Immobilienring Österreich sieht Finanzierungshürden, Künstliche Intelligenz und steigende Anforderungen als Treiber einer neuen Konsolidierungsphase.
Der Immobilienring Österreich (IR) erwartet strukturelle Veränderungen in der Maklerbranche. Nach Einschätzung des Branchennetzwerks führen hohe Finanzierungshürden, der zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) sowie steigende Anforderungen an Maklerunternehmen zu einer neuen Konsolidierungsphase. Besonders kleine und mittlere Unternehmen würden künftig verstärkt auf Kooperationen angewiesen sein.
Nach Einschätzung des Immobilienrings stehen insbesondere kleine und mittlere Maklerunternehmen vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Während große Unternehmen über umfangreiche Strukturen verfügten und Ein-Personen-Unternehmen ihre Nischen besetzen könnten, gerieten mittelgroße Betriebe zunehmend unter Druck. „Es ist schade, wenn mittlere Unternehmen verschwinden. Zur Wirtschaft und zur Unternehmensentwicklung gehören Ups and Downs dazu“, sagte Spiegelfeld.
Als Reaktion auf diese Entwicklung erwartet der Immobilienring eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb der Branche. „Die Aufgaben in der Maklerbranche sind sehr vielfältig geworden und nur mit einer größeren Organisation wirtschaftlich zu schaffen“, erklärte Spiegelfeld.
Als einen wesentlichen Grund nennt Spiegelfeld die Finanzierungssituation. „Wenn 50 Prozent Eigenkapital und 50 Prozent Besicherung verlangt werden, ist das selbst für zwei gut verdienende Personen eine enorme Hürde“, sagte er. Gleichzeitig erwartet der IR-Präsident, dass alternative Finanzierungsanbieter künftig an Bedeutung gewinnen könnten. Zusätzliche Verzögerungen entstünden häufig auch bei Immobilien aus Erbschaften. „Es dauert nicht selten mehr als sechs Monate, bis Objekte überhaupt aktiv angeboten werden können“, so Spiegelfeld.
„Die Nachfrage ist da, aber zwischen Kaufinteresse und tatsächlicher Transaktion liegen heute oft viele Monate“, sagte IR-Präsident Georg Spiegelfeld mit Blick auf die aktuelle Entwicklung am Wohnimmobilienmarkt. Vor allem in Wien würden sich Verkaufsprozesse derzeit deutlich verlängern.
Neben den Finanzierungsbedingungen sieht der Immobilienring vor allem den technologischen Wandel als entscheidenden Faktor für die Branche. Künstliche Intelligenz werde Such- und Angebotsprozesse zunehmend verändern. „Über kurz oder lang werden KI-Agenten Angebot und Suche nach Immobilien übernehmen“, sagte Spiegelfeld. Gleichzeitig rechnet er damit, dass klassische Immobilienplattformen durch KI-Anwendungen unter Druck geraten könnten. Zugleich warnte er vor einer möglichen Zunahme von Fake-Inseraten, betrügerischen Plattformen und manipulierten Suchergebnissen.





