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Rendity zieht den Stecker: Plattform wird eingestellt

von Charles Steiner
17. Februar 2026
in Digitalisierung, Finanzierung, Finanzierung, Gewerbe, Österreich, Wohnen
Die Crowdinvesting-Plattform Rendity stellt ihren Betrieb ein. Symbolbild: pixabay.com

Die Crowdinvesting-Plattform Rendity stellt ihren Betrieb ein. Symbolbild: pixabay.com

Investoren sollen Guthaben sichern – Abwicklung läuft, Immobilienprojekte bleiben Risiko.

Die Wiener Immobilien-Crowdinvestingplattform Rendity wird ihren Betrieb einstellen. Wie die Kronen Zeitung unter Berufung auf ein Schreiben an Investierende berichtet, wird die Plattform stillgelegt und befindet sich in einem Ablauf- und Abwicklungsprozess. Anlegerinnen und Anleger werden aufgefordert, vorhandene Guthaben rasch auszuzahlen. Nach Recherchen von immobilien investment befindet sich die Rendity GmbH mittlerweile in Liquidation, ein entsprechender Antrag ist am Dienstag beim Handelsgericht Wien eingebracht worden.

Als Gründe nennt das Unternehmen die angespannte Lage am Immobilienmarkt. Gestiegene Zinsen, höhere Baukosten und wirtschaftliche Unsicherheiten hätten dazu geführt, dass Projekte verzögert wurden oder Projektentwickler ihre Finanzierungen nicht mehr bedienen konnten. „Unter diesen Bedingungen sei es nicht mehr möglich gewesen, die Plattform wirtschaftlich weiterzuführen“, heißt es im Krone-Bericht.

Rendity hat nach eigenen Angaben die Behörden über die Schrittsetzung informiert und erforderliche Berechtigungen zurückgelegt. Die Internetplattform soll voraussichtlich noch bis mindestens 31. Mai 2026 erreichbar bleiben. Nutzer können sich weiterhin einloggen, Daten prüfen und vorhandene Guthaben auf ihre Bankkonten überweisen; neue Einzahlungen sind nicht mehr möglich. Das Unternehmen empfiehlt, vorhandene Guthaben möglichst zeitnah abzuziehen.

Rendity fungierte als Vermittlungsplattform zwischen Investoren und Projektgesellschaften. Investitionen erfolgten direkt in Immobilienprojekte, nicht in das Unternehmen selbst. Rückzahlungen und Zinsen hängen daher von der wirtschaftlichen Lage der jeweiligen Projektträger ab. Kommt es dort zu Verzögerungen oder Insolvenzen, hat die Plattform nur begrenzten Einfluss. Mehrere Projektgesellschaften befinden sich laut Unternehmensangaben derzeit in finanziellen Schwierigkeiten; teils wurden Insolvenzverfahren eröffnet. Sollten während der Abwicklung noch Zahlungen eingehen, sollen diese den Investoren gutgeschrieben werden.

Laut Bericht der Krone betonte Rendity, man habe über Jahre versucht, zwischen Investoren und Projektentwicklern Lösungen zu finden; die rechtlichen Möglichkeiten seien jedoch begrenzt gewesen. Letztlich sei die geordnete Abwicklung die verbleibende Option gewesen.

Tags: CrowdinvestingRendity
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