Zahl der anberaumten Zwangsversteigerungen in Österreich stieg 2025 um 42,1 Prozent. Im ersten Halbjahr 2026 setzte sich die Entwicklung fort, während sich die Erlöse vorläufig stabilisierten.
Die Zahl der Zwangsversteigerungen von Liegenschaften in Österreich ist 2025 deutlich gestiegen. Laut dem aktuellen Zwangsversteigerungsindex von SmartFacts Data Services erhöhte sich der Index für die Zahl der anberaumten Versteigerungstermine gegenüber 2024 um 42,1 Prozent von 38 auf 54. Gleichzeitig sank der Index der bei erfolgreichen Versteigerungen erzielten Erlöse um 5,8 Prozent von 104 auf 98.
Damit setzte sich die bereits 2024 beobachtete Entwicklung fort. Von 2023 auf 2024 war der Termin-Index bereits um 31 Prozent gestiegen. Mit dem weiteren Anstieg im vergangenen Jahr erreichte die Zahl der anberaumten Zwangsversteigerungen laut SmartFacts wieder das Niveau der Jahre 2017 und 2018.
Gegenläufig entwickelte sich der Erlös-Index. Nach einem über rund ein Jahrzehnt nahezu kontinuierlichen Anstieg hatte dieser 2022 mit 149 seinen bisherigen Höchststand erreicht. Bis 2025 sank der Wert auf 98. Ein zweistelliger Indexstand war laut SmartFacts zuletzt vor 2012 verzeichnet worden.
Der SmartFacts-Zwangsversteigerungsindex bildet zwei unterschiedliche Entwicklungen ab: Der erste Wert beschreibt die Veränderung der bei Zwangsversteigerungen von Liegenschaften erzielten Erlöse, der zweite jene der Anzahl der anberaumten Versteigerungstermine. Grundlage sind jeweils definierte Durchschnittswerte.
Auch im laufenden Jahr setzte sich der Anstieg bei den Zwangsversteigerungen zunächst fort. Im ersten Halbjahr 2026 erhöhte sich die Zahl der anberaumten Termine laut SmartFacts nochmals um rund ein Drittel auf nahezu 1.000. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einer Rückkehr auf ein Niveau, wie es zuletzt vor rund zehn Jahren verzeichnet worden war. Gleichzeitig gebe es Anzeichen dafür, dass sich die Dynamik des Anstiegs abschwächen könnte. Bei den Versteigerungserlösen zeichnet sich hingegen vorerst eine Stabilisierung ab. Nach den deutlichen Rückgängen der vergangenen Jahre hält SmartFacts für 2026 ein geringes Wachstum des Erlös-Index auf knapp über 100 für möglich.






