• Autoren
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
immobilien investment
AI Competence
NEWSLETTER
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design
immobilien investment
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design
Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
immobilien investment
WERBUNG
Home International Europa

Rückkehr der Machtpolitik – Europas historische Chance

von Thilo Hoffmann
24. März 2026
in Europa, Gastkommentar, International, Österreich, Recht & Steuern
Wenn die globale Ordnung im Chaos versinkt, kann das eine Chance für Europa werden. Foto: beigestellt

Wenn die globale Ordnung im Chaos versinkt, kann das eine Chance für Europa werden. Foto: beigestellt

Gastkommentar: Die Welt kehrt zur Machtpolitik zurück. Der Krieg im Nahen Osten eskaliert, die USA erwägen sogar den Einsatz von Bodentruppen im Iran. Gleichzeitig richtet sich der strategische Blick Washingtons längst weiter nach Osten: auf China und den Pazifik. Während Amerika seine geopolitischen Prioritäten neu ordnet, droht Europa zum Zuschauer zu werden – obwohl Europa wirtschaftlich längst eine Weltmacht ist.

Autor: Dr. Thilo Hoffmann, Rechtsanwalt und Volkswirt, sowie ehemaliger Mitarbeiter bei der Europäischen Kommission

Europa blickt weiterhin gebannt auf Donald Trump: auf Drohungen, Zölle, Volten, Tweets, auf die Infragestellung von NATO, Fed und transatlantischer Partnerschaft. Doch diese Fixierung greift zu kurz. Trump ist nicht die Ursache der tektonischen Verschiebung, sondern ihr Symptom. Die Regeln der internationalen Politik verändern sich. Machtpolitik kehrt zurück. Der Krieg gegen den Iran zeigt dies gerade in aller Härte.

Aus amerikanischer Sicht geht es dabei nur teilweise um den aktuellen Konflikt. Der Iran gilt seit Jahrzehnten als permanenter Störfaktor im Nahen Osten – ein Staat, der über Stellvertreterorganisationen von Libanon bis Jemen Einfluss ausübt und systematisch gegen Israel arbeitet. Zugleich ist Teheran für Russland und China ein geopolitischer Hebel: ein Akteur, der gezielt Unruhe in einer strategisch wichtigen Region stiften kann. Für Moskau und Peking ist Instabilität im Nahen Osten strategisch nützlich – sie bindet amerikanische Ressourcen.

Für Washington steht ein anderes Ziel im Vordergrund. Der eigentliche strategische Konflikt des 21. Jahrhunderts liegt im Pazifik: der Wettbewerb mit China. Je schneller der Iran als regionaler Störfaktor neutralisiert wird, desto stärker können sich die Vereinigten Staaten auf die Eindämmung Pekings konzentrieren – auf Taiwan, auf die sogenannte First Island Chain, die strategische Inselkette von Japan über Taiwan bis zu den Philippinen.

Vor diesem Hintergrund wird auch verständlich, warum Washington andere Konflikte möglichst stabilisieren oder delegieren möchte. Der Krieg in der Ukraine ist für die USA strategisch zweitrangig. Am liebsten würde man ihn einfrieren – oder in die Verantwortung der Europäer übergeben. Auch der explodierende Ölpreis passt in diese geopolitische Logik. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Energieadern der Welt, doch der Großteil des dort transportierten Öls geht nach Asien. Die Vereinigten Staaten sind durch den Schieferölboom selbst zum Energieexporteur geworden. Europa dagegen bleibt energiepolitisch verwundbar.

Die Welt wird damit wieder zu dem, was sie lange war: ein System konkurrierender Machtblöcke. Wirtschaft, Energie, Technologie, Finanzmärkte und Militär sind keine getrennten Sphären mehr. Sie sind Instrumente geopolitischer Macht. Und Europa hat in diesem Machtspiel bislang nur eine Nebenrolle.

Das ist bemerkenswert. Denn objektiv verfügt Europa über enorme Machtressourcen: den größten integrierten Binnenmarkt der Welt, gewaltige Kapitalreserven, führende Industrien, stabile Institutionen und eine der stärksten Währungen der Welt. Zugleich ist Europa einer der sichersten, freiesten und wohlhabendsten Orte zum Leben. Europa ist kein Zwerg. Es hat sich nur angewöhnt, kleiner zu denken, als es ist.

Gerade für die Immobilienwirtschaft wird sichtbar, wie eng Wirtschaft und Geopolitik inzwischen miteinander verwoben sind. Zölle verändern Lieferketten und verteuern Baustoffe. Zinspolitik bestimmt Bewertungen und Finanzierungskosten. Sanktionen und Exportkontrollen entscheiden über Standorte von Rechenzentren, Fabriken oder Logistikzentren. Energie- und Sicherheitspolitik prägen die Attraktivität ganzer Regionen. Geopolitik ist längst Standortpolitik. Wer heute in Europa investiert, investiert nicht nur in Quadratmeter – sondern in politische Stabilität.

Genau darin liegt Europas Chance. In einer Welt zunehmender Unsicherheit werden stabile Wirtschafts- und Rechtsräume zu einem strategischen Vorteil. Europa könnte ein zentraler Stabilitätsanker dieser neuen Ordnung sein. Doch dafür braucht es eine mentale Wende. Europa muss aufhören, sich primär als Wertegemeinschaft zu verstehen, die auf das Wohlwollen anderer hofft – und darauf vertraut, dass ein letztlich wohlmeinendes Amerika auch Europas Interessen schützt. Es muss beginnen, seine wirtschaftliche und politische Stärke bewusst einzusetzen – als Interessen- und Gestaltungsgemeinschaft.

Die europäische Antwort kann daher nicht in der nervösen Kommentierung jeder neuen Krise liegen. Sie muss in der Bündelung eigener Macht bestehen: durch eine echte Kapitalmarktunion, durch eine stärkere internationale Rolle des Euro, durch eine strategische Industriepolitik und durch eine gemeinsame Verteidigungsfähigkeit. Gerade in der Bedrohung von außen liegt eine historische Chance. Europäische Integration war stets ein Produkt des Drucks: Binnenmarkt, Euro und Bankenunion sind Krisenwerke. Auch heute gilt: Erst wenn Abhängigkeit schmerzt, entsteht Entschlossenheit.

Diese Neuordnung wird über die heutige EU hinausreichen. Großbritannien rückt sicherheitspolitisch und wirtschaftlich wieder näher an den Kontinent. Norwegen, Island, Österreich und die Schweiz sind faktisch Teil des europäischen Wirtschaftsraums. Kanada, Japan – und nicht zuletzt Indien – suchen verlässliche, regelbasierte Partner. Europa könnte zum Gravitationszentrum dieses Netzwerks werden.

Europa hat die Mittel, den USA auf Augenhöhe zu begegnen. Es fehlt nicht an Kapital, nicht an Technologie, nicht an Marktgröße – sondern an strategischem Willen. Man muss die Europäische Union nicht idealisieren. Aber ohne sie bleibt Europa geopolitisch leichtgewichtig. Henry Kissinger brachte es nüchtern auf den Punkt: Staaten haben keine Freunde, nur Interessen. In der neuen Weltordnung gilt das mehr denn je. Entweder Europa organisiert Macht – oder andere werden die Welt ohne Europa ordnen.

Die historische Chance liegt genau hier. Jetzt.

Tags: EUGeopolitikThilo Hoffmann
TeilenTweetTeilen

Bleiben Sie am Laufenden und abonnieren sie Push Nachrichten für Ihren Browser.

Abmelden
>

Ähnliche Beiträge

Wiener Landtag verschärft Airbnb-Regeln

Wiener Landtag verschärft Airbnb-Regeln

von Charles Steiner
20. Oktober 2026

Wien verschärft die Vorgaben für Kurzzeitvermietungen über Plattformen wie Airbnb und Booking.com. Geplant sind ein verpflichtendes Register ab 2027, strengere...

Bauwirtschaft in Niederösterreich weiter in Abwärtsspirale

Hypo NOE: Hohe Wohnzufriedenheit aber große Kostensorgen

von Onlineredaktion immobilien investment
20. Oktober 2026

Neun von zehn Befragten leben laut aktuellem Immobilienbarometer gerne in Niederösterreich. Gleichzeitig halten 88 Prozent die Baukosten für zu hoch,...

UBM kehrt in Gewinnzone zurück

UBM: 36 Prozent tauschten Anleihe

von Onlineredaktion immobilien investment
20. Oktober 2026

Investoren haben rund 18 Millionen Euro Nominale der UBM-Anleihe 2023–2027 in den neuen Green Bond 2026–2031 getauscht. Das neue Papier...

teamgnesda: Jeder dritte Office-Schreibtisch steht leer

teamgnesda: Jeder dritte Office-Schreibtisch steht leer

von Charles Steiner
20. Oktober 2026

Der Office Report 2026/27 zeigt eine durchschnittliche Arbeitsplatzbelegung von nur 62 Prozent. Home-Office hat sich mit durchschnittlich 2,4 Tagen pro...

Was hat die EU je für uns getan?

Was hat die EU je für uns getan?

von Thilo Hoffmann
16. Oktober 2026

Gastkommentar von Dr. Thilo Hoffmann: Brüssel bevormundet uns, reguliert uns und mischt sich überall ein. Aber was haben diese Eurokraten eigentlich...

Rien ne va plus

Rien ne va plus

von Onlineredaktion immobilien investment
16. Oktober 2026

Gastkommentar von Dominik Zöhrer, Finanzmarktexperte: „Rien ne va plus“, sagt der Croupier, wenn die Kugel längst rollt und niemand mehr setzen darf. Für...

Neueste Beiträge

  • Wiener Landtag verschärft Airbnb-Regeln
  • Hypo NOE: Hohe Wohnzufriedenheit aber große Kostensorgen
  • UBM: 36 Prozent tauschten Anleihe
  • teamgnesda: Jeder dritte Office-Schreibtisch steht leer
  • Recharging Europe – Europas Zukunft neu beleben
WERBUNG
WERBUNG
WERBUNG

immobilien investment

Das Immobilien- & Anlagemagazin von DMV – della lucia medien & verlags GmbH.

Jetzt abonnieren!

NEWSLETTER

Folgen Sie uns!

Suche

Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Impressum
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Abonnement
  • AGB
  • Datenschutz

© 2021 - 2022 DMV – della lucia medien & verlags GmbH

Keine Ergebnisse
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Home
  • Österreich
  • International
  • Wohnen
  • Gewerbe
  • Karriere & Köpfe
  • Trends & Design

© 2021 - 2022 DMV – della lucia medien & verlags GmbH

X
Zum Ändern Ihrer Datenschutzeinstellung, z.B. Erteilung oder Widerruf von Einwilligungen, klicken Sie hier: Einstellungen