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Trotz Marktstabilisierung: ÖVI warnt vor Wohnungsmangel

von Onlineredaktion immobilien investment
11. Mai 2026
in Events, News, Österreich, Verbände, Wohnen, Wohnprojekte
Die Nachfrage nach Wohnraum hat wieder angezogen, das Angebot verkleinert sich zunehmend wegen mangelnder Bautätigkeit. Foto: Christian Fürthner

Die Nachfrage nach Wohnraum hat wieder angezogen, das Angebot verkleinert sich zunehmend wegen mangelnder Bautätigkeit. Foto: Christian Fürthner

Rückläufige Neubautätigkeit könnte laut Immobilienbranche ab 2026/27 zu massivem Angebotsdefizit am Wohnungsmarkt führen.

Der österreichische Immobilienmarkt zeigt nach den Verwerfungen infolge steigender Zinsen erste Anzeichen einer Stabilisierung. Gleichzeitig warnen Branchenvertreter jedoch vor einem zunehmenden Wohnungsmangel infolge stark rückläufiger Neubautätigkeit. Diese Einschätzung stand im Mittelpunkt des 10. ÖVI Maklerdialogs, bei dem am 6. Mai in Wien mehr als 100 Experten über aktuelle Entwicklungen am Immobilienmarkt diskutierten.

Unter dem Leitthema „Märkte unter Druck“ analysierten Vertreter der Österreichischer Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI) insbesondere die Auswirkungen sinkender Fertigstellungszahlen auf den Wohnungsmarkt. „Die Immobilienmärkte ordnen sich nach dem Ende der Nullzinsphase neu. Während sich die Nachfrage langsam stabilisiert, sinkt die Bautätigkeit dramatisch. Genau daraus entsteht das eigentliche Risiko der kommenden Jahre: ein struktureller Wohnungsmangel“, erklärte Manuel Plachner, ÖVI-Vorstand, auf Basis von Auswertungen von immoanalyse und Matthias Grosse.

Besonders deutlich zeige sich die Entwicklung in Wien. Wurden im Jahr 2021 noch rund 15.200 Wohnungen fertiggestellt, werden für 2026 nur noch etwa 8.500 Wohnungen erwartet. Das entspricht einem Rückgang von nahezu 50 Prozent. Laut Einschätzung des Instituts für Immobilien, Bauen und Wohnen GmbH (IIBW) liege der jährliche Bedarf jedoch bei rund 12.000 Wohnungen.

Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Wohnraum laut Branchenvertretern hoch. Vor allem Wien, aber auch Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck verzeichnen weiterhin Bevölkerungswachstum. Noch sei die Situation am Markt nicht akut angespannt, allerdings trockne die Projektpipeline zunehmend aus.

Besonders unter Druck gerät laut ÖVI der Mietmarkt. Seit 2022 sei die Zahl neu inserierter Mietwohnungen in Wien um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Gleichzeitig steige die Nachfrage weiter an, da Eigentum infolge höherer Zinsen und strenger Eigenkapitalanforderungen für viele Haushalte schwer finanzierbar bleibe. Der Druck werde sich künftig vor allem am Mietmarkt bemerkbar machen. Sinkendes Angebot bei wachsender Bevölkerung führt zwangsläufig zu steigender Konkurrenz um Wohnraum

Im Eigentumssegment zeigen aktuelle Marktdaten hingegen eine Stabilisierung, insbesondere bei gebrauchten Wohnungen. Nach dem deutlichen Rückgang der Transaktionen infolge steigender Finanzierungskosten passe sich der Markt zunehmend an die neuen Rahmenbedingungen an. Die Preisentwicklung verlaufe differenziert: Während sich die nominalen Preise konsolidieren, seien inflationsbereinigt bereits deutliche Korrekturen der früheren Überhitzung sichtbar.

Auch der Gewerbeimmobilienmarkt bleibt laut den Experten herausfordernd. Hochwertige Büroflächen würden weiterhin stabile Nachfrage verzeichnen und steigende Spitzenmieten erzielen, während sekundäre Standorte zunehmend unter Druck geraten. Höhere Leerstände und restriktivere Finanzierungen prägen dabei das Marktumfeld.

Neben Marktanalysen standen beim diesjährigen ÖVI Maklerdialog auch rechtliche und technologische Entwicklungen im Fokus. Diskutiert wurden unter anderem Künstliche Intelligenz in der Immobiliensuche, Änderungen im Wohnrecht, Fragen zu Mietverträgen und Wertsicherung sowie datenschutzrechtliche Aspekte bei Drohnenaufnahmen in Immobilieninseraten.

Tags: MaklerdialogÖVIWien
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