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Signa-Holding: Verlust vor Insolvenz lag bei 650 Millionen Euro

von Onlineredaktion immobilien investment
26. September 2025
in Gewerbe, Österreich, Recht & Steuern
Die Signa legte die größte Pleite der österreichischen Wirtschaftsgeschichte hin. Foto: cjs

Die Signa legte die größte Pleite der österreichischen Wirtschaftsgeschichte hin. Foto: cjs

Insolvenzverwalter Christoph Stapf legt fünften Report vor – Milliardenforderungen angemeldet, weitere Verwertungen und Anfechtungen im Laufen.

Die Signa Holding GmbH hat im letzten vollen Geschäftsjahr vor dem Insolvenzantrag vom 29. November 2023 einen Betriebsverlust von rund 650 Millionen Euro erwirtschaftet. Das geht aus dem fünften Bericht des Insolvenzverwalters hervor. Laut der vom Sachverständigen Deloitte Financial vorgenommenen vereinfachten Berechnung sei der materielle Eintritt der Insolvenz spätestens mit November 2022 erfolgt. Die Aufarbeitung der finanziellen Gebarung zur Erhebung weiterer Haftungs- und Anfechtungsansprüche dauere an, hieß es.

Der Insolvenzverwalter berichtete, er habe Anfechtungsansprüche von mehr als 315 Millionen Euro bereits gerichtlich geltend gemacht; dafür seien 3,73 Millionen Euro an Pauschalgebühren angefallen. Aufgrund eines Richterwechsels werde mit Verzögerungen in den Verfahren gerechnet. Außergerichtlich seien bisher 3,70 Millionen Euro hereingebracht worden. Bei Haftungsansprüchen gegen ehemalige Mitglieder des Managements werde gemeinsam mit den Insolvenzverwaltern von Signa Prime und Signa Development eine außergerichtliche Lösung mit Versicherern angestrebt, erklärte Christoph Stapf.

Parallel dazu arbeite die Verwaltung an der Verwertung wesentlicher Beteiligungen, an der Einbringung offener Forderungen und an einer geordneten Abwicklung verbleibender Bereiche. Die Verwertung von Fahrnissen – darunter ein Flugzeug, Büroausstattung, Jagdwaffen und die Einrichtung der Villa Ansaldi – sowie immateriellen Vermögenswerten wie Markenrechten und Domains habe insgesamt rund 10 Millionen Euro eingebracht. In mehreren Fällen seien Preise über den zuvor erhobenen Verkehrswerten erzielt worden.

Bei strategischen Beteiligungen seien mit dem Verkauf des US-Strangs einschließlich des Chrysler Buildings, der Anteile an der „Kronen Zeitung“ sowie weiterer Immobilienunternehmen wesentliche Schritte gesetzt worden. Verhandlungen über zusätzliche Verkäufe liefen laut Verwaltung weiter. Gegenüber anderen Signa-Insolvenzmassen seien Anfechtungsbegehren von rund 423 Millionen Euro erhoben und als Forderungen anerkannt worden. Während bei Signa Prime und Signa Development Quotenausschüttungen ungewiss blieben, werden beim Beteiligungsstrang Signa Retail substanzielle Zuflüsse erwartet.

Auf Betreiben der Verwaltung seien bisher 25 Gesellschaften liquidiert und über weitere 23 Gesellschaften Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die Abwicklung werde sich nach aktuellem Stand bis ins Jahr 2026 erstrecken, sagte Christoph Stapf. Bis zum 25. September 2025 seien 449 Forderungen in Höhe von 8,352 Milliarden Euro gegen die Signa Holding angemeldet worden. Davon habe der Insolvenzverwalter 2,758 Milliarden Euro anerkannt und 5,594 Milliarden Euro bestritten. Die allgemeine Frist zur Anfechtung der Bestreitungen sei abgelaufen; einzelnen Gläubigern seien individuelle Nachfristen eingeräumt worden, so Stapf.

Tags: Christoph StapfInsolvenzenSigna Holding
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