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Salon Real-Befragung: Immobilien integrativ denken

von Charles Steiner
29. Juni 2026
in Gewerbe, News, Österreich, Verbände, Wohnen, Wohnprojekte
Die Expertinnen des Salon Real sehen integrative Ansätze als Schlüssel bei der Immobilienentwicklung. Im Bild: Karin Schmidt-Mitscher, Daniela Unterholzner und Weronik Pilus. Bilder: Salon Real

Die Expertinnen des Salon Real sehen integrative Ansätze als Schlüssel bei der Immobilienentwicklung. Im Bild: Karin Schmidt-Mitscher, Daniela Unterholzner und Weronik Pilus. Bilder: Salon Real

Expertinnen sehen ganzheitliche Planung, Digitalisierung und nachhaltige Bewirtschaftung als Schlüssel für künftige Immobilienprojekte.

Steigende regulatorische Anforderungen, volatile Marktbedingungen und der wachsende Stellenwert von Nachhaltigkeit erfordern nach Einschätzung von Branchenvertretern eine stärkere Verzahnung von Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb von Immobilien. Das geht aus einer Expertinnenbefragung des des Frauennetzwerks in der Immobilienwirtschaft Salon Real hervor, für die Vertreterinnen aus den Bereichen Finanzierung, Projektentwicklung und Immobilienmanagement ihre Einschätzungen abgegeben haben.

An der Befragung beteiligten sich Karin Schmidt-Mitscher, Banking Partnerin für Immobilienkunden, Weronik Pilus, Vertriebsleiterin Österreich bei Attensam, sowie Daniela Unterholzner, Geschäftsführerin der Schwarzatal. Nach Ansicht der Expertinnen dürfen Nachhaltigkeitsanforderungen und Leistbarkeit nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Zwar würden strengere regulatorische Vorgaben die Errichtungskosten erhöhen, gleichzeitig könnten sie langfristig die Betriebskosten senken und den Werterhalt von Immobilien unterstützen.

„Nachhaltigkeit und Leistbarkeit dürfen keinesfalls gegeneinander ausgespielt werden“, sagte Daniela Unterholzner. Energieeffiziente Gebäude würden Betriebs- und Energiekosten reduzieren und langfristigen Mehrwert schaffen. Karin Schmidt-Mitscher verweist in diesem Zusammenhang auf die langfristigen Effekte nachhaltiger Gebäude. „Während Nachhaltigkeitsvorgaben die Errichtungskosten zunächst erhöhen, sichern sie langfristig niedrigere Betriebsaufwendungen und den Werterhalt von Immobilien.“ Voraussetzung seien jedoch verlässliche Fördermodelle und planbare politische Rahmenbedingungen.

Aus Sicht des Immobilienmanagements liege ein wesentlicher Hebel im laufenden Betrieb. „Nachhaltigkeit entscheidet sich nicht nur beim Bau, sondern vor allem im laufenden Betrieb. Professionelle Bewirtschaftung und gezielte Energieoptimierung bieten enormes Einsparpotenzial“, sagte Weronik Pilus.

Ein weiterer Schwerpunkt der Befragung ist die Effizienz entlang des gesamten Immobilienlebenszyklus. Nach Einschätzung der Expertinnen können digitale Planungsinstrumente, standardisierte Bauteile und serielle Bauweisen dazu beitragen, Bauzeiten zu verkürzen und Kosten zu reduzieren. „Das größte Potenzial liegt in der Verzahnung von Planung, Bau und Bewirtschaftung“, sagte Unterholzner.

Schmidt-Mitscher sieht insbesondere in der Digitalisierung Vorteile: „Serielle Bauweisen und digitale Planung ermöglichen kürzere Bauzeiten und reduzieren Fehlerquoten deutlich.“ Im Gebäudebetrieb könne Digitalisierung ebenfalls einen Beitrag leisten. „Monitoring-Systeme und Sensorik machen Verbräuche transparent, während vorausschauende Wartung Kosten reduziert und Schäden frühzeitig vermeidet“, so Pilus.

Nach Einschätzung der Befragten sollte sich die Planung von Wohnprojekten stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Nutzer orientieren. Flexible Grundrisse und eine funktionierende Infrastruktur seien wesentliche Voraussetzungen für leistbaren Wohnraum. „Wohnprojekte müssen sich stärker an tatsächlichen Bedürfnissen orientieren“, sagte Unterholzner. Größere Wohnungen müssten entsprechend ihrer Fläche auch ausreichend Zimmer bieten, um für unterschiedliche Zielgruppen praktikabel zu sein.

Schmidt-Mitscher beobachtet eine zunehmende Nachfrage nach kleineren und flächeneffizienten Wohnformen. Gleichzeitig könne eine stärkere Einbindung künftiger Nutzer sowohl die Akzeptanz als auch die Effizienz von Projekten erhöhen. Der Salon Real kommt in seiner Befragung zu dem Schluss, dass Immobilienprojekte künftig stärker integrativ geplant werden müssen. Nach Ansicht der Expertinnen entscheidet eine frühzeitige Abstimmung von Finanzierung, Entwicklung, Bau und Bewirtschaftung zunehmend über den wirtschaftlichen Erfolg von Immobilienprojekten.

Tags: Salon RealWien
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