Die Zahl der Baubewilligungen in Österreich ist 2025 weiter gesunken. Laut Wohnbauförderungs- und Baubewilligungsstatistik wurden 47.800 Wohneinheiten genehmigt – drei Prozent weniger als im Vorjahr und rund ein Drittel weniger als im Zehnjahresschnitt.
Die Wohnbautätigkeit in Österreich bleibt unter Druck. 2025 wurden insgesamt 47.800 Wohneinheiten in neuen und bestehenden Gebäuden baubewilligt. Das entspricht einem Rückgang von drei Prozent gegenüber 2024. Gegenüber dem Zehnjahresdurchschnitt liegt das Niveau um rund ein Drittel niedriger. Zu diesem Ergebnis kommt die Wohnbauförderungsstatistik 2025 des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie, die gemeinsam mit dem Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW) erstellt wurde.
„Die Zahlen der diesjährigen Statistik zeichnen in Summe ein beunruhigendes Bild: Die Zahl der Baubewilligungen sank 2025 weiter auf einen neuen Tiefstand, auch für 2026 ist keine Trendwende in Sicht“, sagt Robert Schmid, Obmann des Fachverbands. Die schwache Entwicklung treffe sowohl die Bauwirtschaft als auch Wohnungssuchende.
Besonders stark ist der Rückgang bei Wohnungen in neuen Gebäuden. Hier lagen die Bewilligungszahlen 2025 um 42 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Für 2026 wird ein weiterer Rückgang um sieben bis acht Prozent erwartet. Besonders betroffen ist laut Statistik der freifinanzierte Geschoßwohnbau.
Auch die Wohnbaurate ist rückläufig. Österreichweit wurden 2025 je 1.000 Einwohner 3,5 Wohnungen bewilligt. Über dem Durchschnitt lagen Tirol mit 6,2, das Burgenland mit 4,9, Vorarlberg mit 4,8 und Wien mit 4,4. Unterdurchschnittliche Werte wurden in Niederösterreich mit 2,2, Kärnten mit 2,4, der Steiermark mit 2,6 und Salzburg mit 2,7 ausgewiesen.
Gegenläufig entwickelte sich die Wohnbauförderung. 2025 wurden für 19.800 Wohneinheiten Förderzusicherungen erteilt, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Davon entfielen 14.600 auf den Geschoßwohnbau und 5.200 auf Eigenheime. Die Eigenheimförderung stieg damit im Jahresvergleich um rund ein Drittel. Die Ausgaben der Wohnbauförderung erhöhten sich um sieben Prozent auf 2,68 Milliarden Euro und lagen damit fast ein Viertel über dem Zehnjahresdurchschnitt. Seit 2022 sind die Förderausgaben um insgesamt 41 Prozent gestiegen.
„Die steigenden Ausgaben der Wohnbauförderung zeigen ein grundsätzliches Bekenntnis von Bund und Ländern, den Wohnbau in der aktuellen Krise zu stützen“, sagt Schmid. Die Förderung könne den Rückgang im freifinanzierten Bereich jedoch nicht vollständig kompensieren. Dafür seien unter anderem bessere Finanzierungsbedingungen erforderlich.
Einen deutlichen Anstieg gab es auch bei der Sanierungsförderung der Länder. Diese erreichte 2025 insgesamt 740 Millionen Euro. Gemeinsam mit der Umweltförderung des Bundes wurden 2,3 Milliarden Euro für Wohnhaussanierungen aufgewendet. Das entspricht nahezu dem Zweieinhalbfachen des Zehnjahresdurchschnitts und liegt über den Ausgaben für die Neubauförderung.
IIBW-Geschäftsführer Wolfgang Amann verweist zusätzlich auf die regulatorischen Rahmenbedingungen. „Ebenso notwendig sind Anpassungen im Wohnrecht. Die diesbezüglich angekündigte Wohnrechtsnovelle mit einem umfassenden Dekarbonisierungspaket und Sanierungsschwerpunkt ist daher dringend erforderlich.“
Auch die für 2027 geplante Sanierungsoffensive mit 321 Millionen Euro für thermische Sanierungen wird vom Fachverband grundsätzlich positiv bewertet. Schmid fordert allerdings längerfristige Planungssicherheit: „Sanierung ist eine langfristige Aufgabe und braucht entsprechend langfristige und planbare Förderperspektiven.“






