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Logistik: Mehr Nachfrage als Angebot

von Charles Steiner
4. September 2023
in Logistik, Österreich
Logistikflächen sind nach wie vor stark nachgefragt. Foto: pixabay.com

Logistikflächen sind nach wie vor stark nachgefragt. Foto: pixabay.com

Otto Immobilien: 199.000 Quadratmeter im ersten Halbjahr vermietet. 350.000 Quadratmeter sind heuer möglich.

Der österreichische Logistikmarkt hat sich im ersten Halbjahr als durchaus stark erwiesen. Laut Logistikmarktbericht von Otto Immobilien seien in den ersten sechs Monaten des Jahres 199.000 Quadratmeter Logistikfläche vermietet worden – ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, wo der Flächenumsatz gerade einmal 39.313 Quadratmeter betragen hatte. Für heuer rechnet man mit einem Gesamtflächenumsatz von 350.000 Quadratmeter, so Alexandra Fischer, Teamleiterin Logistik bei Otto Immobilien in einer Aussendung heute Vormittag.

Die Nachfrage nach Logistikflächen ist jedenfalls hoch und übersteigt das gegenwärtige Angebot. Das resultiere in sinkende Leerstände – zumindest für jene Flächen in modernen Objekten, da es aufgrund der hohen Anzahl eigengenutzter Objekte (noch) keine einheitlichen Erfassungssysteme gebe. Fischer: „Festzustellen ist jedoch der weitere Rückgang von Leerständen in modernen und State-of-the-Art-Objekten. Neue, zeitgemäße Logistikimmobilien in guten Lagen mit Flächen über 1.000 Quadratmeter werden auch zukünftig kaum Leerstände aufweisen und die Nachfrage wird das Angebot deutlich übersteigen.“

Ebenso ersichtlich ist das begrenzte Angebot an modernen Flächen – neben den hohen Baukosten – bei den Mieten, die sich tendenziell nach oben bewegen. Die höchsten Mieten für Neubauobjekte werden in den Submärkten Wien Süd und Wien Nord gezahlt, so liegt etwa die Spitzenmiete in diesen Submärkten derzeit bei 7,50 Euro pro Quadratmeter und Monat, berichtet Martin Denner, Leiter Research bei Otto Immobilien. Damit positioniere sich Wien im ersten Halbjahr 2023 im oberen Mittelfeld der europäischen Metropolen, gleichauf mit Amsterdam und Frankfurt. Unmittelbar darüber liegen die Städte Barcelona mit 8,00 Euro pro Quadratmeter, Berlin mit 9,00 Euro pro Quadratmeter und München mit Euro pro Quadratmeter monatlich.

Ungeachtet dessen werde der Bestand heuer und im kommenden Jahr angesichts zahlreicher Fertigstellungen anwachsen, zitiert Otto Immobilien aus Zahlen des Vienna Research Forum. In Wien und Umland stünden aktuell 5,8 Millionen Quadratmeter an Logistik-, Produktions- und Industrieflächen zur Verfügung, 49 Prozent davon entfielen auf Logistik, der Rest auf Produktion und Light Industrial. Jedoch sei aber mittelfristig mit teilweise erheblichen Zeitverzögerungen zu rechnen, da besonders in der Phase vor Baubeginn bedingt durch die verstärkte Aufmerksamkeit für innerstädtische Verkehrskonzepte und der neuen UVP-Novelle ein größerer zeitlicher Spielraum eingeplant werden müsse, so Anthony Crow, Abteilungsleiter Immobilienvermarktung Gewerbe bei Otto Immobilien.

Begehrt sind nicht nur Logistikflächen, sondern besonders stark entsprechend gewidmete Grundstücke, vor allem an den Hauptverkehrsrouten. Vor allem Flächen ab 30.000 Quadratmeter seien stark gefragt. „Flächen mit den passenden Anforderungen werden jedoch immer seltener und die Reduzierung von Bodenversiegelung wird wesentlicher. Infolgedessen wird die Nachfrage nach Brachflächen und Industriebrachen in den nächsten Jahren voraussichtlich zunehmen“, so Anthony Crow. Das drückt sich auch in steigende Preise für entsprechende Grundstücke aus. Dieser liege in Wien je nach Lage und Größe zwischen 250 und 600 Euro pro Quadratmeter, im Wiener Umland bewegen sich diese zwischen 120 und 5.000 Euro pro Quadratmeter. Anders in den Nachbarländern, wo Preise teilweise bereits nach unten korrigiert würden. „Ob sich dies auch hierzulande bald durchsetzt, hängt von der Entwicklung der Finanzierungszinsen, der Bau- und Energiekosten sowie der erwarteten Renditen ab“, so Fischer.

Verhalten zeigt sich allerdings der Logistikinvestmentmarkt, das Volumen ist Vergleich zum Vorjahr deutlich auf rund 90 Millionen zurückgegangen. Christoph Lukaschek, Leiter Investment bei Otto Immobilien: „Dies ist mit der geänderten Zinslandschaft und der damit verbundenen höheren Renditeerwartung der Käufer zu erklären.“ Er rechnet für heuer allerdings mit größeren Transaktionen, da Bestandshalter bereits die Vermarktung einzelner Objekte prüfen würden. Ein Volumen von über 300 Millionen Euro sei für heuer möglich.

Tags: Otto ImmobilienVienna Research ForumWien
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