Neun von zehn Befragten leben laut aktuellem Immobilienbarometer gerne in Niederösterreich. Gleichzeitig halten 88 Prozent die Baukosten für zu hoch, zwei Drittel der Eigentümer könnten sich ihre Immobilie heute in derselben Form nicht mehr leisten.
Die Wohnzufriedenheit in Niederösterreich bleibt hoch, gleichzeitig belasten gestiegene Bau- und Finanzierungskosten den Wunsch nach Eigentum. Das zeigt das aktuelle Immobilienbarometer der Hypo NOE, für das das IFDD Institut für Demoskopie und Datenanalyse im August 1.000 Niederösterreicher befragt hat.
Neun von zehn Befragten sind mit ihrer aktuellen Wohnsituation sehr oder eher zufrieden. Zwei Drittel verfügen bereits über Wohneigentum. Von jenen ohne eigenes Haus oder eigene Wohnung planen 33 Prozent innerhalb der kommenden vier Jahre einen Kauf oder Neubau, weitere 36 Prozent wollen langfristig Eigentum erwerben.
Mehr als 80 Prozent jener Befragten, die in den kommenden vier Jahren kaufen oder bauen wollen, möchten ihr Vorhaben in Niederösterreich umsetzen. Finanzlandesrat Anton Kasser sieht darin eine Bestätigung der Attraktivität des Bundeslandes als Wohnstandort. „Mehr als 80 Prozent der Befragten, die in den nächsten vier Jahren bauen oder kaufen wollen, wollen ihren Wohntraum in Niederösterreich verwirklichen“, sagt Kasser.
Deutlich kritischer fällt die Einschätzung bei den Kosten aus. 88 Prozent der Befragten bewerten die aktuellen Baukosten als zu hoch. Zwei Drittel der bestehenden Eigentümer geben an, dass sie sich ihre Immobilie heute in derselben Form nicht mehr leisten könnten. Auch unter potenziellen Käufern und Bauherren ist die Unsicherheit groß. Beinahe zwei Drittel jener Personen mit konkretem Kauf- oder Bauwunsch befürchten laut Untersuchung, ihr Vorhaben aufgrund der gestiegenen Kosten nicht umsetzen zu können.
„Die Ergebnisse zeigen ein klares Spannungsfeld: Der Wunsch nach Wohneigentum ist in Niederösterreich weiterhin stark ausgeprägt, gleichzeitig stellen die gestiegenen Kosten viele Menschen vor große Herausforderungen“, sagt Studienautor Christoph Haselmayer, Geschäftsführer des IFDD. Fundierte Information und realistische Planung könnten helfen, die eigenen Möglichkeiten besser einzuschätzen.
Auffällig ist gleichzeitig, dass 80 Prozent der Befragten bislang noch kein Beratungsgespräch bei einer Bank zu ihren Finanzierungsmöglichkeiten geführt haben. Als Gründe werden unter anderem fehlende Eigenmittel, Zweifel an der Erfüllung der Kreditkriterien sowie die Sorge vor einer Ablehnung genannt.
Hypo-NOE-Vorstand Wolfgang Viehauser verweist darauf, dass sich die tatsächlichen Finanzierungsmöglichkeiten erst nach einer individuellen Prüfung beurteilen lassen. „Eine Wohnbaufinanzierung ist für viele Menschen die größte finanzielle Entscheidung ihres Lebens“, sagt Viehauser. Mit Planung, geeigneter Finanzierung und der Nutzung bestehender Förderungen könnten sich teilweise Möglichkeiten ergeben, die zunächst nicht ersichtlich seien.
Auch beim grundsätzlichen Wunsch nach Eigentum sieht die Studie weiterhin hohe Nachfrage. Gleichzeitig bleibt die Leistbarkeit nach den Ergebnissen die wesentliche Hürde. Kasser verweist daher auf die Notwendigkeit von leistbarem und gefördertem Wohnraum: „Gerade junge Menschen und Familien brauchen realistische Chancen, sich hier langfristig ein eigenes Zuhause aufzubauen.“ Die Hypo NOE stellte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr rund 730 Millionen Euro für Wohnbaufinanzierungen bereit. Dazu zählen Finanzierungen für Hausbau und Wohnungskauf ebenso wie gemeinnützige und gewerbliche Wohnbauprojekte.






