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Hände ans Steuer!

von Charles Steiner
27. März 2026
in Europa, International, Österreich
Die See ist für die Immobilienwirtschaft rau, aber das Schiff lässt sich nur mit den Händen am Steuerrad sicher manövrieren. Bild: Dall.E/OpenAI

Die See ist für die Immobilienwirtschaft rau, aber das Schiff lässt sich nur mit den Händen am Steuerrad sicher manövrieren. Bild: Dall.E/OpenAI

Kommentar des Chefredakteurs: Nur weil die Welt unsicher geworden ist und die Zeiten alles anderes als stabil sind, heißt das nicht, dass wir in einer Schockstarre verharren müssen. Eine ruhige See hat noch nie einen erfahrenen Seemann hervorgebracht.

Krisen hier, Kriege da und drohende Energieengpässe, steigende Kosten und eine gefühlte kollektive Ratlosigkeit. Die See ist rau, die Immobilienwirtschaft muss zwischen Finanzierung, gedämpftem und Kosten manövrieren. Und wenn ein Energieschock auch noch hinzukommt, dann stellt sich für viele die Frage, soll man kaufen, soll man anfangen zu bauen, was ist, wenn die Kosten überhand nehmen und wo taucht der nächste Krisenherd wieder auf. Weil sich die Schlagzeilen quasi überschlagen, fühlt man sich unsicher. Auch, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen.

Keine Entscheidungen zu treffen, aus Angst, es könnte die falsche sein, hilft jedenfalls sicher nicht. Man kann das Steuerrad nicht aus der Hand lassen, wenn man sich auf stürmischer See mit meterhohen Wellen befindet, auf den Wellen zahlreiche schwarze Schwäne und dann unter Deck gehen und sich sagen, es geht eh vorbei und bis dahin warte ich. Weil: Man sieht dann die Klippen nicht, die auftauchen könnten und die das Schiff zerschellen lassen. Ein solches Bild würde jeder in der Branche völlig zu Recht als absurd bezeichnen.

Die Angst, falsche Entscheidungen zu treffen, kann man nehmen und das Risiko minimieren. Der Schlüssel dazu ist: Konkrete Informationen einholen, mögliche Verwerfungen einkalkulieren, Szenarien errechnen und, wenn man am Steuerrad sitzt, der Crew die Ergebnisse klar formulieren und Ziele – das Schiff heil durch die See zu bringen – entsprechend zu kommunizieren. Dazu braucht es keine Glaskugel, die wir momentan eh nicht haben, sondern Informationsbeschaffung auf allen Ebenen. Und ja: Manchmal hat man Pech und es kann schiefgehen auch. Insofern ist die Sorgfalt bei der Informationsbeschaffung, die Kommunikation mit den Mitarbeitern und Stakeholdern ein entscheidender Faktor.

Vor allem aber wird auch dieser Sturm aufhören, die See klarer und ruhiger und man hat Land in Sicht. Epochenwechsel sind in der Geschichte der Menschheit unausweichlich. Es hat in der Geschichte auch keinen einzigen gegeben, der friktionsfrei verlaufen wäre. Die Zeit zwischen dem Ende der einen und dem Beginn der anderen Epoche ist immer unangenehm. Aber sie scheint aufgrund der menschlichen Natur unvermeidbar. Wesentlich dabei aber ist: Es gibt immer Zeugen von den verschiedenen Epochen, von der Antike bis jetzt: Aufzeichnungen, Städte, ja auch Immobilien. Die Pyramiden, das Parthenon oder das Kolosseum wie hunderte andere Beispiele auch haben eine ganze Reihe an Epochenwechseln überlebt.

Wenn es wieder ruhiger wird, wird auch die Nachfrage nach Immobilien aller Art deutlich steigen, man wird (auf)bauen müssen, um sie abzudecken. Die Immobilienwirtschaft hat etwas, was kein Epochenwechsel nehmen kann, nämlich das Know-how. Sie wissen, wie man Immobilien oder ganze Städte baut und was es braucht, damit diese auch lebenswert werden. Dieses Wissen ist das Fundament für die Zukunft. Für dieses Wissen wird auch viel bezahlt. Dazwischen muss man Kurs halten, Karten abstecken, Wetterlage im Blick halten und Klippen möglichst umschiffen. Ist anstrengend, aber das zahlt sich aus.

Weil: Eine ruhige See hat noch keinen erfahrenen Seemann hervorgebracht.

Tags: Charles Steinerimmobilien investmentKommentarMeinungen und MärkteRedaktionsschluss
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