Der Office Report 2026/27 zeigt eine durchschnittliche Arbeitsplatzbelegung von nur 62 Prozent. Home-Office hat sich mit durchschnittlich 2,4 Tagen pro Woche etabliert, während Unternehmen erhebliche Flächenreserven halten.
Mehr als jeder dritte Büroarbeitsplatz bleibt im Arbeitsalltag unbesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Office Report 2026/27 von teamgnesda und Bertram ZT. Im Durchschnitt sind 62 Prozent der verfügbaren Arbeitsplätze belegt. Selbst am stärksten frequentierten Tag liegt die Belegung bei 78 Prozent, am schwächsten bei lediglich 34 Prozent.
Für die mittlerweile sechste Ausgabe wurden Daten von 225.300 Mitarbeitern auf 186.000 Arbeitsplätzen und rund 5,48 Millionen Quadratmetern Bürofläche ausgewertet. Insgesamt nahmen 164 Organisationen aus unterschiedlichen Branchen teil.
„Die Zahlen sind so klar wie unbequem“, schreibt teamgnesda-Gründer und CEO Andreas Gnesda im Vorwort des Reports. Gleichzeitig zeige die Untersuchung, dass Flexibilität und Flächeneffizienz miteinander verbunden seien. „Wer seine Räume an der tatsächlichen Nutzung ausrichtet, spart nicht nur Quadratmeter, sondern gewinnt Qualität.“
Besonders deutlich wird die Diskrepanz zwischen vorhandener und tatsächlich benötigter Bürofläche bei den Flächenreserven. 79 der 164 untersuchten Organisationen melden insgesamt 340.310 Quadratmeter überschüssige Bürofläche. Bei einer im Report angenommenen Nettokaltmiete von 25 Euro pro Quadratmeter entspricht dies rechnerisch Mietkosten von rund 102 Millionen Euro pro Jahr.
Der durchschnittliche Flächenverbrauch liegt 2026 bei rund 18,3 Quadratmetern pro Mitarbeiter. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Unternehmen. Organisationen mit einem hohen sogenannten New Work Score kommen laut Untersuchung im Durchschnitt mit 13,2 Quadratmetern pro Mitarbeiter aus, während Unternehmen mit niedrigerem Wert auf 36,6 Quadratmeter kommen.
Die Autoren sehen darin allerdings keinen Aufruf zu pauschalen Flächenkürzungen. Vielmehr gehe es darum, klassische Schreibtischflächen stärker durch Besprechungs-, Projekt-, Fokus- und Begegnungsbereiche zu ersetzen und den tatsächlichen Bedarf stärker in Mietvertrags- und Standortentscheidungen einzubeziehen.
Ein wesentlicher Grund für die geringere Auslastung ist die mittlerweile etablierte mobile Arbeit. Im Durchschnitt werden 2,4 Home-Office-Tage pro Woche genutzt. 85 Prozent der teilnehmenden Organisationen ermöglichen zwei bis drei Tage Home-Office, lediglich vier Prozent bieten überhaupt keine entsprechende Möglichkeit.
Damit habe das Büro seine Rolle verändert. Der Report formuliert es so: „Das Büro hat aufgehört, der einzige Ort der Arbeit zu sein.“ Entscheidend werde daher zunehmend, welchen Mehrwert eine Bürofläche gegenüber dem Arbeiten von zu Hause bietet.
Rechnet man die tatsächliche Anwesenheit auf den Flächenbedarf um, ergibt sich laut teamgnesda weiteres Konsolidierungspotenzial. Selbst bei Dimensionierung auf den jeweils stärksten Anwesenheitstag könnten bei den teilnehmenden Unternehmen rechnerisch rund 934.000 Quadratmeter beziehungsweise 22 Prozent der Mietfläche eingespart werden. Auf Basis der durchschnittlichen Anwesenheit wären es rund 1,6 Millionen Quadratmeter beziehungsweise 38 Prozent.






