EHL Wohnen Vorsorgemarktbericht sieht steigendes Interesse an Anlegerwohnungen – auf den Vorsteuerabzug wird aber verzichtet.
Käufer von Anlegerwohnungen setzen zunehmend auf Sicherheit, auch, was eine mögliche Eigennutzung betrifft: Wie aus dem Frühjahrsausblick von EHL Immobilien zu Vorsorgewohnungen hervorgeht, erwerben immer mehr Anleger Vorsorgewohnungen ohne Nutzung des Vorsteuerabzugs. Demnach sank die Zahl der mit Umsatzsteueroption gekauften Wohnungen im Jahr 2024 von 839 auf 452 Einheiten. Gleichzeitig stieg die Zahl jener Investitionen, bei denen auf diesen steuerlichen Vorteil verzichtet wurde.
„Wir haben 2024 bereits gleich viele Vorsorgewohnungen ohne Inanspruchnahme des Vorsteuerabzugs vermittelt wie solche mit“, erklärt Karina Schunker, Geschäftsführerin von EHL Wohnen. Der Trend zur Nicht-Optionierung halte auch 2025 an. Als Hauptgrund nennt sie die damit verbundene Flexibilität: „Anleger schätzen die Option, die Wohnung künftig eventuell selbst nutzen zu können.“
Trotz des Rückgangs steuerlich motivierter Käufe sieht EHL am Markt für Vorsorgewohnungen insgesamt verbesserte Einstiegsmöglichkeiten. Die durchschnittliche Nettomiete stieg im Jahresvergleich von 13,90 auf 14,87 Euro pro Quadratmeter, während sich auch die durchschnittlichen Kaufpreise leicht auf 5.174 Euro pro Quadratmeter erhöhten. Vor allem der Fokus vieler Käufer auf Neubauten mit gehobener Ausstattung und Nachhaltigkeitsaspekten habe zur Preisentwicklung beigetragen. Zusätzlichen Auftrieb erhält der Markt durch die gesunkenen Finanzierungskosten infolge der niedrigeren Leitzinsen sowie die anhaltend hohe Nachfrage nach Mietwohnungen. Diese führt laut EHL zu sehr kurzen Vermarktungszeiten und nahezu keinen Leerständen.
Die Renditen bewegten sich im Jahr 2024 laut EHL auf durchschnittlich 3,5 Prozent – mit Spitzenwerten von bis zu vier Prozent an durchschnittlichen Standorten. „Die durchschnittliche Rendite von rund 3,5 Prozent ist vor allem deswegen bemerkenswert, weil jetzt auch an sehr guten Standorten, an denen üblicherweise vergleichsweise niedrige Anfangsrenditen akzeptiert werden, deutlich mehr als drei Prozent erzielbar sind“, so Schunker. Alternative Anlageformen wie Bauherrenmodelle seien ebenfalls wieder interessant geworden. Diese bieten laut Bericht stabile Mieteinnahmen, ein geringes Leerstandsrisiko und steuerliche Vorteile durch beschleunigte Abschreibung. Die durchschnittlichen Renditen liegen bei etwa 4,5 Prozent.