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Tojner übernimmt mehrere Wiener Neustädter Gemeindewohnungen

von Charles Steiner
26. August 2026
in Österreich, Wohnen
Wiener Neustadt privatisiert ihre Gemeindewohnungen. Einer der Käufer ist Michael Tojners Wertinvest. Bild: Wikipedia/flightlog

Wiener Neustadt privatisiert ihre Gemeindewohnungen. Einer der Käufer ist Michael Tojners Wertinvest. Bild: Wikipedia/flightlog

Im Zuge der Neuordnung des kommunalen Wohnbaus werden mit September weitere 1.242 Mieteinheiten an private Eigentümer übergeben – WertInvest übernimmt mehrere Wohnanlagen, Kaufpreise werden vorerst nicht veröffentlicht.

Die Neuordnung des kommunalen Wohnbaus in Wiener Neustadt geht in die nächste Phase. Mit 1. September werden weitere 1.242 Mieteinheiten der städtischen IFP Immobilien Freizeit Parken-Wiener Neustadt an neue Eigentümer übergeben. Zu den Käufern zählt die WertInvest WieNeu Prop GmbH & Co KG, die mehrere größere Wohnungspakete übernimmt. Daneben kommen die Quadradite GmbH und die GLM Preiswert Wohnen GmbH zum Zug.

Hinter WertInvest steht der österreichische Unternehmer Michael Tojner. Das Unternehmen übernimmt unter anderem die Gustav-Kraupa-Wohnhausanlage am Flugfeld, Liegenschaften in der Neunkirchner Straße und Pottendorfer Straße sowie den Etrich-Hof. Zum Paket gehören darüber hinaus mehrere sogenannte Verbund-Häuser, die Anton-Ofenböck-Häuser und das Schärf-Haus am Ferdinand-Porsche-Ring.

Die Quadradite GmbH übernimmt unter anderem Objekte in der Dietrichgasse und Kammangasse, Herrengasse, Kollonitschgasse, Raugasse und Neunkirchner Straße. An die GLM Preiswert Wohnen GmbH gehen Liegenschaften in der Schlögelgasse, die Sparkassenhäuser in der Josefstadt sowie ein Paket mit Objekten am Flugfeldgürtel, in der Matthias-Schönerer-Gasse und der Steinabrückler Gasse.

Insgesamt wurden die für die Neuordnung vorgesehenen 1.646 Mieteinheiten in elf Pakete aufgeteilt. Mit Anfang September werden davon 1.357 Wohnungen beziehungsweise acht der elf Pakete neue Eigentümer haben. Bereits mit 1. August waren 115 Wohnungen an die gemeinnützigen Wohnbauträger Familienwohnbau Niederösterreich und Wien-Süd übergeben worden. Für die verbleibenden drei Pakete laufen nach Angaben der Stadt noch Verhandlungen.

Für die Bewohner sollen mit dem Eigentümerwechsel keine vertraglichen Änderungen verbunden sein. Nach Angaben der IFP besteht für die Mieter kein Handlungsbedarf. Über die neuen Eigentumsverhältnisse sollen sie gemeinsam von der IFP und den jeweiligen Käufern informiert werden.

Die Käufer wurden in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählt. Begleitet wurde der Prozess von CBRE sowie FSM Rechtsanwälte. Angaben zu den Kaufpreisen liegen derzeit nicht vor. „Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart“, heißt es seitens der IFP. Eine abschließende Information über das Gesamtprojekt und das insgesamt erzielte Transaktionsvolumen soll im Herbst erfolgen.

Ausgangspunkt der Verkäufe ist die im Herbst 2025 eingeleitete Neuordnung des kommunalen Wohnungsbestands von Wiener Neustadt. Stadt und IFP hatten damals angekündigt, den Bestand von insgesamt 2.256 städtischen Mieteinheiten neu zu strukturieren. Rund 25 Prozent der bisherigen Wohnungen sollen im Eigentum der Stadt beziehungsweise der IFP verbleiben. Für den übrigen Bestand wurden Investoren gesucht.

Begründet wurde die Neuordnung insbesondere mit der finanziellen Situation der Stadt, bestehenden Darlehensbelastungen sowie Leerständen im kommunalen Wohnungsbestand. Bürgermeister Klaus Schneeberger hatte bei der Ankündigung des Verfahrens erklärt: „Investitionen in den Gemeindebau aus dem Stadtbudget sind aufgrund der wirtschaftlichen Lage derzeit nur eingeschränkt möglich. Darüber hinaus verhindern hohe Belastungen aus Darlehen eine positive Weiterentwicklung. Und drittens gibt es eine massive Belastung des Stadtbudgets durch geringere Mieteinnahmen aufgrund von Leerständen.“

Ziel sei es, einen Teil der Wohnungen im kommunalen Eigentum zu behalten und gleichzeitig finanzielle Spielräume für Investitionen zu schaffen. „Unser Ziel ist es, eine solide Auswahl an Mieteinheiten im Eigentum der Stadt zu behalten und in eine gute Zukunft zu führen“, sagte Schneeberger. Durch die Verkäufe sollten sowohl Investitionen in den verbleibenden kommunalen Bestand als auch durch die neuen Eigentümer in die veräußerten Wohnanlagen ermöglicht werden.

Mit der Übergabe der nächsten Wohnungspakete ist der Verkaufsprozess noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Verhandlungen über die letzten drei der insgesamt elf Pakete laufen weiter. Wie hoch das gesamte Transaktionsvolumen aus der Neuordnung des Wiener Neustädter Gemeindewohnungsbestands ausfällt, soll nach Angaben der IFP im Herbst bekanntgegeben werden.

Tags: GemeindewohnungenMichael TojnerNiederösterreichwertinvestWiener Neustadt
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