Stabile Nachfrage, begrenztes Neubauvolumen und moderater Mietpreisanstieg prägen den Ausblick 2026.
Der Wiener Büromarkt hat das Jahr 2025 trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen mit einer stabilen Vermietungsleistung abgeschlossen. Nach Angaben der EHL Immobilien Gruppe wurden rund 230.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet, was einem Zuwachs von etwa 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Nachfrage kam aus unterschiedlichen Branchen, wobei der öffentliche und halbstaatliche Sektor eine zentrale Rolle spielte.
Zu den größeren Abschlüssen des Jahres zählten mehrere Anmietungen, darunter eine Neuvermietung über 17.800 Quadratmeter an ein gemeinnütziges Unternehmen sowie weitere Verträge mit Bildungseinrichtungen, Versicherungen und Medienunternehmen. Michael Ehlmaier, geschäftsführender Gesellschafter der EHL Immobilien Gruppe, verweist auf die strukturelle Stabilität des Marktes: „2025 hat gezeigt, dass der Wiener Büromarkt auch in anspruchsvollen Zeiten eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit aufweist. Besonders hochwertige und nachhaltige Neubauten bleiben gefragt.“
Die hohe Marktaktivität wurde auch durch mehrere Projektfertigstellungen getragen. Im Jahr 2025 kamen unter anderem das LeopoldQuartier Offices, der Central Hub im Projekt Vienna TwentyOne, Vienna TwentyTwo sowie das Carré Muthgasse auf den Markt. Für 2026 ist die Fertigstellungsleistung deutlich geringer. Erwartet werden im Wesentlichen das sanierte Projekt Enna mit rund 22.500 Quadratmetern sowie der Büroturm DC2 mit etwa 26.500 Quadratmetern Nutzfläche. Stefan Wernhart, Geschäftsführer der EHL Gewerbeimmobilien GmbH, sieht darin eine qualitative Zuspitzung des Angebots: „Die Fertigstellungsleistung 2026 ist überschaubar, aber qualitativ klar fokussiert. Nachhaltigkeit, flexible Arbeitswelten und Nutzerkomfort werden für Mieter zunehmend entscheidend.“
Für Erstbezugsflächen setzt sich laut EHL der moderate Anstieg der Büromieten auch im laufenden Jahr fort. Gleichzeitig ist die Leerstandsrate infolge der hohen Fertigstellungen der vergangenen zwei Jahre leicht gestiegen und liegt aktuell bei rund 3,8 Prozent. Im internationalen Vergleich gilt der Wiener Markt damit weiterhin als stabil, insbesondere in zentralen Lagen, auch wenn die Angebotsknappheit zunehmend selektive Standortentscheidungen erfordert.






