Projektentwickler sehen hohe Baukosten, schwierige Finanzierungen und komplexe Vorgaben als zentrale Bremsen für den Wohnbau. Bei der VÖPE-Herbstkonferenz wurden einfachere Finanzierungen, schnellere Genehmigungsverfahren sowie serielle Bau- und Sanierungskonzepte diskutiert.
Die Vereinigung Österreichischer Projektentwickler (VÖPE) fordert einfachere Rahmenbedingungen für Finanzierung, Bau und Sanierung. Bei ihrer Herbstkonferenz am Dienstag in Wien standen unter dem Motto „Einfach finanzieren, kräftig bauen“ unter anderem Finanzierungsbedingungen, Regulatorik, serielles Bauen, Sanierung sowie Genehmigungsverfahren auf dem Programm.
Aus Sicht der Interessenvertretung bremsen hohe Baukosten, schwierige Finanzierungsbedingungen und komplexe Vorgaben derzeit den Wohnbau und andere Immobilieninvestitionen. „Wir müssen wieder mehr bauen. Dafür brauchen wir deutlich einfachere Rahmenbedingungen. Finanzierung, Regulatorik und Genehmigungen dürfen nicht länger zu Bremsklötzen für notwendige Investitionen werden“, sagte VÖPE-Vizepräsident und allora-Geschäftsführer Peter Ulm.
Dabei gehe es laut Ulm nicht ausschließlich um Finanzierungsfragen. Auch neue Bauweisen und effizientere Verfahren bei Sanierungen könnten dazu beitragen, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. „Serielles Bauen, ressourcenschonende Planung und eine effizientere Sanierung können wesentlich dazu beitragen, Wohnraum schneller zu schaffen“, so Ulm.
Mit den volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen beschäftigte sich Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer zum Auftakt der Konferenz. Gemeinsam mit Nadja Köfer-Holzer von der STC-Immobiliengruppe und Roland Salomon von der Finanzmarktaufsicht wurde anschließend diskutiert, welche Voraussetzungen Kapitalmarkt und Regulierung für eine stärkere Wohnbauproduktion schaffen könnten.
VÖPE-Geschäftsführer Alexander Pawkowicz sieht insbesondere Verzögerungen und zusätzliche regulatorische Anforderungen als Kostenfaktoren für Projekte. „Jede Verzögerung und jede Überregulierung verteuert Projekte. Das trifft am Ende auch jene, die dringend Wohnraum suchen“, sagte Pawkowicz.
Neben der Finanzierung befasste sich die Konferenz mit seriellen Bauweisen und der Entwicklung resilienter Quartiere. Marta Smagacz-Jedlinska sprach über serielles Bauen, Sabine Müller von der Wien 3420 aspern Development über Bodenversiegelung. Weitere Themen waren Fördermöglichkeiten sowie faktenbasierte Planung von Quartieren.
Ein eigener Programmpunkt widmete sich touristischen Immobilienprojekten. Diskutiert wurde unter anderem, welche regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für entsprechende Entwicklungen erforderlich sind.
Zum Abschluss rückten Genehmigungsverfahren und Sanierungen im Bestand in den Mittelpunkt. Ulm verwies dabei auf das Wiener Zinshaus als Beispiel für bestehende Herausforderungen bei Sanierungsprojekten. Gemeinsam mit Gerald Beck von BIG und ARE sowie Michael Gehbauer vom Österreichischen Verband Gemeinnütziger Bauvereinigungen wurden Möglichkeiten für schnellere Verfahren diskutiert.
Aus Sicht der VÖPE könnten insbesondere Digitalisierung und stärker standardisierte Abläufe die Dauer von Projektentwicklungen reduzieren. „Wenn wir Wachstum, Wohnbau und Investitionen wieder ankurbeln wollen, müssen wir dort ansetzen, wo Projekte heute Zeit und Geld verlieren. Schnellere Verfahren, mehr Digitalisierung und standardisierte Prozesse sind entscheidend“, sagte Ulm.






