Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder: Immobilienmarkt erholt sich 2025 – Branche fordert zugleich Reformen und mehr Rechtssicherheit. Preisentwicklungen moderat.
Der österreichische Immobilienmarkt hat sich im Jahr 2025 spürbar belebt, wenngleich man von der Dynamik von 2020 und 2021 entfernt ist. Laut aktuellem Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) steigt insbesondere die Nachfrage nach Bestandsimmobilien, während Branchenvertreter am Mittwoch vor Journalisten gleichzeitig strukturelle Reformen einfordern.
„Der Immobilienmarkt hat sich 2025 langsam wieder von den Tiefen der vergangenen Jahre erholt“, sagte Roman Oberndorfer, Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder. Der Preisspiegel, der seit 1989 erhoben wird und 2025 auf rund 45.000 Einzelwerten sowie etwa 91.000 Grundbuchtransaktionen basiert, gelte als zentrale Orientierung für Marktteilnehmer, so Oberndorfer.
Die Zahl der Immobilientransaktionen stieg 2025 im Jahresvergleich um rund neun Prozent auf etwa 91.000. Besonders dynamisch entwickelte sich das Wohnsegment mit einem Plus von rund 21 Prozent. „2025 hat der Immobilienerwerb deutlich an Fahrt gewonnen“, sagte Mario Zoidl, stellvertretender Fachverbandsobmann. Rückläufig zeigte sich hingegen der Baulandmarkt mit einem Minus von rund 3,7 Prozent. Die Preisentwicklung blieb insgesamt moderat. Sowohl bei Kaufpreisen als auch bei Mieten wurden keine größeren Sprünge verzeichnet. Neuwertige Mietwohnungen verteuerten sich im Schnitt um rund zwei Prozent auf etwa 9,49 Euro pro Quadratmeter.
Deutlich zeigt sich laut Preisspiegel eine Verschiebung hin zum Sekundärmarkt. Bestandsimmobilien bleiben im Durchschnitt deutlich günstiger als Neubauten und verzeichnen steigende Nachfrage. „Die Nachfrage nach Bestandsimmobilien wird größer, die Preise ziehen an“, so Zoidl. Während Neubauwohnungen im Schnitt rund 3.600 Euro pro Quadratmeter kosten, liegen gebrauchte Immobilien mit etwa 2.280 Euro deutlich darunter. Diese Preisdifferenz begünstigt die Nachfrage nach bestehenden Objekten.
Der Markt zeigt sich weiterhin differenziert. Hochpreisige Segmente gewinnen wieder an Bedeutung, während der mittlere Bereich moderat wächst. Insgesamt habe sich der Markt auf einem „vernünftigen und stabilen Niveau“ eingependelt, erklärte Dieter Leitner, Geschäftsführer von datenforum ZT. „Das Vertrauen in Immobilien als langfristige Wertanlage ist sichtbar gewachsen.“ Auch der Wiener Zinshausmarkt verzeichnete 2025 eine Belebung. Mit 348 Transaktionen und einem Transaktionsvolumen von über einer Milliarde Euro wurde erstmals seit 2022 wieder die Milliardengrenze überschritten.
Trotz der positiven Entwicklung warnen Branchenvertreter vor strukturellen Risiken. Ohne zusätzliche Impulse könnte das Angebot mittelfristig nicht mit der steigenden Nachfrage Schritt halten. „Ohne rasche Reformen und Gegenmaßnahmen kann sich die Situation am Markt rasch ins Gegenteil verkehren“, erklärte Oberndorfer. Gefordert werden unter anderem Erleichterungen bei Bauvorschriften, mehr Förderanreize sowie rechtliche und regulatorische Sicherheit.
„Für eine beständige Entwicklung am Markt braucht es dringend Maßnahmen, die Neubau und Sanierungen erleichtern“, so die Branchenvertreter. Andernfalls drohten bei weiter steigender Nachfrage und sinkendem Angebot deutliche Preissteigerungen. Die Immobilienwirtschaft sieht sich dabei nicht als Verursacher, sondern als Teil der Lösung. Entscheidend sei ein verlässlicher rechtlicher Rahmen, um Investitionen zu ermöglichen und den Markt nachhaltig zu stabilisieren.






