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PwC/ULI: Deglobalisierung wird zentrales Risiko für Europas Immobilienbranche

von Charles Steiner
26. November 2025
in Gewerbe, Hotel, International, Logistik, Office, Österreich, Retail, Wohnen
Im Rahmen des PwC-Immo-Talks wurden die Ergebnisse der Studie präsentiert. Gewarnt wird vor negativen Folgen der Deglobalisierung für die Immobilienbranche. Foto: Adrian Almasan

Im Rahmen des PwC-Immo-Talks wurden die Ergebnisse der Studie präsentiert. Gewarnt wird vor negativen Folgen der Deglobalisierung für die Immobilienbranche. Foto: Adrian Almasan

Geopolitische Unsicherheit, leistbarer Wohnraum und KI-Umbruch prägen „Emerging Trends in Real Estate 2026“ – Wien rutscht im Städte-Ranking auf Platz 17.

Die europäische Immobilienwirtschaft sieht sich im kommenden Jahr mit einer Reihe tiefgreifender Herausforderungen konfrontiert. Laut der neuen Ausgabe der Studie „Emerging Trends in Real Estate 2026“ von PwC und dem Urban Land Institute (ULI) bewerten mittlerweile 70 Prozent der befragten Expertinnen und Experten die Folgen der Deglobalisierung kritisch – mehr als doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. Die Studie beruht auf den Einschätzungen von 1.276 Fachleuten aus ganz Europa.

Deglobalisierung zählt damit zu den zentralen Risikofaktoren: Sie verkompliziert internationale Kapitalströme, verstärkt regionale Unterschiede und macht grenzüberschreitende Transaktionen anspruchsvoller. Zusätzlich belasten geopolitische Unsicherheiten, die 90 Prozent der Befragten als größte Herausforderung nennen, sowie der anhaltende Druck, leistbaren Wohnraum zu schaffen (79 Prozent).

„Die Immobilienwelt ist derzeit alles andere als ruhig: Hohe Baukosten, ein anspruchsvolles Finanzierungsumfeld und knappe Flächen stellen die Branche täglich vor neue Aufgaben. Gerade darin liegt aber ihre Chance“, sagt Marius Richter, Real Estate Leader bei PwC Österreich. Es entstünden neue Entwicklungen „von nachhaltigen Projekten über intelligente Mixed-Use-Konzepte bis hin zu neuen Investitionsmöglichkeiten im In- und Ausland“.

Die Studie zeigt überdies eine deutliche Verschiebung hin zu operativen, infrastrukturähnlichen Assetklassen. Rechenzentren und neue Energieinfrastruktur führen die Sektorrankings an – trotz weiterhin geringerer Kapitalzuflüsse. Langfristige Trends wie Demografie, Digitalisierung und Dekarbonisierung prägen die Investmententscheidungen stärker. „Investorinnen und Investoren orientieren sich stärker an langfristigen Trends und suchen nach Assets, die stabile Nachfrage mit gesellschaftlichem Nutzen verbinden“, erklärt Birgit Kraml, Vorsitzende des Urban Land Institute Österreich und Partnerin bei DLA Piper.

Im jährlichen Städte-Ranking der Studie bleiben London, Madrid und Paris an der Spitze der attraktivsten europäischen Investitionsstandorte. Faktoren wie Marktgröße und hohe Liquidität sichern ihnen stabile Zukunftsaussichten. Die weiteren Plätze in den Top zehn:
Berlin (4), Amsterdam (5), München (6), Mailand (7), Barcelona (8), Frankfurt (9) und Hamburg (10). Wien rutscht von Platz 13 auf Platz 17 ab. Ausschlaggebend seien ein schwaches wirtschaftliches Umfeld, ein negativer Ausblick auf das Wachstum sowie regulatorische Unsicherheiten – insbesondere im Residential-Bereich.

Künstliche Intelligenz gewinnt rasant an Bedeutung. Bereits 75 Prozent der Unternehmen nutzen KI-basierte Lösungen (2024: 51 Prozent). In den kommenden 18 Monaten soll KI verstärkt in Vermietung (90 Prozent), Objektmanagement (87 Prozent), Planung (84 Prozent) und Asset Management (86 Prozent) eingesetzt werden. Auch beim Thema Nachhaltigkeit zeigt sich ein Wandel: Nur noch 21 Prozent der Befragten sehen ESG als strategischen Haupttreiber der kommenden fünf Jahre (Vorjahr: 40 Prozent). Der Fokus verschiebt sich – Dekarbonisierung bleibt zentral, gleichzeitig wird die Verknüpfung von ESG-Leistung und Wertsteigerung stärker eingefordert.

Tags: DLA PiperPwCULIWien
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