Nach einem stärkeren ersten Halbjahr ist die Zahl der Wohnungstransaktionen in Wien im dritten Quartal 2026 deutlich zurückgegangen. Laut Immo Analytics lagen die Verkäufe sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahresquartal um mehr als 20 Prozent niedriger.
Der Wiener Wohnungsmarkt hat im dritten Quartal 2026 deutlich Federn lassen müssen. Nach Angaben von Immo Analytics sank die Zahl der verbücherten Wohnungskäufe sowohl gegenüber dem zweiten Quartal 2026 als auch gegenüber dem dritten Quartal 2025 um jeweils mehr als 20 Prozent. Damit hat sich die Entwicklung gegenüber dem ersten Halbjahr merklich abgeschwächt.
Im ersten und zweiten Quartal hatte die Zahl der Transaktionen noch deutlich über den jeweiligen Vorjahreswerten gelegen. Immo Analytics rechnet für das Gesamtjahr nun mit deutlich weniger Verkäufen als noch zur Jahresmitte erwartet.
Als wesentlichen Grund nennt das Datenanalyse-Unternehmen die Verschärfung der Finanzierungssituation. „Die Zinserhöhungen haben den zarten Aufschwung des Wiener Wohnungsmarktes im ersten Halbjahr jäh gestoppt und Finanzierungen deutlich erschwert“, sagt Gregor Pfeiffer, Geschäftsführer von Immo Analytics. Im aktuellen Umfeld würden zunehmend die Finanzierungsmöglichkeiten bestimmen, welche Kaufpreise tatsächlich realisierbar seien.
Besonders deutlich zeigt sich die Abschwächung laut Quartalsbericht bei der Verteilung nach Preisklassen. Wohnungen mit Kaufpreisen bis rund 300.000 Euro würden weiterhin gehandelt, während die Zahl der Abschlüsse in höheren Preissegmenten stark zurückgegangen sei.
Vor allem Wohnungen zwischen 300.000 und 600.000 Euro seien angesichts der aktuellen Finanzierungskosten auch für einkommensstärkere Haushalte schwerer leistbar geworden. Immo Analytics spricht in diesem Bereich für das dritte Quartal von einem weitgehend zum Erliegen gekommenen Markt.
Die Entwicklung am Eigentumsmarkt wirkt sich nach Einschätzung von Immo Analytics auch auf den Mietwohnungsmarkt aus. Haushalte, die unter anderen Finanzierungsbedingungen eine Eigentumswohnung erworben hätten, würden zunehmend auf Mietwohnungen ausweichen. Dies betreffe auch höherpreisige Mietsegmente. Damit treffe zusätzliche Nachfrage auf ein begrenztes Angebot. Immo Analytics beobachtet in der Folge steigende Mieten und kurze Vermarktungszeiten bei verfügbaren Wohnungen.
Gleichzeitig hätten sich die Renditeanforderungen von Investoren verändert. Im vergangenen Quartal seien im Altbau erstmals höhere Renditen verlangt worden als bei Neubau-Erstbezügen. Als einen wesentlichen Grund dafür nennt das Unternehmen gestiegene regulatorische und politische Unsicherheiten, etwa durch Eingriffe in die Mietpreisgestaltung und zusätzliche Erhaltungspflichten.
„Politische Eingriffe wirken auf Märkte, nur leider oft nicht zum Positiven“, sagt Pfeiffer. Wenn höhere Finanzierungskosten den Eigentumserwerb erschwerten und gleichzeitig politische Maßnahmen die Investitionsbereitschaft reduzierten, könne sich der Druck auf Eigentums- und Mietmarkt zugleich erhöhen.






