Gesunkene Zinsen führen zu mehr Abschlüssen – Haushalte setzen weiterhin auf Fixverzinsung und ändern Sparverhalten.
Die Vergabe von Wohnbaukrediten in Österreich hat im Jahr 2025 deutlich zugenommen. Laut aktuellen Daten der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) stieg das Volumen neu abgeschlossener Wohnbaukredite auf rund 17 Milliarden Euro, nach 11 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Ausschlaggebend dafür waren vor allem gesunkene Kreditzinsen infolge mehrerer Leitzinssenkungen durch die Europäische Zentralbank. „Sowohl für Unternehmen als auch für private Haushalte gingen die Kreditzinssätze für neue Kredite im Jahr 2025 zurück“, erklärte OeNB-Vizegouverneurin Edeltraud Stiftinger. Die EZB hatte die Leitzinsen im Jahresverlauf 2025 in vier Schritten um insgesamt einen Prozentpunkt reduziert.
Die Zinssätze für variabel verzinste Wohnbaukredite sanken deutlich von 4,14 Prozent Ende 2024 auf 3,21 Prozent Ende 2025. Fixzinssätze blieben hingegen mit rund 3,42 Prozent nahezu unverändert. Trotz der günstigeren variablen Konditionen entschieden sich private Haushalte weiterhin überwiegend für Planungssicherheit: Rund 86 Prozent der neu vergebenen Wohnbaukredite waren fixverzinst. Insgesamt belief sich das ausstehende Kreditvolumen privater Haushalte Ende 2025 auf 188 Milliarden Euro, davon waren 58 Prozent fix verzinst.
Die gesunkenen Zinssätze führten zu einer spürbaren Entlastung für Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer. Insgesamt zahlten österreichische Haushalte im Jahr 2025 rund 3,6 Milliarden Euro an Zinsen für Wohnbaukredite, nach 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2024. Bei variabel verzinsten Krediten sank die jährliche Zinsbelastung pro 100.000 Euro Kreditschuld auf rund 3.450 Euro, nach 4.690 Euro im Jahr zuvor. Damit liegt das Niveau jedoch weiterhin deutlich über jenem vor der Zinswende im Jahr 2022 (rund 1.460 Euro).
Auch im Unternehmensbereich zeigte sich eine Verschiebung hin zu langfristigen Finanzierungen. Ein Drittel der im Jahr 2025 neu vergebenen Unternehmenskredite – rund 15 Milliarden Euro – entfiel auf Firmen aus dem Immobiliensektor. Dabei wurden verstärkt Kredite mit Laufzeiten von mehr als fünf Jahren abgeschlossen. Parallel zu den sinkenden Kreditzinsen gingen auch die Einlagenzinsen zurück. Für neue Festgeldanlagen erhielten Haushalte Ende 2025 durchschnittlich 1,62 Prozent, nach 2,43 Prozent im Jahr zuvor. Täglich fällige Spareinlagen wurden mit rund 0,69 Prozent verzinst.
Die geringeren Sparzinsen führten zu einer Verschiebung im Anlageverhalten: Während in den Jahren 2023 und 2024 noch insgesamt 37 Milliarden Euro in Spareinlagen flossen, lag der Zuwachs im Jahr 2025 nur noch bei rund 2 Milliarden Euro. Gleichzeitig stiegen die Einlagen auf Girokonten um etwa 8 Milliarden Euro. Zudem investierten private Haushalte verstärkt in Wertpapiere, darunter rund 7 Milliarden Euro in Investmentfonds sowie 6 Milliarden Euro in Schuldverschreibungen.






