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Bauzahlen sinken weiter, Trend zeigt Stabilisierung auf unterem Niveau

von Charles Steiner
23. April 2025
in Österreich, Verbände, Wohnen, Wohnprojekte
Die Neubauzahlen im Wohnbereich sind weiter gesunken, ab kommendem Jahr soll er sich auf niedrigem Niveau stabilisieren. Foto: pixabay.com

Die Neubauzahlen im Wohnbereich sind weiter gesunken, ab kommendem Jahr soll er sich auf niedrigem Niveau stabilisieren. Foto: pixabay.com

WKÖ und Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen präsentieren aktuelle Daten zur Wohnbautätigkeit in Österreich.

Die Zahl der neu gebauten Wohnungen in Österreich geht weiter zurück und dürfte sich laut Prognose bis 2026 auf einem deutlich niedrigeren Niveau einpendeln. Das geht aus dem ersten Österreichischen Neubaubericht 2025 basierend auf einer Analyse von Exploreal hervor, der am Mittwoch vom Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und dem Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) vor Journalisten vorgestellt wurde.

Die Zahl der neu fertiggestellten Wohnungen sei von rund 46.000 Einheiten im Jahr 2022 auf voraussichtlich 25.000 Einheiten im Jahr 2026 gesunken. Gerald Gollenz, Obmann des Fachverbands der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der WKÖ, sprach von einer Entwicklung mit weitreichenden Auswirkungen: „Ab 2026 stabilisieren wir uns – wenn auch auf niedrigem Niveau.“ Zwei Drittel der Bauleistung entfielen dabei auf die gewerbliche Immobilienwirtschaft, ein Drittel auf gemeinnützige Bauträger. Herwig Pernsteiner, stellvertretender Obmann des GBV, sagt: Die fertiggestellten Wohneinheiten sinken bis 2026 im Vergleich zu 2022 um 40 Prozent. Das ist beinahe eine Halbierung, die einer Stadt in der Größe von Wiener Neustadt entspricht.“

Trotz des Rückgangs bei Neubauten und Sanierungen sei eine qualitative Weiterentwicklung erkennbar. „Seit 2022 haben Wohnungen im Schnitt um einen Quadratmeter auf durchschnittlich 70 Quadratmeter Fläche zugelegt. 96 Prozent der Einheiten verfügen über eine Freifläche von rund 11 Quadratmetern“, sagte Johannes Wild, stellvertretender Obmann des Fachverbands. Der Trend gehe zudem zu kleineren Wohneinheiten: „Rund 44 Prozent der neuen Wohnungen sind Ein- bis Zweizimmer-Einheiten. In Städten wird kleiner gebaut, im ländlichen Raum dominieren Dreizimmerwohnungen.“ Im Bereich der Wohnungsverkäufe sei eine vorsichtige Erholung zu beobachten. „Auch wenn wir bei den Transaktionen noch nicht auf dem Niveau von 2021 sind, zeigt der Trend wieder nach oben“, so Wild. „Ein kleiner Aufschwung ist spürbar – das ist für die gesamte Branche wichtig.“

Die gemeinnützigen Bauvereinigungen seien in der derzeitigen Situation ein verlässlicher Bestandteil des Marktes. „Wir versuchen, trotz der markanten Veränderungen ein stabilisierender Faktor mit konstant hoher Bautätigkeit zu bleiben“, betonte Pernsteiner. Rund ein Drittel der errichteten Wohnungen sei dem Segment des leistbaren Wohnraums zuzurechnen. Auch die gewerbliche Immobilienwirtschaft spiele laut Gollenz eine wichtige Rolle bei der Wohnraumversorgung. Er warnte jedoch vor weiteren Rückgängen und forderte politischen Handlungswillen: „Um die Bautätigkeit wieder anzukurbeln, braucht es gezielte Maßnahmen – insbesondere zur Förderung leistbaren Wohnraums und zur Unterstützung von Sanierungen.“

Tags: explorealFachverband der Immobilien- und VermögenstreuhänderGBV
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