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Off-Market-Transaktionen prägten Investmentjahr 2025

von Charles Steiner
26. Februar 2026
in Gewerbe, Logistik, Office, Österreich, Wohnen
Investoren wittern Morgenluft: Im Vorjahr hat sich das Volumen wieder auf Vorkrisenniveau eingependelt. Foto: WienTourismus/Mafalda Rakoš

Investoren wittern Morgenluft: Im Vorjahr hat sich das Volumen wieder auf Vorkrisenniveau eingependelt. Foto: WienTourismus/Mafalda Rakoš

Otto Immobilien: Transaktionsvolumen steigt auf 4,2 Milliarden Euro – Wohnsegment und Wiener Bürohotspots im Fokus.

Der österreichische Immobilien-Investmentmarkt hat im Jahr 2025 deutlich an Dynamik gewonnen und das Niveau der Vorkrisenjahre erreicht. Das Transaktionsvolumen stieg laut Markt-Update von Otto Immobilien um 44 Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro, nach etwa 2,9 Milliarden Euro im Jahr 2024. Besonders das vierte Quartal sorgte für eine spürbare Belebung. Insgesamt lag das Volumen um 16 Prozent über dem Fünfjahresschnitt.

„Der Investmentmarkt hat 2025 klar an Vertrauen zurückgewonnen. Die starke zweite Jahreshälfte zeigt, dass Kapital wieder mehr bereitsteht und Transaktionen umgesetzt werden. Wir erwarten, dass sich dieser Trend 2026 fortsetzt“, sagte Geschäftsführer Eugen Otto. Rund zwei Drittel des Transaktionsvolumens entfielen auf inländische Investoren. Für 2026 werde eine stärkere Rückkehr institutioneller Anleger aus Deutschland erwartet, so die Einschätzung von Investmentleiter Philipp Maisel.

Das Transaktionsvolumen im Wohnsegment belief sich 2025 auf rund 1,3 Milliarden Euro und lag damit um 93 Prozent über dem Vorjahreswert von etwa 0,69 Milliarden Euro. Maßgeblich waren Verkäufe vermieteter Bestandsobjekte in Wien und den Landeshauptstädten, wobei offene Immobilienfonds einen wesentlichen Anteil stellten. „Das Transaktionsgeschehen konzentriert sich fast vollständig auf Bestandsimmobilien. Die niedrige Neubaupipeline begrenzt das Angebot. Wir gehen davon aus, dass der Markt auch 2026 stark durch Fondsverkäufe und selektive Bestandsdeals geprägt sein wird“, sagte Maisel.

In der Assetklasse Büro erreichte das Transaktionsvolumen rund 1,1 Milliarden Euro und lag damit um sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Großvolumige Transaktionen mit Prestigecharakter in etablierten Wiener Bürohotspots prägten das Marktgeschehen. „Der Fokus lag klar auf erstklassigen, ESG-konformen Immobilien in zentralen Wiener Lagen mit langfristig gesicherten Mieteinnahmen.

Auffällig war die hohe Zahl an Off-Market-Transaktionen. Mehrere prominente Deals wurden ohne öffentlichen Vermarktungsprozess abgewickelt“, sagte Gewerbeleiter Anthony Crow. Dazu zählten unter anderem Verkäufe von Flächen im The ICON Vienna beim Hauptbahnhof sowie am Austria Campus im zweiten Bezirk. Für 2026 wird eine stabile bis leicht positive Entwicklung erwartet. Zinssenkungen und die anhaltende Nachfrage nach Core-Objekten in Spitzenlagen könnten zusätzliche Impulse liefern.

Im Segment Industrie und Logistik erreichte das Transaktionsvolumen rund 604 Millionen Euro und lag damit um 35 Prozent über dem Vorjahr. Dies entspricht dem zweithöchsten Wert der vergangenen fünf Jahre. Der Fokus lag weiterhin auf Bestandsobjekten, während die Zahl der Fertigstellungen sinkt. Neben der stabilen Nachfrage nach modernen Flächen in zentrumsnahen Lagen zeigt sich ein Trend zu kleineren Einheiten zwischen 500 und 3.000 Quadratmetern für Klein- und Mittelbetriebe.

„Developer greifen diesen Trend auf und entwickeln gezielt entsprechende Projekte. Für Investoren ergeben sich daraus erhebliche Vorteile. Eine breitere Mieterstruktur reduziert Risiken, gleichzeitig erhalten Unternehmen die Möglichkeit, am Standort zu wachsen. Zudem rücken Sale-and-Leaseback-Transaktionen wieder stärker in den Fokus“, sagte Crow. Ältere Bestandsobjekte, die heutigen Standards nicht entsprechen, stehen hingegen zunehmend unter Preisdruck.

Trotz weiterhin anspruchsvoller Rahmenbedingungen rechnet Otto Immobilien für 2026 mit einer weiteren Belebung des Investmentmarktes. Sinkende Finanzierungskosten, stabilisierte Preisniveaus und eine steigende Aktivität institutioneller Investoren könnten das Transaktionsgeschehen zusätzlich stärken. „Die Marktteilnehmer haben sich auf das neue Zinsumfeld eingestellt. Das schafft Planungssicherheit. Wir erwarten 2026 eine kontinuierliche Zunahme an Transaktionen über mehrere Assetklassen hinweg“, resümierte Otto.

Tags: investmentOtto ImmobilienWien
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