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Angebotsknappheit treibt Wohnrenditen

von Charles Steiner
10. Juni 2026
in Finanzierung, Österreich, Wohnen, Wohnprojekte
Während der Wohnbau rückläufig ist, steigt die Nachfrage. Das Ergebnis: Steigende Renditen aufgrund steigender Mieten, während die Kaufpreise nur eine schleppende Dynamik aufweisen Foto: pixabay.com

Während der Wohnbau rückläufig ist, steigt die Nachfrage. Das Ergebnis: Steigende Renditen aufgrund steigender Mieten, während die Kaufpreise nur eine schleppende Dynamik aufweisen Foto: pixabay.com

KE Wohnimmobilien: Steigende Mieten verbessern Ertragsaussichten für Wohnimmobilien – Wien verzeichnet stärksten Anstieg am Mietmarkt.

Für Investoren attraktiv, für Wohnungssuchende zunehmend ein Problem: Die Renditen von Wohnimmobilien in Österreich haben im laufenden Jahr einen leichten Anstieg erfahren. Ausschlaggebend dafür sind vor allem steigende Mieten, während die Kaufpreise nur moderat zulegten. Das geht aus der aktuellen Renditeanalyse von KE Wohnimmobilien hervor. Besonders in Wien macht sich die zunehmende Angebotsknappheit bemerkbar, die den Druck auf den Mietmarkt deutlich erhöht.

„Nach den turbulenten Jahren am Wohnungsmarkt sehen wir erstmals wieder eine leichte Verbesserung der Renditesituation. Der Haupttreiber sind dabei nicht die Kaufpreise, sondern die Mieten“, erklärte Ernst Kovacs, Geschäftsführer von KE Wohnimmobilien. Zusammengefasst treffen moderat gestiegene Kaufpreise auf deutlich stärker steigende Mieten, die vor allem durch das knapper werdende Wohnungsangebot begünstigt werden.

KE Wohnimmobilien führt dies durch Veränderungen im Projektangebot die Statistik zurück. In mehreren Regionen wurden hochpreisige Projekte verschoben oder vom Markt genommen, während neue Projekte in anderen Bezirken die Durchschnittspreise nach oben trieben.

Daraus ergibt sich ein Marktbild, das auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint: Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt hoch, während das Angebot aufgrund zurückhaltender Bautätigkeit begrenzt ist. Die Folge sind steigende Mieten und ein zunehmender Druck auf die Wohnungsmärkte, insbesondere in Ballungsräumen.

In Zahlen: Die Verkaufspreise von Neubauwohnungen stiegen österreichweit um durchschnittlich 1,6 Prozent – und damit weit unter der Inflation. Hinter diesem Wert verbergen sich jedoch erhebliche regionale Unterschiede. Während einige Bundesländer wie Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark Preiszuwächse verzeichneten, entwickelte sich Kärnten rückläufig. Auch innerhalb einzelner Bezirke kam es zu teils deutlichen Ausschlägen. Wien lag jedoch mit einem Plus von 1,6 Prozent exakt im österreichweiten Durchschnitt. Die Entwicklung innerhalb der Bezirke fiel jedoch unterschiedlich aus.

Wesentlich stärker als die Kaufpreise entwickelten sich die Mieten. Österreichweit erhöhten sich die Angebotsmieten innerhalb eines Jahres um durchschnittlich 4,1 Prozent. Besonders deutlich fiel der Anstieg in Wien aus. Dort legten die Angebotsmieten um durchschnittlich 10,5 Prozent zu. Laut KE Wohnimmobilien ist dies eine direkte Folge des knapper werdenden Wohnungsangebots.

„Viele Projekte wurden verschoben, neu kalkuliert oder vorübergehend vom Markt genommen. Das reduziert das verfügbare Angebot und erhöht den Druck auf den Mietmarkt. Die rückläufigen Zahlen bei den Baubewilligungen werden diesen Trend im nächsten Jahr fortführen“, sagte Kovacs. Außerhalb der Bundeshauptstadt blieben zweistellige Mietsteigerungen die Ausnahme. In den meisten Regionen entwickelte sich der Mietmarkt deutlich moderater.

Für Investoren gewinnt damit die laufende Ertragskraft von Wohnimmobilien wieder stärker an Bedeutung. Während die Preisentwicklung vielerorts an Dynamik verloren hat, sorgen steigende Mieteinnahmen für attraktivere Renditeperspektiven. Jedoch mit einem Aber: Die verbesserten Renditeaussichten reichen bislang nicht aus, um den Neubau spürbar zu beleben. Aktuell am Markt gekauft werden vor allem Bestandsimmobilien, während Neubauprojekte insbesondere durch institutionelle Investoren weiterhin kaum finanziert werden.

Laut KE Wohnimmobilien bleibe die Entwicklung neuer Wohnprojekte vielerorts weiterhin schwierig. Zahlreiche Vorhaben seien in den vergangenen Monaten verschoben oder wieder in frühere Planungsphasen zurückgeführt worden.

„Die Renditen entwickeln sich zwar wieder in die richtige Richtung. Gleichzeitig zeigt die starke Mietpreisdynamik, dass der Markt dringend zusätzliche Wohnbauprojekte benötigt. Ohne neues Angebot wird sich die Situation insbesondere in den Ballungsräumen weiter verschärfen“, resümierte Kovacs.

Die Analyse basiert auf einer Untersuchung der Entwicklung von Kaufpreisen, Mieten und Bruttorenditen in allen österreichischen Bezirken. Grundlage sind aktuelle Marktangebote sowie laufende Marktbeobachtungen von Projektimmo der Immoservice Austria und Mietpreisauswertungen von Willhaben.

Tags: BundesländerBurgenlandke wohnimmobilienNiederösterreichOberösterreichWien
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