Immo Analytics: Transaktionen steigen deutlich, Preise ziehen an – Experten erwarten jedoch Abkühlung im Jahresverlauf.
Zwar ist der Wiener Wohnungsmarkt ist mit kräftiger Dynamik ins Jahr 2026 gestartet, dennoch könnte sich diese Dynamik im Jahresverlauf aufgrund der gegenwärtigen geopolitischen Lage abschwächen. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht von Immo Analytics GmbH hervor, der die Marktentwicklung per Ende März analysiert. Allerdings mahnt Gregor Pfeiffer, Geschäftsführer von Immo Analytics, zur Zurückhaltung: „Ein einzelnes, besonders starkes Quartal darf nicht isoliert auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden.“ Sondereffekte wie vorgezogene Käufe oder ein rückläufiges Angebot könnten die Entwicklung im weiteren Jahresverlauf bremsen.
Demnach lag die Zahl der Transaktionen im ersten Quartal um mehr als 60 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Rechnerisch könnte dies auf ein sehr starkes Gesamtjahr hindeuten. Hochgerechnet ergäbe sich ein potenzielles Transaktionsvolumen von rund 19.500 Einheiten, womit der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2021 deutlich übertroffen werden könnte.
Parallel zur steigenden Nachfrage zeigt sich eine zunehmende Verknappung des Angebots. Die Neubautätigkeit geht zurück, wodurch weniger Wohnungen auf den Markt kommen als benötigt werden. Diese Entwicklung schlägt sich bereits in den Preisen nieder. So stiegen die Nettomieten im ersten Quartal 2026 über alle Segmente hinweg um etwa ein bis zwei Prozent im Jahresvergleich und liegen damit über der aktuellen Inflationsrate. Vor allem im frei finanzierten Mietsegment wird weiterhin mit überdurchschnittlichen Preissteigerungen gerechnet.
Auch bei Eigentumswohnungen zeigt sich ein Aufwärtstrend. Die Bruttoverkaufspreise legten zu, was laut Analyse vor allem auf einen geringeren Verhandlungsspielraum auf Käuferseite zurückzuführen ist. Dadurch nähern sich die tatsächlichen Abschlusspreise stärker den Angebotspreisen an. Trotz des starken Jahresauftakts bleibt der Ausblick verhalten. „2026 hat das Potenzial, ein sehr gutes Immobilienjahr zu werden – ein neuer Allzeitrekord bei den Transaktionen erscheint jedoch trotz des fulminanten Starts derzeit nicht als wahrscheinlich“, so Pfeiffer. Als Gründe nennt er unter anderem geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheiten sowie volatile Zins- und Inflationsentwicklungen.






