Colliers: Investmentgeschehen im EMEA-Vergleich überdurchschnittlich. Starker Fokus auf Bestandsimmobilien in Wien bei steigender Nachfrage und wachsender internationaler Beteiligung.
Der österreichische Wohninvestmentmarkt hat 2025 deutlich an Dynamik gewonnen und zählt innerhalb Europas zu den dynamischsten Märkten. Gleichzeitig sind die Renditen im Zuge steigender Investmentaktivität leicht gesunken. Dies geht aus dem aktuellen „EMEA Living Sector Snapshot“ von Colliers hervor. Was sich aus den Zahlen auch herauslesen lässt: Der schleppende Neubau und der Fokus auf Bestandsimmobilien ist das Hauptargument der Investoren.
Laut den publizierten Zahlen erreichte das Transaktionsvolumen im österreichischen Wohnsegment rund 1,2 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 91 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit entwickelte sich der Wohnbereich zur gefragtesten Assetklasse des Landes. Auch international zeigt sich der Markt stabil: In der EMEA-Region lag das Transaktionsvolumen 2025 bei rund 45 Milliarden Euro, ein Plus von zwei Prozent.
Im aktuellen Marktumfeld rücken insbesondere bestehende, einkommensgenerierende Wohnimmobilien in den Mittelpunkt. Gründe dafür sind unter anderem die eingeschränkte Neubautätigkeit sowie gestiegene Finanzierungskosten. Besonders Wien steht im Fokus der Investoren, während alternative Wohnformen wie Studentenwohnen und Senior Living europaweit an Bedeutung gewinnen. Neben nationalen Anlegern kehrten auch internationale Investoren verstärkt nach Österreich zurück, insbesondere aus Deutschland, der Schweiz und Schweden. Gleichzeitig wird das Angebot weiterhin stark durch Deinvestitionen offener Immobilienfonds geprägt.
Die zunehmende Nachfrage habe 2025 zu einer leichten Renditekompression geführt, so Colliers. So sank die Spitzenrendite für Wohnimmobilien in Wien um 25 Basispunkte auf rund 4,00 Prozent. Mit Folgen für den ohnehin schon angespannten Mietmarkt: Ein strukturelles Angebotsdefizit sorgt für steigende Mieten in allen Segmenten. Regulatorische Eingriffe beeinflussen zusätzlich die Marktdynamik. Die 2025 eingeführte Deckelung inflationsbedingter Mietanpassungen halbiert Mietsteigerungen über drei Prozent und könnte laut Marktteilnehmern die Neubautätigkeit weiter bremsen.






