Retail- und Immobiliensegment wächst mit Passagierboom – Office Park 4 NEXT und Terminalerweiterung treiben Standortentwicklung. Wertberichtigung wegen dritter Piste belastet EBIT.
Die Flughafen Wien AG hat im Geschäftsjahr 2025 ihren Umsatz um 7,2 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro gesteigert. Trotz eines Rückgangs beim Nettoergebnis auf 210,1 Millionen Euro infolge einer Wertberichtigung für das Projekt der dritten Piste bezeichnet der Vorstand die Geschäftsentwicklung als robust. Für 2026 plant das Unternehmen eine Investitionsoffensive von rund 330 Millionen Euro und setzt verstärkt auf Ausbauprojekte im Immobilien- und Standortbereich, geht aus dem Jahresbericht hervor.
Das EBITDA sank um 6,8 Prozent auf 412,4 Millionen Euro, das EBIT um 8,7 Prozent auf 279,5 Millionen Euro. Ausschlaggebend war eine einmalige Wertberichtigung von 55,9 Millionen Euro. Die operative Entwicklung habe jedoch etwa die Hälfte des negativen Effekts kompensieren können. Vorstand Günther Ofner: „2025 war ein wirtschaftlich starkes Jahr mit einem Umsatzplus von 7,2 Prozent. Als Folge der einmaligen Wertberichtigung 3. Piste verringerten sich das Periodenergebnis mit 210,1 Millionen Euro und das EBITDA mit 412,4 Millionen Euro leicht gegenüber dem Vorjahr, wobei die Hälfte des negativen Effekts durch eine bessere Geschäftsentwicklung kompensiert wurde.“ Auf der Hauptversammlung werde eine Dividende von 1,65 Euro je Aktie vorgeschlagen.
Der Immobilienbereich am Flughafen Wien zeigte sich positiv. Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment Retail & Properties, das vom steigenden Passagieraufkommen profitierte. Die Umsätze stiegen auf 215,0 Millionen Euro, das Segment-EBIT verbesserte sich auf 97,2 Millionen Euro. Der Bereich umfasst Einzelhandel, Gastronomie, Lounges, Parkierung sowie Immobilienerlöse und gilt als strategisch wichtiger Stabilitätsanker im Non-Aviation-Bereich.
Der Flughafen Wien investierte 2025 insgesamt 281,3 Millionen Euro in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien. Ein Schwerpunkt lag auf der Terminal-3-Süderweiterung. Parallel wächst die AirportCity als Wirtschaftsstandort: 2025 siedelten sich 20 neue Betriebe an, 2026 sollen fünf Space-Tech-Unternehmen den „VIE Space Hub“ erweitern. Mit dem geplanten Office Park 4 NEXT entstehen zusätzliche 17.000 Quadratmeter Büro- und Konferenzflächen, die 2028 in Betrieb gehen sollen. Zudem eröffnet in Kürze ein weiteres Hotel mit 510 Zimmern. Mit mehr als 23.500 Beschäftigten in über 250 Unternehmen gilt der Standort als größter Arbeitgeber der Ostregion.
Für 2026 plant der Flughafen Investitionen von rund 330 Millionen Euro. Neben der Terminal-3-Süderweiterung zählen der Office Park 4 NEXT sowie Modernisierungen der Sicherheitskontrollen zu den zentralen Projekten. Vorstand Julian Jäger betonte die infrastrukturelle Vorbereitung auf künftiges Wachstum: „Im zweiten Quartal 2027 geht die neue Terminal 3-Süderweiterung in Betrieb. Passagiere erleben dann auf 70.000 Quadratmetern zusätzliche Shopping- und Gastronomieangebote, neue Lounges und eine große zentrale Sicherheitskontrolle.“ Nach Abschluss dieses Projekts soll der Pier Nord bis 2031 um zusätzliche Gates für Großraumflugzeuge erweitert werden.
Mit 32,6 Millionen Reisenden erreichte der Flughafen Wien 2025 ein neues Rekordniveau. Für 2026 erwartet das Unternehmen rund 30 Millionen Passagiere in Wien und 41,5 Millionen in der gesamten Gruppe inklusive Malta und Košice. Langfristig bleibt das Wachstum ambitioniert. Jäger erklärte: „Unser Ziel für 2035 sind 40 Millionen Passagiere am Standort Wien.“ Für 2026 prognostiziert der Flughafen Wien einen Umsatz von rund 1.050 Millionen Euro, ein EBITDA von rund 415 Millionen Euro sowie ein Periodenergebnis vor Minderheiten von rund 210 Millionen Euro. Trotz Tarifsenkungen und erwarteter Passagierrückgänge wird ein stabiles Ergebnis erwartet.






