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Götzendämmerung

von Charles Steiner
3. April 2026
in Europa, International
Das Chaos auf der Welt haben wir nur denen zu verdanken, die glauben, sie wären gottähnlich, nur um ihre eigenen Schwächen zu kaschieren. Bild: Dall-E/OpenAI

Das Chaos auf der Welt haben wir nur denen zu verdanken, die glauben, sie wären gottähnlich, nur um ihre eigenen Schwächen zu kaschieren. Bild: Dall-E/OpenAI

Kommentar des Chefredakteurs: Vor 35 Jahren ist der Song „Twilight of the Gods“ des schwedischen Ein-Mann-Metal-Projekts Bathory erschienen. Der Text des Songs ist allerdings von erschreckender Aktualität. Was auch wiederum ein Indiz dafür ist: Das, was sich heute auf der Welt abspielt, kommt nicht plötzlich. Gedanken zum Karfreitag.

Keine Sorge. Der Song ist nicht aggressiv und brutal, eher getragen, mit cleanen Vocals. Kein Gekrächze, dafür melodisch. Man kann ihn sich auch als Nicht-Metal-Fan anhören, versprochen! Vor 35 Jahren ist das Album „Twilight of the Gods“ von der schwedischen Ein-Mann-Metal-Band Bathory um den Musiker Quorton (†) erschienen, darauf der gleichnamige Song, der elegisch Zustände beschreibt, die von erschreckender Aktualität sind. Er beschreibt im ersten Absatz eine Schlange, die sich schlüpfrig wie Fett und kalt wie Eis durch das Paradies schlängelt. Dass es in jeder Hinsicht – wie man bemerken muss von den aktuellen Anführern der Machtblöcke – eine Lüge gibt, um die Menschen mehrfach zu täuschen.

Von einem Zeitalter des völligen Wahnsinns singt Quorton weiter, in dem wir meinen, dieses unter Kontrolle zu haben, von Ländern die währenddessen ge- und verkauft werden, teuren Kreditrettungen, zwielichtigen Fernsehpredigern und schmutzigen Tricks. Dass die Gesetze jene schützen, die sie brechen und damit die Grundlagen unserer Existenz nach und nach zerbröckeln. Dass man sich Recht mit Geld erkaufen kann. Wenn man sich die Nachrichten, die um die Welt gehen, scheint dieser Song etwas Prophetisches zu haben. Erschienen zu einer Zeit, in dem der Eiserne Vorhang ge- und die Sowjetunion zerfallen ist. Das hatte in vielen Teilen Europas durchaus etwas Paradiesisches an sich.

Und was ist jetzt? Zornige alte Männer an der Macht versuchen mit aller Gewalt, das Rad der Geschichte zurückzudrehen, ohne Rücksicht auf Menschenleben, Allianzen, Gesetze. Die das Vakuum der Ohnmacht vieler Menschen mit dem Konzept des sogenannten „starken Mannes“ gefüllt haben, um in eben jene Positionen gewählt zu werden, in denen sie Schaden anrichten können. Die zwar lautstark verkünden, sie stünden an der Seite des Volkes, dabei wollen die sich nur selbst bereichern – und die Wähler sind das Mittel dazu. Die da wie dort Fernsehprediger erklären lassen, dass diese zornigen alten Männer von Gott gesandt wurden, nur weil sie sich aufführen, als wären sie außerhalb der irdischen Gesetze und müssten sich um nichts scheren außer um sich selbst. Als ob es auf der Welt auch nur irgendeine Religion gäbe, die maßlose Selbstbereicherung auf Kosten von Menschenleben gutheißen würde.

Was diese zornigen alten Männer, die die Welt aktuell ins Chaos stürzen, jedenfalls sicher nicht sind: Sie sind weder Götter noch starke Männer. Sie inszenieren das nur, um von ihren eigenen latenten Schwächen abzulenken. Je größer und lauter das Ego, desto tiefer die eigene Unsicherheit. Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung macht niemanden mächtig, sondern nur gefährlich. Zudem sind die Allmachtsansprüche dieser so genannten Führer aufgrund ihrer nach außen zur Schau gestellten Persönlichkeit inkonsistent. Wenn man über viel zugesprochene Macht verfügt, warum ist dann deren Ego so verletzlich und sie so schnell gekränkt, auf dass sie nach Rache aus sind? Womöglich, weil man etwas zu verbergen hat, vor dem man sich selbst fürchtet. Sämtliche Autokraten und Diktatoren des 20. Jahrhunderts weisen exakt diese Inkonsistenzen auf.

Macht ist Verantwortung und wird nie aus sich selbst generiert. Sie ist ein Mandat, das von Menschen ausgesprochen wird. Denen gegenüber ist man verpflichtet. Verstößt man dagegen, werden die Menschen über kurz oder lang dieses Mandat entziehen. Entweder im Diesseits, dann werden diese zornigen Männer fallen. Oder nach ihrem Ableben. Dann richten die Geschichtsbücher über sie. Trotz des Chaos, dass diese sogenannten „Herrscher“ anrichten, haben sie ein Ablaufdatum, entweder ist es politisch oder durch ihre eigene Lebenszeit begrenzt. Niemand lebt ewig. Das kollektive Gedächtnis vergisst aber nicht. Ihr Wüten auf der Welt ist nichts anderes als deren eigene Götzendämmerung. Dass wieder einmal zigtausende Menschen mit ihrem Leben dafür bezahlen müssen, wird ihnen den rechten Platz in die Geschichtsbücher zuweisen. Spoiler: Es ist kein ehrenhafter Platz.

Und am Ende, wenn diese zornigen alten Männer nicht mehr sind, dafür auf der Welt Millionen Tote mehr, wird man sich wieder kollektiv die Frage stellen: „Um Gottes Willen, wie konnte das passieren“ und „nie wieder“. Nun, warum nur? Weil man die Muster zu spät erkennt. Obwohl die immer dieselben sind. Jemand, der sich offensichtlich als verkanntes Genie betrachtet, spricht die Emotionen von Menschen an, die selbst eine gewisse Ohnmacht gegenüber der Welt empfinden. Der ihnen sagt, es brauche einen starken Mann, dann herrsche Recht und Ordnung. Wo die Menschen dann glauben, wenn der aufräumt, geht es ihnen besser. Einer, bei dem man sagt: „No der kann reden.“ Und damit durch die Institutionen gespült wird, bis er an der Spitze steht. Sowas passiert nicht plötzlich. Das dauert Jahre, ein schleichender Prozess. Bis es – wieder einmal – zu spät ist.

Etwas könnten wir aus der Menschheitsgeschichte tatsächlich lernen, damit wir uns den ganzen Zinnober um globale Krisen und Kriege in Zukunft ersparen können. Nämlich: Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist meistens nicht wahr. Dass wir nicht die Worte und Erscheinung Einzelner sehen, sondern versuchen, ihre Muster zu rekonstruieren. Ihre Motivation erkennen. Zu unterscheiden, ob jemand Verantwortung übernimmt oder Schuld bei anderen sucht. Ob er sich in seiner Sprache der martialischen Gewalt bedient, die er gerne anwenden würde, vielleicht noch gegen Schwächere oder Wehrlose. Ob er überhaupt respektvoll mit seinen Mitmenschen umgeht. Schlicht: Ob er, wenn man ihm Macht zuspricht, verantwortungsvoll handelt oder sie missbraucht, um Schrecken zu verbreiten. Ob der die ihm anvertrauten Institutionen respektiert oder ob er sie aushöhlen möchte.

Die nächsten Götzen scharren schon jetzt in ihren Startlöchern. Man muss nicht unbedingt zulassen, dass sie wieder an die Spitze gespült werden. Vor allem sind die eingeladen, hellhörig zu sein, deren Business es ist, Zukunft zu bauen. Weil: Die Immobilienwirtschaft, jene, die gestalten und bauen, sollte genau das Gegenteil von oben beschriebenen Herrschaften sein.

Tags: Meinungen und MärkteRedaktionsschluss
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