Rund 600 Wohnungen bis 2028 geplant – Schwerpunkt auf gefördertem Wohnbau und nachhaltiger Energieversorgung.
In Wien-Favoriten beginnt der Bau des neuen Quartiers „Kurbadstraße“ nahe der Therme Wien. Auf einem rund 3,5 Hektar großen, seit den 1970er-Jahren als Bauland gewidmeten Areal zwischen Kurbadstraße und Kurpark sollen bis Herbst 2028 rund 600 Wohnungen entstehen. An der Umsetzung beteiligt sind mehrere gemeinnützige und gewerbliche Bauträger, darunter GEWOG, GESIBA, WIGEBA, Gartenheim und WBV-GPA. Grundlage war ein dialogorientierter Bauträgerwettbewerb mit Einbindung von Planungsteams, Behörden und Anrainern. Der Aushub für das erste Baufeld startet in den kommenden Wochen.
Nach Angaben der Projektverantwortlichen werden mehr als zwei Drittel der Wohnungen gefördert errichtet. Auf einer der Liegenschaften ist zudem ein neuer Gemeindebau vorgesehen. „Jedes in Umsetzung gebrachte Bauvorhaben bedeutet unter diesen Rahmenbedingungen einen entscheidenden Schritt zur Schaffung von leistbarem Wohnraum. Beim Projekt in der Kurbadstraße werden mehr als zwei Drittel der insgesamt rund 600 Wohnungen gefördert errichtet, auf einer der Liegenschaften entsteht ein weiterer Gemeindebau-Neu“, sagte Projektsprecher Ernst Eichinger. Neben Wohnraum sind Flächen für Nahversorgung, Handel, Gastronomie und Gemeinschaftseinrichtungen geplant. Das Quartier liegt in unmittelbarer Nähe zum Kurpark Oberlaa und zur U-Bahn-Linie U1. Die Innenstadt ist laut Projektangaben in rund 15 Minuten erreichbar.

Das Areal war über Jahre großteils versiegelt und wurde unter anderem als Parkplatz genutzt. Bis 2007 standen dort das Kurmittelhaus und eine Kurpension. Nach deren Abbruch sowie dem Rückbau einer ehemaligen Ladenzeile wurde das Grundstück neu geordnet. Im Zuge der aktuellen Bebauung soll sich das Quartier zum angrenzenden Kurpark öffnen. Ein Teil der Fläche bleibt unbebaut und wird als Grün- und Aufenthaltsraum gestaltet. Bäume, die laut Gutachten krank oder nicht mehr standsicher sind, werden entfernt und durch Ersatzpflanzungen kompensiert.
Geplant sind begrünte Innenhöfe, Fassaden und Dächer sowie durchlässige Oberflächen zur Verbesserung des Mikroklimas. Die Baukörper sind gestaffelt und erreichen Höhen zwischen sechs und maximal 25 Metern. Parkplätze werden ausschließlich unterirdisch errichtet, die Freiräume zwischen den Gebäuden bleiben autofrei. Vorgesehen sind 1.670 Fahrradabstellplätze.
Ein zentrales Element des Projekts ist die Energieversorgung. Rund 80 Prozent der Heizleistung sollen aus Abwärme der benachbarten Therme Wien gewonnen werden. Der restliche Bedarf wird durch Fernwärme der Stadt Wien sowie durch Wärmepumpen gedeckt. Die Gebäude sind mit Photovoltaikanlagen und Regenwasserrückhalteflächen geplant. Der Erdaushub wird nach Angaben der Projektverantwortlichen im Sinne der Kreislaufwirtschaft für die Ziegelproduktion weiterverwendet. In der Planung wurden zudem ökologische Aspekte wie Lebensräume für Vögel und Insekten berücksichtigt.






