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Vonovia holt frisches Geld und verkauft Immobilien um drei Milliarden Euro

von Charles Steiner
30. April 2024
in Deutschland, International, Wohnen
Die Vonovia will heuer das Portfolio um drei Milliarden Euro straffen, hat sich frisches Kapital geholt und konnte operativ punkten. Foto: Simon Bierwald

Die Vonovia will heuer das Portfolio um drei Milliarden Euro straffen, hat sich frisches Kapital geholt und konnte operativ punkten. Foto: Simon Bierwald

Quartalszahlen: Starke operative Performance. Heuer sollen Immobilien im Wert von 3 Milliarden Euro verkauft werden, 1,1 Milliarden Euro sind bereits geschafft. 1,5 Milliarden Euro frisches Kapital über drei Anleihen gesammelt.

Trotz operativ guter Performance plant die Buwog-Mutter Vonovia heuer, das Portfolio um Immobilien im Wert von drei Milliarden Euro zu straffen. Wie aus den Dienstagvormittag veröffentlichten Quartalszahlen hervorgeht, ist im April bereits ein ein Wohnungsportfolio sowie ein unbebautes Grundstück in Berlin für insgesamt 700 Millionen Euro verkauft worden. Der Verkauf erfolgte zum Buchwert an zwei kommunale Berliner Wohnungsunternehmen, wie der Konzern betont. Insgesamt habe man bereits Immobilien im Gesamtwert von 1,1 Milliarden Euro drehen können. Zum Verkaufsprogramm sagt CEO Rolf Buch in einer Stellungnahme: „Wir sind auf Kurs und realisieren unsere Buchwerte.“

Ebenso konnte drei Anleihen an internationalen Märkten frisches Kapital gesammelt werden. Dabei handelt es sich um einen Pfund Sterling Bond in Höhe von 400 Millionen Pfund (465 Millionen Euro), eine Schweizer-Franken-Anleihe im Wert von 150 Millionen Schweizer Franken (159 Millionen Euro) und einen Euro Social Bond im Nominalvolumen von 850 Millionen Euro. Philip Grosse, Finanzvorstand von Vonovia, fasst zusammen: „Mit Großbritannien sowie der Schweiz haben wir Anfang des Jahres neue Finanzmärkte für uns erschlossen. Die Summe der drei Bonds in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro verdeutlicht unsere Attraktivität für den Kapitalmarkt.“ Mit diesen Bonds werden Fälligkeiten zum Jahresende 2025 abgelöst. „Wir haben unbeschränkten Zugang zu Liquidität, und die Risikoprämien normalisieren sich auf ein akzeptables Niveau.“ Der Verschuldungsgrad LTV (Loan-to-value) lag pro forma bei 45,9 Prozent.

Ungeachtet des Vorhabens zum Verkauf mehrerer Liegenschaften verweist die Vonovia im Kerngeschäft Bewirtschaftung auf ein gestiegenes EBITDA auf 592,9 Millionen Euro. Laut Vonovia habe man durch Dank Effizienzsteigerungen, niedrigem Leerstand und Synergien aus der Integration der Deutsche Wohnen gestiegene Mieteinnahmen um 3,8 Prozent erzielen können, die Leerstandsquote lag bei 2,2 Prozent.

Auch sieht man die Talsohle bei der Wertentwicklung der Immobilien im aktuellen Marktumfeld durchschritten. Der Wert des Immobilienportfolios ist im Stichtagsvergleich stabil bei 83,7 Milliarden Euro geblieben. Eine Neubewertung zum Quartal sei daher nicht erforderlich gewesen, was das Unternehmen positiv konnotiert: „Die Talsohle bei der Wertentwicklung ist praktisch greifbar. Wir erwarten, die Phase der Stabilisierung in diesem Jahr abzuschließen. Die Rückkehr zum Wachstumskurs ist in Sicht. Spätestens ab 2025 wollen wir umschalten und uns wieder auf die Steigerung unserer Erträge konzentrieren“, so Buch.

Ab kommendem Jahr erwartet die Vonovia einen einen organischen Wertzuwachs (ohne Bewertungseffekte) in Höhe von rund 3 Milliarden Euro pro Jahr – beeinflusst vor allem durch den Wohnungsmangel und eine hohe Nachfrage nach Wohnraum in den Metropolen und einer einhergehenden Vollvermietung. Buch: „Unser Kerngeschäft – die Vermietung von Wohnungen – ist unverändert gesund und entwickelte sich positiv. Unsere weiteren Segmente werden sich – wenn auch etwas zeitverzögert – erholen. Wir haben unser Geschäft rund um die gesellschaftlichen Megatrends aufgebaut, die uns Rückenwind geben.“

Trotz gestiegener Baukosten habe Vonovia die Anzahl der fertiggestellten Wohnungen im Vorjahresvergleich erhöhen können. Dennoch lagen die weiteren Segmente erwartungsgemäß jeweils unter den Werten des Vorjahresquartals. Diese Entwicklung ist größtenteils auf die Strategie zurückzuführen, die Geschäfte des Unternehmens in Zeiten hoher Zinsen vorerst auf Liquidität, anstatt auf Rentabilität, auszurichten.

Ebenso verweist die Vonovia in ihrem Quartalsbericht auf eine erstmalige Bewertung der Rating-Agentur-Fitch mit BBB+ und stabilem Ausblick. Laut Angaben der Vonovia bewertete Fitsch besonders die Stabilität des regulierten Wohnungsmarktes in Deutschland, die hohe Nachfrage nach Wohnungen sowie den mit 98 Prozent sehr hohen Vermietungsgrad von Vonovia positiv.

Tags: BUWOGDeutsche WohnenVonovia
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