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Internationale Investoren wieder zurück am Immo-Parkett

von Charles Steiner
16. April 2026
in Gewerbe, Hotel, Logistik, Office, Österreich, Retail, Wohnen
Das Hotel Andaz am Belvedere ist für 92 Millionen Euro verkauft worden. Bild: SIGNA

Das Hotel Andaz am Belvedere ist für 92 Millionen Euro verkauft worden. Bild: SIGNA

CBRE: Österreichs Investmentmarkt startet mit Wachstum ins Jahr 2026 – Auslandsanteil deutlich gestiegen. Vor allem kleine und mittlere Transaktionen prägten Markt.

Der österreichische Immobilien-Investmentmarkt, der in den vergangenen Quartalen überwiegend von heimischem Kapital geprägt war, verzeichnet wieder eine deutliche Rückkehr internationaler Investoren. Laut einer aktuellen Aussendung von CBRE belief sich das Transaktionsvolumen im ersten Quartal 2026 auf rund 540 Millionen Euro und lag damit um 37 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. 43 Prozent des Gesamtvolumens entfielen dabei auf Wien.

Trotz des Anstiegs bleibt das Niveau weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt. „Das Umfeld bleibt volatil. Käufer agieren weiterhin sehr selektiv“, so Marc Steinke, Head of Research bei CBRE. Belastend wirken laut Marktbeobachtung insbesondere geopolitische Unsicherheiten, gestiegene Zinsen sowie eine voraussichtlich höhere Inflation. Gleichzeitig sorgen steigende Baukosten, eine rückläufige Projektpipeline und indexbedingte Mietsteigerungen für gegenläufige Effekte. Europäische Immobilienmärkte könnten unter diesen Rahmenbedingungen erneut als vergleichsweise sicherer Anlagehafen fungieren.

Ein zentraler Trend des ersten Quartals ist die starke Präsenz internationaler Investoren: Sie zeichneten für rund 74 Prozent des investierten Kapitals verantwortlich. Neben deutschem Kapital traten insbesondere Investoren aus Tschechien und Australien verstärkt in Erscheinung. Für den weiteren Jahresverlauf wird jedoch wieder mit einem steigenden Anteil österreichischer Investoren gerechnet, insbesondere aus dem privaten Bereich und von Family Offices.

Wien behauptete im ersten Quartal mit einem Investmentvolumen von rund 230 Millionen Euro und einem Marktanteil von 43 Prozent seine Rolle als führender Standort. Auffällig ist jedoch eine Verschiebung in der Marktstruktur: Großvolumige Einzeltransaktionen („Landmark Deals“) blieben weitgehend aus, während kleinere und mittelgroße Abschlüsse das Geschehen bestimmten.

Bei den Assetklassen lag der Fokus der Investoren klar auf Einzelhandel und Hotellerie. Retail führte mit einem Anteil von 31 Prozent, gefolgt von Hotels mit 27 Prozent. Im Einzelhandel prägte insbesondere die Beteiligung des australischen Pensionsfonds Aware Super an einem paneuropäischen Outlet-Portfolio den Markt. Im Hotelsegment war der Verkauf des Andaz Vienna am Belvedere die größte Einzeltransaktion des Quartals.

Büroimmobilien erreichten einen Anteil von 15 Prozent, knapp vor Wohnimmobilien mit 14 Prozent. Während großvolumige Bürodeals zuletzt zurückgingen, blieb die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Objekten in guten Lagen stabil – auch außerhalb Wiens. Im Wohnsegment zeigte sich eine vorübergehende Zurückhaltung institutioneller Investoren, wenngleich selektive Ankäufe weiterhin stattfanden. Im Bereich Logistik- und Industrieimmobilien befinden sich laut CBRE mehrere Transaktionen in fortgeschrittenen Verhandlungsphasen. Die Bruttospitzenrenditen zeigten sich zum Jahresbeginn weitgehend stabil. Büroimmobilien lagen bei 4,75 Prozent, Einzelhandelsobjekte in Toplagen bei 4,70 Prozent und Wohnimmobilien bei 4,00 Prozent. Logistik- und Hotelimmobilien rentierten bei 5,10 beziehungsweise 5,40 Prozent.

Tags: BundesländerCBRECBRE AustriaWien
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