Unternehmen nutzen Immobilien verstärkt zur Kapitalfreisetzung – Transaktionsvolumen in Europa steigt, Industrie- und Logistikimmobilien dominieren.
Sale-and-Leaseback-Transaktionen gewinnen laut einem aktuellen Corporate Capital Report des Immobilienberatungsunternehmens Colliers in Europa zunehmend an Bedeutung. Unternehmen setzen dabei verstärkt auf alternative Kapitalstrategien, um Immobilienvermögen zu monetarisieren und gleichzeitig die operative Nutzung der Standorte langfristig zu sichern.
Bei Sale-and-Leaseback-Modellen verkaufen Unternehmen ihre Immobilien an Investoren und mieten diese anschließend langfristig zurück. Ziel ist es, gebundenes Kapital freizusetzen und zugleich Planungssicherheit für den laufenden Betrieb zu gewährleisten. „Unternehmen betrachten Immobilien heute zunehmend als strategischen Hebel zur Kapitalallokation“, erklärte James Lombard, Head of Corporate Capital Solutions EMEA bei Colliers. „Vor allem Sale-and-Leaseback-Transaktionen ermöglichen es, Kapital freizusetzen und gleichzeitig operative Flexibilität zu bewahren.“
Der Colliers-Analyse zufolge erreichte das europäische Transaktionsvolumen im Sale-and-Leaseback-Segment im Jahr 2025 rund 5,4 Milliarden Euro. Damit lag es etwa 28 Prozent über dem Vorjahreswert. Besonders stark nachgefragt waren Industrie-, Logistik- und Einzelhandelsimmobilien. Auch in Österreich gewinnt das Modell an Bedeutung. In den vergangenen zwei Jahren wurden laut Colliers rund 73 Millionen Euro in mittel- bis großvolumige Sale-and-Leaseback-Transaktionen investiert. Die mit Abstand wichtigste Assetklasse bildeten dabei Industrie- und Logistikimmobilien, die etwa 74 Prozent des Transaktionsvolumens ausmachten. Büro- und Einzelhandelsimmobilien lagen jeweils bei rund zehn Prozent.
Zu den größeren Transaktionen in Österreich zählten unter anderem der Verkauf eines Verkaufslagers der Brau Union in Linz sowie einer Industrieimmobilie des Spezialglasherstellers Vandaglas in Steyr. Darüber hinaus wurde Ende 2025 ein Rehabilitationszentrum von einem privaten Betreiber an eine österreichische Bank verkauft. Die vergleichsweise komplexen Strukturen solcher Transaktionen erfordern laut Marktteilnehmern spezialisierte Beratung und Erfahrung bei der Strukturierung der Verträge.
Parallel zu Sale-and-Leaseback-Transaktionen gewinnen auch andere alternative Investmentstrategien an Bedeutung. Besonders dynamisch entwickelt sich laut Bericht der Bereich der digitalen Infrastruktur. Investitionen in Rechenzentren machten zwischen dem ersten und dritten Quartal 2025 bereits 31 Prozent des weltweit eingesammelten Immobilienkapitals aus.
Für das Jahr 2026 erwarten Marktbeobachter weiterhin eine hohe Aktivität im Sale-and-Leaseback-Segment. Vor allem in den Bereichen Industrie, Logistik und Einzelhandel könnte das Transaktionsvolumen weiter steigen, da Investoren verstärkt nach stabilen, langfristigen Cashflows suchen und Unternehmen ihre Bilanzstrukturen optimieren.






