Projektentwickler setzt auf Zinshäuser, selektive Zukäufe und neue Wohnprojekte in Wien.
Nach den Verwerfungen am Immobilienmarkt sieht der Wiener Projektentwickler Grossmann + Kaswurm im Jahr 2026 wieder günstigere Einstiegsbedingungen für Investitionen. Das Unternehmen plant weitere Zukäufe, stellt mehrere Projekte fertig und will verstärkt in Zinshäuser sowie entwicklungsfähige Bestandsimmobilien investieren. Seit Beginn der Marktkrise verweist der Entwickler auf 186 Wohneinheiten mit einer Nettonutzfläche von 14.808 Quadratmeter realisiert. Das aktuelle Projektvolumen beträgt rund 89 Millionen Euro und umfasst Bestandsimmobilien, Dachbodenausbauten und Neubauten.
Geschäftsführer Benedikt Grossmann sieht eine deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen: „Das klassische Zinshausmodell Ankauf – Sanierung – Parifizierung – Abverkauf wird wieder deutlich attraktiver. Die Einstandspreise liegen heute rund 50 Prozent unter Vorkrisenniveau. Das eröffnet neue Renditefenster und federt einen großen Teil der gestiegenen Finanzierungskosten sowie der höheren Bau- und Regulierungskosten ab.“
Zugleich bleibe die Nachfrage nach Altbauwohnungen hoch. Grossmann erwartet daher ein stabiles Marktumfeld: „Wenn Zinsen stabil bleiben, weniger Wettbewerb herrscht, Einstiegspreise attraktiv sind und die Nachfrage nach Wohnraum in Wien unverändert hoch bleibt, entsteht ein ideales Fenster für Investoren. 2026 wird das Jahr jener, die diese Marktchancen erkennen und handeln.“
Co-Geschäftsführer Peter Kaswurm sieht die schwache Bautätigkeit nicht in mangelnder Nachfrage begründet. „Der Markt hat massiv an Tempo verloren – nicht, weil die Nachfrage fehlt, sondern weil Regulierung und Finanzierungspraxis viele Projekte ausbremsen“, sagte er. Strenge Vorgaben der Finanzmarktaufsicht, konservative Kreditvergaben und der Rückzug zahlreicher Marktteilnehmer führten dazu, dass weniger Projekte umgesetzt werden. Banken finanzierten derzeit häufig nur rund 60 Prozent der Projektkosten auf Basis vorsichtiger Bewertungen. „Die aktuellen Regeln verhindern damit eine rasche, aber dringend notwendige Entwicklung von Wohnraum in Wien“, so Kaswurm.

Grossmann + Kaswurm will sich als Investmentpartner für Zinshäuser positionieren und orientiere sich in diesem Zusammenhang an drei Kriterien: wirtschaftlich kalkulierbarer Objektzustand, langfristiges Standortpotenzial und klar erkennbare Nachfrage. Ziel sei es, Projekte auch unter strengeren Finanzierungsbedingungen tragfähig zu machen. Angewandt werde die Strategie an mehreren laufenden Projekten, heißt es vom Entwickler.
Genannt werden Projekte wie das Soda House in der Schopenhauerstraße 84 in Währing mit , ein Wohnprojekt mit 14 Einheiten, darunter generalsanierte Altbauwohnungen, Dachgeschosswohnungen und ein Townhouse im Hof eines ehemaligen Sodawerkkarees. Ebenso das Parkside in der Bürgerspitalgasse 13 in Mariahilf nahe des Minna-Lachs-Park mit 20 Eigentumswohnungen mit 1.466 Quadratmeter Nettonutzfläche sowie das „Flow“ in der Floridusgasse 35 in Floridsdorf, wo Apartments und Townhouses entstehen.






