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CBRE: Stationärer Handel wandelt sich zu Service-Hubs

von Charles Steiner
29. April 2026
in Europa, Gewerbe, News, Österreich, Retail
Der stationäre Einzelhandel wandelt sich zu Omnichannel-Service-Hubs. Foto: beigestellt von CBRE

Der stationäre Einzelhandel wandelt sich zu Omnichannel-Service-Hubs. Foto: beigestellt von CBRE

Europaweite Analyse zeigt: Filialen gewinnen als Logistik- und Markenstandorte im Omnichannel-Handel an Bedeutung.

Der stationäre Einzelhandel entwickelt sich weg von klassischen Verkaufsflächen, hin zu strategischen Omnichannel-Service-Hubs: Laut einer europaweiten Analyse des Immobiliendienstleisters CBRE Group gewinnt der stationäre Handel trotz stabilisiertem E-Commerce-Wachstum strategisch an Bedeutung. Während sich das Onlinegeschäft nach den pandemiebedingten Spitzen wieder normalisiert, entwickeln sich Filialen zunehmend zu multifunktionalen Knotenpunkten innerhalb integrierter Vertriebssysteme.

Die E-Commerce-Umsätze in Europa sind demnach 2025 weiter gestiegen und liegen nur knapp unter dem Höchststand von 2021. Gleichzeitig habe sich das Konsumverhalten stabilisiert und kehre zu langfristigen Wachstumspfaden zurück. „Die Zukunft liegt im optimalen Zusammenspiel. Erfolgreiche Handelskonzepte verbinden Online- und Offline-Kanäle nahtlos miteinander“, sagt Christoph Ecker, Director Retail bei CBRE.

Das Wachstum im Onlinehandel dürfte künftig moderater ausfallen und stärker dem Reifestadium des Marktes entsprechen. Die größten Märkte bleiben Großbritannien, Deutschland und Frankreich, die gemeinsam mehr als die Hälfte des europäischen E-Commerce-Volumens ausmachen. Dynamischer entwickeln sich hingegen Länder wie Spanien, Polen und Irland, die überdurchschnittliche Wachstumsraten aufweisen. In Österreich liegen die Pro-Kopf-Ausgaben im Onlinehandel leicht über dem westeuropäischen Durchschnitt, bleiben jedoch deutlich unter dem Niveau führender Märkte.

Der Onlinehandel bleibt ein wesentlicher Treiber für die Nachfrage nach Logistikflächen, auch wenn sich die Flächenumsätze zuletzt abgeschwächt haben. Der Fokus verschiebt sich zunehmend von Expansion hin zu Effizienz und Qualität. „Einzelhändler konzentrieren sich zunehmend auf wenige, dafür sehr leistungsstarke Standorte“, sagte Daniel Pfeiffer, Head of Logistics bei CBRE. Damit gewinnen in der Handelsstruktur Logistikdienstleister an Bedeutung, da moderne, automatisierungsfähige Lagerflächen verstärkt nachgefragt werden.

Parallel dazu verändert sich die Rolle des stationären Handels grundlegend. Geschäfte übernehmen zunehmend Funktionen in der Abwicklung von Onlinebestellungen und dienen als Rückgabe- und Servicepunkte. Der Anteil von Lager- und Verwaltungsflächen innerhalb von Filialen ist laut Analyse in Einzelfällen von rund 15 auf bis zu 25 Prozent gestiegen.

Damit verschiebt sich die Funktion der Verkaufsflächen: weniger klassische Verkaufsräume, mehr operative Infrastruktur. Gleichzeitig setzen Händler verstärkt Anreize, Retouren direkt im Geschäft abzuwickeln – etwa durch Gebühren für postalische Rücksendungen. „Bei geschätzten monetären Aufwänden von bis zu einem Drittel des Warenwertes kann eine Reduktion der Retourenquote die Kosten der Einzelhändler signifikant senken“, so Ecker. Gerade in Österreich sei dies relevant, da die Retourenquote im europäischen Vergleich zu den höchsten zählt.

nsgesamt sieht CBRE eine zunehmende Bedeutung hochwertiger, gut gelegener Handelsflächen. Filialen fungieren nicht nur als Verkaufsorte, sondern auch als Markenplattformen und logistische Drehscheiben. „Filialen sind heute ein zentraler Bestandteil von Omnichannel-Strategien – sowohl als Logistik-Knotenpunkt für E-Commerce als auch als Marken-Flagships“, betonte Ecker. Dies stütze die Nachfrage nach Premiumflächen und unterstreiche den strukturellen Wandel des stationären Handels in Europa.

Tags: CBRECBRE Austria
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