Rückgang bei Fertigstellungen – gemeinnütziger Wohnbau bleibt stabiler Faktor und treibt Sanierung voran.
Laut der aktuellen GBV Baubilanz 2025 haben die gemeinnützigen Bauvereinigungen in Österreich im vergangenen Jahr rund 11.900 Wohnungen fertiggestellt. Wie der Verband mitteilte, entspricht dies einem Rückgang von 13 Prozent gegenüber 2024, erst 2027 rechnet man wieder mit steigenden Fertigstellungen. Die Investitionen im gemeinnützigen Wohnbau bleiben auf hohem Niveau. Für 2025 wird das Neubauvolumen auf rund 2,7 Milliarden Euro geschätzt, zusätzlich flossen etwa 1,7 Milliarden Euro in Sanierung und Instandhaltung.
Die rückläufigen Zahlen bei den Baubewilligungen zeigten im Vergleich mit gewerblichem Wohnbau ein differenziertes Bild. Der gewerbliche Wohnbau verzeichnet stärkere Einbrüche, wodurch der Marktanteil der gemeinnützigen Bauvereinigungen im mehrgeschoßigen Wohnbau auf über 50 Prozent gestiegen ist. Für 2026 wird ein weiterer moderater Rückgang auf etwa 11.000 bis 11.600 Fertigstellungen erwartet, ehe ab 2027 wieder mit steigenden Bauleistungen gerechnet wird. „Dennoch muss betont werden, dass die gemeinnützigen Bauvereinigungen der stabilisierende Faktor für die Baukonjunktur waren und sind, sagt Michael Gehbauer, Obmann des Verbandes.
Als zentrale Herausforderungen nennt die Branche steigende Baukosten, hohe Zinsen sowie den Mangel an leistbaren Grundstücken. „Zusätzlich zu den wesentlichen Unsicherheiten kamen erst vor kurzem neue auf uns zu. Die Auswirkungen des Nahostkonflikts und die damit einhergehenden Energiekostensteigerungen sind derzeit noch nicht abschätzbar und könnten die weitere Entwicklung maßgeblich beeinflussen“, sagte Isabella Stickler, Obmannstellvertreterin des Verbandes.
Deutlich gestiegen ist hingegen die Sanierungstätigkeit. Die Zahl der thermisch sanierten Wohnungen erhöhte sich 2025 auf rund 7.900 Einheiten, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme nahm weiter zu und lag bei rund 6.900 Wohnungen. „Es zeigt sich einmal mehr, dass die GBVs Vorreiter in Sachen Sanierung und klimafreundlicher Heizsysteme sind“, so Gehbauer. Nur mit entschlossenem Handeln können die Voraussetzungen geschaffen werden, damit gemeinnütziger Wohnbau auch künftig seine zentrale Rolle für leistbares Wohnen in Österreich erfüllen kann, heißt es vonseiten Gehbauer und Stickler.






