden Euro im Neubau sowie 13.690 fertiggestellte Wohnungen – rund 17 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Für 2025 werden lediglich 11.400 Fertigstellungen erwartet, was einem Minus von rund 32 Prozent entspricht. Parallel dazu sank die Neubauleistung pro 1.000 Haushalte deutlich. Stabilisierend wirkte hingegen die Sanierung: 2024 wurden rund 6.800 Wohnungen thermisch saniert und 6.600 Heizungen auf klimafreundliche Systeme umgestellt. Neben Energieeinsparungen sichere die Sanierung Beschäftigung in regionalen Betrieben und leiste einen Beitrag zum Klimaschutz.

Die Bauwirtschaft gilt als zentraler Konjunkturmotor. Laut ARGE Eigenheim haben seit 2021 mehr als 17.500 Bauarbeiter krisenbedingt ihren Arbeitsplatz verloren. Ein weiterer Rückgang im Neubau gefährde Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung. Die Branchenvertretungen fordern daher eine dauerhaft abgesicherte Zweckbindung der Wohnbauförderungsmittel, ein stabiles Fördersystem sowie die Sicherung von Neubau, Sanierung und Klimaschutzmaßnahmen. Aus Sicht der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft ist die Zweckbindung ein zentraler Hebel, um leistbaren Wohnraum langfristig sicherzustellen und den preisdämpfenden Effekt am Mietmarkt zu erhalten.

Tags: a3 BauARGE EigenheimGBVPolitikVWBFWohnbauförderung
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