Projektentwickler präsentieren Lösungen zu Bauprozessen und Bodenschutz.
Die VÖPE – Vereinigung Österreichischer Projektentwickler sieht in der Vorfertigung beim Bauen eine „ökonomische und ökologische Notwendigkeit“ und plädiert zugleich für eine kompakte Stadtentwicklung als wirksamen Beitrag zum Bodenschutz. Das erklärten Vertreter der Branchenvereinigung am Dienstag bei einem Pressegespräch im APA-Pressezentrum in Wien.
VÖPE-Präsident Andreas Köttl betonte die Verantwortung der Projektentwickler für langfristige räumliche und ökologische Weichenstellungen. „Wir Projektentwickler gestalten die Strukturen unserer Lebensräume maßgeblich mit. Mit jeder Quartiersentwicklung werden Weichen für räumliche, soziale, wirtschaftliche und ökologische Entwicklungen gestellt“, sagte Köttl. Bauweise, Energieeffizienz und Flächennutzung beeinflussten den ökologischen Fußabdruck wesentlich.
In fünf Ausschüssen arbeite die Branche „faktenbasiert und zukunftsorientiert“ an Lösungen, die sowohl in die Mitgliedsunternehmen als auch an politische Entscheidungsträger herangetragen würden. Als Beispiel nannte Köttl die angekündigte Vereinfachung von UVP-Verfahren, für die sich die VÖPE seit Jahren eingesetzt habe.
Im Ausschuss Bauen steht laut Roman Fritz-Salamon, Direktionsleitung Integrative Hochbau Gewerke bei STRABAG AG, insbesondere die Vorfertigung im Fokus. Angesichts von Fachkräftemangel, steigenden Kosten und Klimazielen brauche es verstärkte Digitalisierung, Automatisierung sowie kürzere Realisierungszeiten.
„Eine gute Möglichkeit, um diesen Themen zu begegnen, ist der Trend zur Vorfertigung. Dabei erfolgt die Verlagerung der Wertschöpfung von der Baustelle in Industrieproduktionen“, sagte Fritz-Salamon. Fertige Bauteile würden mit minimalen Emissionen montiert, gleichzeitig müsse flexible Architektur weiterhin möglich bleiben. Ziel sei es, Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu etablieren, um Effizienz und Leistungsfähigkeit zu steigern.
Auch das Thema Bodenversiegelung müsse differenziert betrachtet werden, betonte Sabine Müller, Vorständin der Wien 3420 Development AG und Mitglied des VÖPE-Ausschusses Nachhaltigkeit. Die Diskussion über Flächenverbrauch und Bebauungspotenziale sei zunehmend komplex und von unterschiedlichen Begriffsverständnissen geprägt. „Die Debatte über Bodenversiegelung braucht Klarheit statt Schlagworte“, sagte Müller. Entscheidend sei nicht nur, wie viel gebaut werde, sondern wie und wo. „Wachstum muss kompakt gebündelt werden – denn nur eine kompakte Stadt ist eine nachhaltige Stadt.“
Der Ausschuss Nachhaltigkeit habe daher ein Glossar mit 99 Begriffen erarbeitet, das zentrale Definitionen präzisiere und eine sachliche Grundlage für die Diskussion schaffen solle. Quantität und Qualität von Flächen müssten gemeinsam betrachtet werden, zudem liege ein wesentlicher Hebel in der Aktivierung von Baulandreserven, der Nutzung von Leerständen sowie in Nachverdichtung und Sanierung. Ziel sei es, eine objektive und datenbasierte Grundlage für politische und planerische Entscheidungen bereitzustellen.






