Mehr Verkäufe, Preise stiegen unter der Inflation und erste Signale einer Markterholung bei Eigentumswohnungen in Österreich prägten den Markt im abgelaufenen Jahr.
Der österreichische Markt für Eigentumswohnungen hat zumindest im Vorjahr deutlich an Dynamik gewonnen. Ob sich dieser Trend in diesem Jahr allerdings fortsetzen wird, bleibt aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage ungewiss. Laut Re/Max-ImmoSpiegel stieg die Zahl der verbücherten Wohnungskäufe im Jahresvergleich um rund 22 Prozent auf 40.576 Transaktionen. Auch der Gesamtwert der Verkäufe legte kräftig zu und erreichte rund 11,9 Milliarden Euro. Die Preise entwickelten sich dagegen vergleichsweise moderat: Österreichweit kostete eine Eigentumswohnung im Schnitt 266.583 Euro, das entspricht einem Plus von rund 3 Prozent.
Damit setzte sich nach dem Einbruch der Jahre 2022 und 2023 im Verlauf des Jahres 2025 eine Erholung fort. Re/Max sieht darin eine Trendwende, verweist aber zugleich auf neue Risiken durch geringe Neubautätigkeit, Inflation und die weitere Zinsentwicklung. „Der Wohnungsmarkt hat sich 2025 in den meisten Regionen erfreulich entwickelt. Das Angebot war gut, die Nachfrage stärker als in den Jahren davor und die Preise haben nur leicht angezogen“, sagte Bernhard Reikersdorfer, Managing Director von Re/Max Austria. Zugleich warnte er vor den kommenden Monaten: „Ende 2026, Anfang 2027 ist mit einer Angebotsverknappung zu rechnen und diese kann in weiterer Folge zu spürbar steigenden Preisen führen.“
Besonders stark fiel das Wachstum bei den Verkaufszahlen in Vorarlberg, der Steiermark und in Wien aus. In der Bundeshauptstadt stieg die Zahl der Wohnungskäufe um knapp ein Viertel auf 11.915 Verbücherungen. Damit entfiel fast jede dritte in Österreich verkaufte Eigentumswohnung auf Wien. Auch bei den Umsätzen lag Wien vorne: Das Transaktionsvolumen stieg dort auf rund 4,2 Milliarden Euro.
Österreichweit legte der Verkaufswert aller Eigentumswohnungen gegenüber 2024 um rund 25 Prozent zu. Damit lag der Markt nicht nur deutlich über dem Vorjahresniveau, sondern auch leicht über dem Zehnjahresschnitt. Im historischen Vergleich nähert sich das Umsatzniveau damit wieder jenem vor den starken Marktverwerfungen der vergangenen Jahre an. Bei den Preisen zeigt sich ein differenziertes Bild. Zwar stiegen die Durchschnittspreise bundesweit um rund 3 Prozent, doch regional entwickelten sich die Märkte unterschiedlich. Am teuersten waren Eigentumswohnungen 2025 in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Wien. Am unteren Ende lagen die Steiermark und das Burgenland. Rückgänge verzeichneten unter anderem Kärnten und das Burgenland.

Reikersdorfer verwies darauf, dass die Preisentwicklung unter der Inflation geblieben sei. „Während die Inflation 2025 um 3,6 Prozent gestiegen ist, haben die Wohnungspreise um 3,1 Prozent angezogen. Damit kommen wir wie 2024 inflationsbereinigt auch 2025 eigentlich zu einer Realpreissenkung“, sagte er. Auffällig blieb auch die Entwicklung im Neubausegment. Der Anteil von Neubauwohnungen und generalsanierten Einheiten am Gesamtmarkt sank 2025 weiter auf rund 26 Prozent. 2021 hatte dieser Anteil noch bei 39 Prozent gelegen. Neubauwohnungen kosteten im Schnitt 351.924 Euro und damit um rund 4 Prozent mehr als im Jahr davor. Bestandswohnungen kamen auf durchschnittlich 237.005 Euro, ein Plus von rund 3 Prozent.
Die Preisdifferenz zwischen Neubau und Bestand weitete sich weiter aus. Auf Quadratmeterbasis kostete eine Neubauwohnung im Österreichschnitt 5.375 Euro, eine Bestandswohnung 3.612 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von rund 49 Prozent für Neubauten. „Dem Kurvenverlauf nach zu schließen, sollte die Talsohle damit erreicht sein. Wenn man die Insolvenzmeldungen in der Baubranche laufend verfolgt, kommen allerdings wieder Zweifel auf“, sagte Anton E. Nenning, Head of Communication & Research von Re/Max Austria, mit Blick auf die sinkende Neubauquote.
Als Datengrundlage verweist Re/Max auf die vollständige Auswertung aller 2025 in Österreich tatsächlich verkauften und verbücherten Wohnungen auf Basis der Kaufvertragssammlung von IMMOunited. „Seit 2009 arbeiten wir nur mit der Gesamtheit aller tatsächlich verkauften Wohnungen und nicht mit irgendwelchen Stichproben und Teilmengen“, sagte Nenning. Roland Schmid, Gründer und Eigentümer der IMMOunited GmbH, ergänzte: „So entstehen vollständige Transaktionsdatensätze, die für einen transparenten Immobilienmarkt sorgen und für unsere Partnerunternehmen eine wertvolle Entscheidungsgrundlage darstellen.“






