Fachgruppe der Wiener Immobilien- und Vermögenstreuhänder: Immobilienpreisspiegel 2026 zeigt deutlichen Aufwärtstrend – Branche warnt vor sinkendem Wohnungsangebot in Wien.
Der Wiener Immobilienmarkt verzeichnet laut aktuellem Immobilienpreisspiegel 2026 einen breit angelegten Preisanstieg in nahezu allen Segmenten. Wie die Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Wien mitteilte, betrifft die Entwicklung sowohl Eigentumswohnungen als auch Häuser, Mieten und Baugrundstücke. Als Hauptursache wird eine zunehmende Angebotsverknappung genannt.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei gebrauchten Eigentumswohnungen, die im Jahresvergleich um 3,2 Prozent auf durchschnittlich 3.810,48 Euro pro Quadratmeter gestiegen sind. Wohnungen im Erstbezug verteuerten sich auf 5.430,61 Euro pro Quadratmeter (+2,68 Prozent). Auch Reihenhäuser (3.193,87 Euro) und Einfamilienhäuser (3.327,35 Euro) legten preislich zu. Die durchschnittliche Nettomiete beträgt aktuell 11,81 Euro pro Quadratmeter, während Baugrundstücke bei 970,47 Euro pro Quadratmeter liegen.
Michael Pisecky, Obmann der Fachgruppe, sieht in dieser Entwicklung ein strukturelles Problem: „Die steigenden Preise sind ein klares Warnsignal: Das Wohnungsangebot in Wien verknappt sich zusehends – sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung des Bestands. Wenn hier politisch nicht schnell gegengesteuert wird, wird das Angebot weiter zurückgehen und Wohnen in Wien noch teurer werden.“
Auch Clemens Biffl, Bauträger-Sprecher der Immobilientreuhänder Wien, warnt vor einer weiteren Verschärfung der Lage: „Wenn zu wenig neuer Wohnraum geschaffen und zugleich zu wenig im Bestand saniert und aktiviert wird, verschärft sich der Druck auf den Markt weiter. Die Folgen sind zunehmend steigende Preise, sinkende Verfügbarkeit und Belastungen für Wohnungssuchende.“
Die Interessenvertretung fordert daher verstärkte politische Maßnahmen zur Stabilisierung des Marktes. „Wir brauchen dringend eine Ankurbelung des Wohnbaus und deutlich mehr Tempo bei der Bestandsanierung. Nur wenn ausreichend neue und sanierte Wohnungen auf den Markt kommen, kann das Angebot stabil gehalten und ein weiterer Preisschub verhindert werden“, betonen Pisecky und Biffl übereinstimmend.
Zusätzlich wird auf das Potenzial der Nachverdichtung hingewiesen. „Reine Sanierungsmaßnahmen ohne Wohnraumschaffung, zum Beispiel durch sanfte Erhöhung oder Verdichtung, helfen der Stadt und den Wohnpreisen nicht wirklich weiter. Es braucht die Nutzungsmöglichkeit von vorhandenen Flächen für zusätzliche Wohnungen auch in der bebauten Stadt“, so Pisecky.
Der Preisspiegel zeige insgesamt eine klare Tendenz: Die Nachfrage wächst schneller als das Angebot. „Der Wiener Immobilienmarkt steht jetzt langsam tatsächlich an der Kippe. Die Fertigstellungszahlen haben sich in den vergangenen acht Jahren fast halbiert. Es besteht dringend Handlungsbedarf“, erklärte Pisecky abschließend.






