Das historische Ensemble am Wiener Schillerplatz wird generalsaniert und zu einem Multi-Tenant-Bürohaus mit rund 22.000 Quadratmetern vermietbarer Fläche entwickelt. Die Fertigstellung ist für 2030 vorgesehen.
ÖBB Immobilien will dem Schillerhof im ersten Wiener Gemeindebezirk neues Leben einhauchen. Das Projekt wurde am Donnerstag bei einer Pressekonferenz direkt vor Ort im Vorfeld der Expo Real in München präsentiert. Geplant sind eine Generalsanierung des Ensembles, der Ausbau des Dachgeschoßes sowie die künftige Nutzung als Büro- und Gewerbehaus für mehrere Mieter. Insgesamt sollen bis zu rund 22.000 Quadratmeter vermietbare Fläche entstehen, davon etwa 3.000 Quadratmeter je Geschoß. Der Schillerhof zwischen Staatsoper, Karlsplatz und Schillerpark bleibt im Eigentum der ÖBB und wird von ÖBB Immobilien selbst entwickelt. Die Erdgeschoßflächen entlang der Operngasse mit Apotheke, Gastronomie und Handel sollen auch während der Bauzeit weiter genutzt werden.
„Wir haben uns bewusst für die Variante mit mehreren Mietern entschieden. Wer hier einzieht, bekommt Räume, die sich nach dem Bedarf richten und nicht umgekehrt“, sagt Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG. Im Inneren sollen die bisherigen kleinteiligen Strukturen geöffnet werden, während historische Fassaden und Stiegenhäuser erhalten bleiben. Die Gebäudetechnik wird vollständig erneuert. Angestrebt werden zudem eine ÖGNI-Gold-Zertifizierung sowie die Erfüllung der Anforderungen der EU-Taxonomie.

Die Entwicklung folgt der Immobilienstrategie 2030 der ÖBB, die bei nicht betriebsnotwendigen Immobilien stärker auf Eigenentwicklung und laufende Erträge statt auf Verkauf setzt. Für den Schillerhof waren in den vergangenen Jahren unterschiedliche Varianten geprüft worden, darunter ein Verkauf, eine Hotelnutzung und ein Baurechtsmodell. Letztlich fiel die Entscheidung zugunsten des Verbleibs im Konzern. „Der Schillerhof ist eine herausragende Adresse dieser Stadt – und er gehört der Bahn. Also entwickeln wir ihn selbst“, sagt Claudia Brey von ÖBB Immobilien. Der durch die Entwicklung geschaffene Wert solle im Konzern verbleiben.
Der Schillerhof wurde zwischen 1870 und 1872 errichtet und befindet sich seit 1896 im Eigentum der Bahn beziehungsweise ihrer Vorgängerorganisationen. Das Gebäude wurde unter anderem als Sitz des Eisenbahnministeriums, des Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshofs sowie der ÖBB-Generaldirektion genutzt. Der Baubeginn ist für Mitte 2028 vorgesehen, die Fertigstellung für Sommer 2030. Ende 2030 sollen die künftigen Mieter mit dem Innenausbau beginnen. Gespräche mit potenziellen Groß- und Ankermietern, darunter öffentliche Stellen und Kanzleien, laufen nach Angaben der ÖBB bereits.






